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Heimatverein Niederbachem: Erinnerungen an die Kindheit

Heimatverein Niederbachem : Erinnerungen an die Kindheit

Vor 50 Jahren haben sie ihr Examen an der Robert-Wetzlar-Schule in Bonn abgelegt, jetzt trafen sich aus diesem Anlass sechs ehemalige Erzieherinnen beim Heimatverein Niederbachem in den Räumen in der Alten Schule.

Hier informierten sie sich über die für den Sommer geplante Ausstellung " Als Oma noch ein Mädchen war - Schul- und Mädchenbücher im Spiegel der Nachkriegszeit". Für diese Ausstellung haben einige Teilnehmerinnen auch Bücher zur Verfügung gestellt.

Im Verlaufe der unter der Leitung von Walter Töpner geführten Diskussion wurden die Lebensläufe der einzelnen Teilnehmerinnen beleuchtet. Manche hat das Lebensschicksal ihrer Familien nach Bonn verschlagen. Die Kinder ausgebombter Eltern, von Flüchtlingen und Vertriebenen haben nach dem Krieg hautnah miterlebt, was es heißt, noch einmal ganz von vorne anzufangen.

Zwei von ihnen haben in der DDR ganz andere schulische Erfahrungen gemacht. Die Kontraste zwischen denen, die etwas hatten, und denen, die arm waren, wurden ihnen als Kinder bald offenkundig: "Wir gehörten zu den Armen, denn wir hatten nur eine Mansardenwohnung ohne Balkon und konnten uns keine Süßigkeiten leisten. Neue Kleider gab es nicht. Die Kleider, die wir auftrugen, bekamen wir von anderen Kindern."

In guter Erinnerung ist ihnen die strenge konfessionelle Trennung an den Schulen in Bonn und die Tatsache, dass Schichtunterricht am Vor- und Nachmittag abgehalten werden musste, weil zu wenige Klassenräume da waren. Wenn der Lehrer in der Schule im Rechnen das Einmaleins abfragte, mussten alle aufstehen.

Wer es richtig machte, durfte sich setzen. Wer am Schluss noch stand, war vor der Klasse blamiert. Klassenstärken von 40 bis 50 Schülern waren keine Seltenheit. Ihre Ausbildung zur "Kindergärtnerin und Hortnerin" (heute Erzieherin) empfanden die Teilnehmerinnen früher praxisnäher und sie äußerten die Befürchtung, dass die heutige Ausbildung zu sehr Wert auf die Theorie lege. Sie betonten, dass der Beruf der Erzieherin kein Job, sondern eine Berufung sein sollte.