Feuerwehr in Wachtberg „Die Wetterereignisse werden intensiver“

Wachtberg · Die vergangenen Tage standen in Wachtberg komplett im Zeichen der Feuerwehr, unter anderem beim Gemeindefeuerwehrtag. Dabei drehte sich vieles um den Nachwuchs. Warum er so wichtig ist – und vor welchen Herausforderungen die Feuerwehren stehen.

Nachwuchs für die Feuerwehr: Beim Leistungsnachweis in Villip zeigen die Minis der Löschgruppe Niederbachem was sie können.

Nachwuchs für die Feuerwehr: Beim Leistungsnachweis in Villip zeigen die Minis der Löschgruppe Niederbachem was sie können.

Foto: Axel Vogel

Wenn zwei wichtige Ereignisse zusammenfallen, dann kann es schon mal voll werden. So auch in Wachtberg, wo die vergangenen Tage komplett im Zeichen der Feuerwehr standen. Es stand nur der Gemeindefeuerwehrtag – Leistungsnachweis der Jugend inklusive – auf dem Programm, die Villiper Jugendfeuerwehr feierte außerdem ihr 50-jähriges Bestehen. Kein Wunder also, dass rund um das Villiper Gerätehaus das ein oder andere Mal „Wasser Marsch“ zu hören war.

Wie sich die Aufgaben der Jugendfeuerwehren in den vergangenen 50 Jahren verändert haben, weiß André Hahnenberg. „Im Grundsatz erst mal kaum“, stellt der Leiter der Wachtberger Feuerwehr fest. Die Jugendfeuerwehr sei weiterhin „die Kaderschmiede für die Einsatzabteilung“. Dort lernten die Mädchen und Jungen alles rund um das Thema Feuerwehr. „Allerdings kann es nicht mehr nur beim Schläuche werfen und bei Grundtätigkeiten bleiben“, führt Hahnenberg aus. „Gerade die Jugendarbeit muss durch besondere Aktivitäten die Jugendlichen mehr begeistern.“ Ausflüge, Wasserentnahme im Rhein oder 24-Stunden-Übungen seien solche Highlights.

„Gegen Fußballvereine musste man sich früher schon behaupten, heute ist das Freizeit-Angebote für die Jugendlichen deutlich größer geworden“, fügt Michael Ruck, Sprecher der Wehren im Drachenfelser Ländchen, hinzu. „Somit sind die Zeiten vorbei, wo viele Jugendlichen zusammen zur Jugendfeuerwehr gingen.“ Daher sei es oft schwieriger, als Feuerwehr wahrgenommen zu werden. Dabei sei es sehr wichtig, den Nachwuchs heranzuziehen. „Die Jugendfeuerwehr ist die Feuerwehr von morgen.“

Ohne die Arbeit der Jugendwarte, die Jugendlichen für das Thema Feuerwehr zu begeisterten, wäre eine gut funktionierende Einsatzabteilung laut Ruck nicht möglich. „Dort erlernen die Mädchen und Jungen Wissen und Können, was eine gute Grundlage liefert, wenn sie bei den Aktiven in die Grundausbildung einsteigen.“ Es gebe zwar auch Quereinsteiger. „Diese sind aber oft zu wenig, um daraus eine gute Einsatzabteilung aufzubauen.“

Probleme, Nachwuchs zu finden, gibt es laut Hahnenberg nicht. „Aber wir freuen uns über jeden, der bei uns mitmachen möchte.“ Es lohne sich immer, nachzufragen, reinzuschnuppern und auszuprobieren. „Egal ob Mädchen oder Junge, nur mindestens zehn Jahre muss man alt sein.“ Auch die „Großen“, die Einsatzabteilungen, freuten sich immer über Interessenten. Diese müssten mindestens 18 Jahre alt sein.

Ab 16 Jahren dürfen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit zu Einsätzen – wenn die Eltern dem zugestimmt haben. „Allerdings außerhalb des Gefahrenbereichs“, betont Ruck. Heißt: Bei Absperrmaßnahmen oder Ölspurbeseitigung dürfen sie dabei sein, aber nicht in ein brennendes Haus hineingehen oder beim Auspumpen von Kellern unterstützen.

Doch vor welche Herausforderungen sehen sich die Wehren gestellt, vor allem auch angesichts des Klimawandels? Durch diesen „werden vor allem die Wetterereignisse intensiver“, so Ruck. „Regenfälle werden zu Starkregen, große Hitze führt zu Trockenheit und damit zu einer erhöhten Feuergefahr.“ Darauf müsse man sich als Feuerwehr einstellen. „Wir brauchen zum einen Ausrüstung, um diese Einsätze bewältigen zu können. Zum anderen das Wissen und Können, wie wir hier die Gefahren schnell beseitigen können.“

Erneuerung der Ausrüstung

Durch die Erfahrungen mit den Unwetterereignissen 2010, 2013 und 2016 „haben wir sehr früh begonnen, die Ausrüstung zu erneuern – und sind damit noch nicht am Ende“, so der Sprecher. In Ausbildung und Übungsdienst hätten die Einsatzszenarien längst einen festen Platz. „In Wachtberg haben wir nicht viele zusammenhängende Waldflächen.“ Dennoch sei ein neuer Schwerpunkt in der Ausbildung die Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden.

Weitere Informationen zur Jugendfeuerwehr unter www.feuerwehr-wachtberg.de/jugend. Unter www.feuerwehr-wachtberg.de/dein-einsatz-zaehlt gibt es Infos zu den Einsatzabteilungen.