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Die "Angry Birds" aus Pech: Ein Trio und eine grandiose Idee

Die "Angry Birds" aus Pech : Ein Trio und eine grandiose Idee

Auch für bereits länger im Geschäft stehende Bürgermeister gibt es ab und an Premieren der besonderen Art. Eine solche hatte gestern Mittag Wachtbergs Bürgermeister Theo Hüffel. Er hatte drei Schülerinnen der dritten Klasse der Grundschule in Pech zu sich ins Rathaus eingeladen. "Spontan", wie er sagte, nachdem ihm die kleine Geschichte von Katharina, Emilie und Liliana zu Ohren gekommen war.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten die Mädchen auf ihrem Pausenhof festgestellt, dass ihr Klettergerüst nebst Seillandschaft arge Abnutzungserscheinungen aufwies. Schlimmer, es wurden unter anderem neue Seile benötigt. Offensichtlich hatten die Mädchen eine Vorahnung, dass der Verwaltungsweg - mit dem Ziel Wiederherstellung der Gerätschaften - ein wenig länger dauern könnte, und nahmen die Angelegenheit buchstäblich in die eigenen Hände. Sie nannten sich fortan die "Angry Birds".

Hintergrund: In dem Internet-Kinder-Geschicklichkeitsspiel namens "Angry Birds" steht das Überleben bunter Vögel auf dem Spiel. Eine Horde fieser Schweine hat sich der geliebten Eier bemächtigt und versteckt sich nun scheinbar sicher hinter festem Mauerwerk. Doch sie haben nicht mit der Rache der "Angry Birds" gerechnet... Um Rache sollte es denen drei Pecherinnen natürlich nicht gehen. Wohl eher um das "Überleben" auf dem Grundschulhof mit dem Lieblingsspielgerät.

Mit vorbereiteten Listen mit Platz für die Namen der Spender und die Höhe des Geldbetrags zogen die "Angry Birds" fortan von Haus zu Haus, um die Bürger auf den Missstand aufmerksam zu machen und um Spenden zu bitten. "Höchst professionell", wie Bürgermeister Hüffel gestern befand, der in Anwesenheit von Klassenlehrerin Jutta Danylow knapp 200 Euro von seinen kleinen Gästen entgegennehmen konnte. "Ich finde es toll, dass ihr euch eigene Gedanken gemacht habt und selbst etwas unternommen habt", sagte er. Als Dankeschön erhielten die Kinder vom Bürgermeister einen Geschenkgutschein.

Voll des Lobes war zuvor auch schon Schulleiter Norbert Schulten gewesen. Er war auf die Kinder zugegangen und hatte sie für ihr Engagement ausdrücklich gelobt. "Eine grandiose Idee, ich find's toll, wenn nicht immer nur gemeckert wird", hatte er den Mädchen gesagt. Wie Schulten berichtete, waren die Planungen für die Erneuerung der Seillandschaft bereits weit fortgeschritten, dennoch war die eigene Initiative der Mädchen eine willkommene Unterstützung.

Hüffel sagte, der Auftrag für die Reparaturen sei bereits "raus", gerechnet wird mit einer "zeitnahen" Umsetzung zwecks Wiederherstellung. Den Kindern ist das zu wünschen, schließlich "lieben sie die Gerätschaften heiß und innig", wie der Schulleiter verriet. Die Gesamtkosten für die Reparaturen betragen etwa 1100 Euro.