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Kai Pietrusziak arbeitet im Wachtberger Jugendrat : Für Jugendliche etwas bewegen

Kai Pietrusziak arbeitet im Wachtberger Jugendrat : Für Jugendliche etwas bewegen

Der Wachtberger Jugendrat setz sich Kinder und Jugendliche in der Gemeinde ein. Kai Pietrusziak ist Mitglied im Jugendrat und berichtet von seiner Arbeit.

Nicht ärgern, sondern machen – so könnte man Kai Pietrusziaks ursprüngliche Motivation, sich für den Jugendrat zu bewerben, beschreiben. Als Jugendlicher hat er nicht immer alle Entscheidungen, die in seinem Heimatort Ließem umgesetzt wurden, gut gefunden. CDU-Politiker Hartmut Beckschäfer empfahl ihm, sich selbst für den Ort zu engagieren, um etwas von Jugendlichen für Jugendliche in Bewegung zu setzen.

Der Empfehlung Beckschäfers sei er gefolgt und gewählt worden, sagte Pietrusziak. „Wir wurden ernst genommen, es wurde diskutiert und sich eingesetzt“, bescheibt der seine ersten Erfahrungen. „Es macht Spaß, weil man ganz viele Themen mitbekommt, die Kinder und Jugendliche angehen. Man kann seine Meinung einbringen, Vorschläge machen und manchmal mitentscheiden.“

Der Zustand der Unterführung am Köllenhof beispielsweise hatte ihn als Ließemer schon lange gestört. Zuerst sei der Vorschlag einer farblichen Neugestaltung von der übergeordneten Behörde abgelehnt worden. „Da ging es um regelmäßige Überprüfungen des Betons“, nennt Pietrusziak das Argument, dem er und seine Mitstreiter sich ebenso wenig wie der damalige Beigeordnete Jörg Ostermann beugen wollten. „Herr Ostermann hat sich mit den Zuständigen in Verbindung gesetzt und doch noch eine Lösung gefunden“, erzählt er.

Das Projekt haben Politik, Jugendrat und Gemeinde zusammen in Angriff genommen. „Die Unterführung war früher schon mal überflutet“, so Pietrusziak. „Die Gemeinde hat vor der Malaktion die Abflüsse freigemacht.“ Er selbst fuhr durch Wachtberg gefahren und suchte ein passendes Motiv für die Unterführung. Schließlich fotografierte er das Siebengebirge so, dass alle Berge zu sehen waren. Eine befreundete Künstlerin setzte das Bild passend um, ein Beamer projizierte das Motiv schließlich an die Wand der Unterführung. Anschließend gestalteten Mitglieder des Jugendrats zusammen mit Kindern und Jugendlichen die Unterführung mit dem neuen Bild.

In der vergangenen Wahlperiode hat sich der politische Nachwuchs für einen Trimm-Dich-Pfad in der Berkumer Grünen Mitte am Spielplatz neben der Ahrweiler Straße stark gemacht. Das Thema sei in den letzten Beratungen wohlwollend aufgenommen worden, so die Pressesprecherin der Gemeinde, Margrit Märtens. „Ich würde mich freuen, wenn der Pfad hier entstehen könnte“, sagt Pietrusziak.

Dass die politische Arbeit und das dazugehörige Engagement zuviel werden könnte, findet der 21-Jährige nicht. „Wenn alles auf viele Schultern verteilt wird, dann geht das gut.“ Mittlerweile ist er zum zweiten, aber zum letzten Mal im Jugendrat dabei. „Man kann kandidieren, wenn man zwischen 13 und 21 Jahre alt ist“, erklärt der Finanzverwalter des unabhängigen Gremiums. Aber auch wenn er ausscheide, würde er dem nächsten Jugendrat bei den ersten Schritten helfen, so Pietrusziak.

Die kommende Wahl organisiere die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem aktuellen Jugendrat, sagt  Märtens. Außerdem unterstütze die Jugendfachkraft Claudia Schmidt mit Informationen und einem Workshop die gewählten Kandidaten vor ihrer ersten Sitzung. Die Wahl selbst wird in den beiden Wochen vor den Osterferien in den sieben Wachtberger Jugendtreffs stattfinden. Schmidt hält das Engagement der Jugendlichen für wichtig, weil ihrer Meinung nach Wachtberg nur dann ein schöner Lebensraum für Jugendliche sei, wenn diese mitgestalten könnten. Die Themen, mit denen sich der Jugendrat beschäftigt, wählt sich das Gremium einerseits selbst. Andererseits werden die Jugendlichen auch von der Politik als beratendes Organ einbezogen. Kinder und Jugendliche können sich auch mit Anliegen an den Jugendrat wenden.

Kai Pietrusziak hat sein Engagement jedenfalls nicht bereut. „Ich wünsche mir für den nächsten Jugendrat, dass sich viele junge Leute dafür interessieren, kontinuierlich für ihre eigenen Interessen und die Interessen der Jugendlichen in Wachtberg zusammenzuarbeiten.“