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Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik: FHR bezieht neue Büros im Gewerbepark

Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik : FHR bezieht neue Büros im Gewerbepark

Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik in Wachtberg wächst stetig. Damit steigt auch die Zahl der Mitarbeiter. Das Institut ist deshalb froh, jetzt ein neues Gebäude im Gewerbepark Villip beziehen zu können.

Die zahlreichen Projekte des Fraunhofer FHR aufzuzählen, ist schier unmöglich. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die rund 400 Mitarbeiter, die derzeit in Wachtberg angesiedelt sind, mit Hochfrequenzphysik und Radartechnik beschäftigen. Ein fünfjähriges Projekt im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ist gerade fertiggestellt worden: Das teilmobile Weltraumüberwachungsradar GESTRA wurde im Juli nach Koblenz transportiert und da dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt übergeben.

Ein weiteres Dreijahres-Projekt ist mit ORAS bereits im Juni abgeschlossen worden: Das spezielle Radar kann Drohnen detektieren und einen Radarzaun aufbauen, um z.B. Großveranstaltungen zu schützen. Doch auch wenn die Forschungsprojekte während des Lockdowns weitestgehend weiterliefen, so war auch das Fraunhofer FHR hiervon betroffen. So mussten beispielsweise das Wachtberg-Forum sowie der Tag der offenen Tür ausfallen – ausgerechnet die Aktionen, die Außenstehenden einen Eindruck davon vermitteln, was in der berühmten Berkumer „Kugel“ so alles vor sich geht.

Das Fraunhofer FHR machte aus der Not eine Tugend und bot virtuelle Führungen durch die Kugel an, wie Pressesprecher Jens Fiege berichtet: „Wir haben jeden Monat Führungen angeboten, zunächst in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Diese erfreuen sich inzwischen so großer Beliebtheit, dass wir virtuell sogar um die 80 Besucher dabei haben. Eine so große Gruppe könnten wir Ort gar nicht akzeptieren.“

Zu den beliebten Führungen gesellte sich inzwischen auch eine Reihe von Fachvorträgen dazu. „Bei „Radar in Aktion“ bieten wir alle zwei Wochen einen 30-minütigen Fachvortrag online an“, so Fiege. Bisher hatten wir sechs Termine, an denen online jeweils mehr als hundert Teilnehmer zu verzeichnen waren. Davon waren etwa ein Viertel Privatleute und Dreiviertel Fachkollegen, für die Vorträge ein Ersatz für Messen und sonstige Präsenzveranstaltungen sind.“ Die Vorträge bilden das ganze Spektrum der Arbeit des Fraunhofer FHR ab. Bis Ende des Jahres soll die kostenfreie Reihe fortgesetzt werden.

Ansonsten kann sich das Institut über stetes Wachstum freuen – seit Jahren wächst es recht verlässlich um etwa fünf Prozent jährlich an. Das bringt natürlich auch die Frage mit sich, wohin mit den ganzen Mitarbeitern: In Villip ist nun mit „Villip II“ ein weiteres Gebäude entstanden, in dem 70 bis 80 Mitarbeiter ihren Platz finden werden. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter aus allen wissenschaftlichen Abteilungen. Fiege: „Drei Projekte kann ich nennen, an denen dort gearbeitet wird. Das ist zum Einen ein neues Wetter-Radar, außerdem gibt es dort einen großen Park an 3D-Druckern zur additiven Fertigung von Metall- und Kunststoffteilen bis 50 x 50 x 50 Zentimetern Größe. Dieses Projekt wird im Rahmen der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland gefördert. Und zum anderen entsteht hier ein Think Tank im Bereich Signalverarbeitung, also ein internes Kooperationszentrum, um unsere Kompetenzen zu bündeln.“

Noch liegt das neue Gebäude recht ruhig da – circa 60 Prozent der Mitarbeiter sind im Homeoffice. Aber bald wird auch im neuen Gebäude das stete Wachstum des Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR zu spüren sein.