Sanierung von Sportplätzen Gemeinderat in Wachtberg gibt 490.000 Euro für Kunstrasenplätze frei

Wachtberg · Die Kunstrasenplätze in Berkum und Pech sind strapaziert und müssen erneuert werden. Die Politik will die Vereine dabei unterstützen, aber künftig die Finanzierung neu aufstellen.

 Der Kunstrasenplatz des SV Wachtberg in Berkum ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden.

Der Kunstrasenplatz des SV Wachtberg in Berkum ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden.

Foto: Axel Vogel

Kämmerin Beate Pflaumann kann 490.000 Euro außerplanmäßig für neue Kunstrasenplätze in den Haushalt der Gemeinde Wachtberg einplanen. Der Gemeinderat hat grünes Licht für die Erneuerung der Kunstrasenplätze in Berkum und Pech gegeben. Die beiden Sportvereine hatte vorher Angebote eingeholt: Demnach würde die Sanierung in Berkum rund 350.000 Euro kosten, die in Pech rund 220.000. Pflaumann hatte vorsorglich insgesamt 20.000 Euro zusätzlich beantragt, weil die Angebote schon ein halbes Jahr als seien und Mehrkosten entstehen könnten.

In der Ratssitzung herrschte Einigkeit darüber, dass die Vereine Ersatz für ihre kaum noch bespielbaren Kunstrasenplätze brauchen. Eine längere Diskussion gab es über die Art der Finanzierung. In die ersten Plätze in Berkum und Pech war nämlich Geld aus der Sportpauschale des Landes NRW geflossen. Kommunen können selbst entscheiden, ob sie mit dem Geld den Neubau oder die Modernisierung von Sportstätten finanzieren, oder das Geld an die Vereine weiterleiten. Das Land stellt für alle Gemeinden einen Mindestbetrag von 60.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Kunstrasen nicht mehr mit Plastik verfüllen

Oliver Henkel (Grüne) regte in der Sitzung an, die neuen Kunstrasenplätze aus dem normalen Investitionshaushalt zu finanzieren und die Sportpauschale später für andere Zwecke zu verwenden. Außerdem sollten alle Vereine 2000 Euro pro Jahr als ökologischen Zuschuss bekommen, „weil wir Kunstrasen nicht mehr mit Plastik verfüllen lassen wollen“. Als Alternativen stehen Sand und Kork zur Verfügung.

Christoph Fiévet (CDU) ergänzte, dass schon bei Bau des Kunstrasenplatzes in Niederbachem ein entsprechendes Konzept erarbeitet worden sei: „Ein wesentlicher Punkt war damals, dass wir von einer Finanzierung über die Sportpauschale über die gesamte Zeit des Vertrages wegwollten.“ Für die Vereine verändere sich nichts, es handele sich haushaltsintern lediglich um eine andere Berechnung.

Hintergrund ist, dass alle fünf Sportplätze in Wachtberg künftig nach dem gleichen Finanzierungsmodell unterhalten und erneuert werden soll. „Die Vergleichbarkeit zu den anderen Vereinen ist zu 100 Prozent gegeben“, bestätigte die Kämmerin. Für den Haushaltsplan ändere sich gar nichts: „Bei den 490.000 Euro geht es um die Investitionssumme, die ich als Haushaltsüberschreitung genehmigen lassen möchte.“

Aus dem Rat gab es viel Zustimmung für die Baupläne des SV Wachtberg und des SC Pech. „Der Platz in Pech ist praktisch unbespielbar und der des SV Wachtberg wird es in absehbarer Zeit werden“, sagte Stefan Hahn (CDU). Andreas Wollmann (SPD) kritisierte nur die Kurzfristigkeit des neuen Vorschlags: „Wenn eine Finanzierung komplett umgewürfelt wird, kann man das auch vorher kommunizieren. Wir sollten heute zustimmen, aber zukünftig bitte ich, rechtzeitiger eine solche Vorlage zu erstellen. Laut Henkel lag das an organisatorischen Fragen. Er betonte noch einmal die Vorteile: „Wir können jetzt viel besser darstellen, dass wir die Vereine gleichbehandeln.“

Ulrich Feyerabend (Unser Wachtberg) ergänzte: „Unterm Strich ist es egal, wie wir es darstellen, der Haushalt wird gleich belastet.“ Christian Stock (CDU) sagte: „Wir schaffen heute endlich Gleichberechtigung unter den Fußballvereinen und anderen Vereinen, für die wieder mehr Mittel aus der Sportpauschale zur Verfügung stehen.“ Die Kunstrasenplätze seien kein Geschenk, denn „die Vereine müssen hier auch Leistung bringen und die Pflege übernehmen, wodurch der Bauhof entlastet wird.“ Der Rat stimmte schließlich bei zwei Enthaltungen zu.