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Kinder ziehen im Herbst in Container: Grundstücksfrage bei Ließemer Kita weiter offen

Kinder ziehen im Herbst in Container : Grundstücksfrage bei Ließemer Kita weiter offen

Weiterhin offen ist laut Bürgermeister Jörg Schmidt, ob der Neubau der Ließemer Kita am alten oder einem neuen Standort erfolgt. Am 2. September entscheiden die Politiker zunächst über die Vergabe der Übergangslösung: Zwölf Container sollen den maroden Anbau ersetzen.

Provisorien haftet meist ein fader Beigeschmack an. Im Fall der Container, die bald den maroden Anbau der Kita Ließem ersetzen sollen, verleiht die Übergangslösung Erziehern und Kindern aber mehr Sicherheit und Platz. Bislang gab es im Hauptgebäude eine Fläche von 139 Quadratmetern; in den zwölf Containern, die die Gemeinde für zwei Jahre anmieten will, werden es 193 sein.

Auf GA-Anfrage erläuterte die Verwaltung, warum sie jetzt schnell handeln will. Zum einen erwartet man nach der Flutkatastrophe eine große Nachfrage an Containern, zum anderen seien die Kinder des evangelischen Trägers weiter in einem Gebäude, „mit undurchsichtiger Konstruktion“, wie es Christian Pohl, der Leiter des Fachbereichs Infrastruktur, umschrieb. Er frage sich manchmal, was da in den 60er Jahren eigentlich verbaut worden sei.

Gemeinde muss 250.000 Euro für die Container zahlen

Wie mehrfach berichtet, weist die Dachkonstruktion mittlerweile so starke Mängel auf, dass sie von einem Statiker engmaschig überprüft wird. Auch wenn keine akute Einsturzgefahr bestehe: „Wer will am Ende die Verantwortung übernehmen?“, führte Bürgermeister Jörg Schmidt (CDU) aus. Da man nicht wisse, wie lange der Anbau noch halte, sei jetzt die Zeit zum Handeln.

250.000 Euro veranschlagt die Gemeinde für die Zwei-Jahres-Lösung, die in drei Monaten stehen soll. Die Vergabe soll am 2. September im nichtöffentlichen Teil des Bauausschusses beschlossen werden. Die Container enthalten Küche, Büro, Gruppenraum, Differenzierungsraum, Toiletten für Große und Kleine, Schlafgelegenheiten und einen Flur. Sie werden auf Fundamenten stehen –  direkt neben dem Pavillon im unteren Grundstücksbereich auf einem Teil des Schützenplatzes. Erstmals kommen Mitarbeiter und Kinder dann laut Pohl „trockenen Fußes“ von einer in die andere Gruppe, die jetzt noch durch den Garten getrennt sind. „Es gibt einen überdachten Eingangs- und Übergangsbereich mit einem ebenerdigen Zugang in die Gebäudeteile“, sagte Severine Nicolaus vom Wachtberger Büro NC Architekten.

Es gibt eine Entwurfsplanung für einen Neubau am alten Standort

Mit ihrer Kollegin Katharina Chatterjee hatte sie eine – eigentlich beschlossene – Entwurfsplanung vorgelegt für ein neu zu errichtendes zweigeschossiges Gebäude am alten Standort Marienstraße. Rund 3,3 Millionen Euro würde das kosten. Allerdings prüft die Verwaltung seit dem Frühjahr auf Beschluss der Politik zudem die Möglichkeit, für die Kita ein neues Grundstück im Ort zu finden. Etwa 1600 Quadratmeter müsste das groß sein, inklusive Gebäude (560 Quadratmeter) und vorgeschriebener Außenfläche. „Wir haben einige Verkaufsverhandlungen geführt, aber es scheitert meist an der Größe“, zog der Bürgermeister ein Zwischenfazit. Ob auch am Geld, ließ er offen: Rund 1,1 Millionen Euro stünden im Haushalt für Grunderwerb zur Verfügung. Wobei Schmidt klarmachte, dass das nicht alles für die Kita reserviert sei.

Bei der Zeitschiene sei man weiterhin darauf angewiesen, dass der Kita-Bau der Limbach-Stiftung an der Alten Molkerei starte. Denn erst, wenn die „Schatzkisten“-Kinder aus ihrem Provisorium in den Neubau gezogen sind, können die Ließemer Kinder dieses vorübergehend nutzen – und ihr eigener Neubau wachsen. Schmidt, qua Amt Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, gab sich optimistisch, dass es in Berkum losgehe, sobald der Erdhaufen vom benachbarten Wohnprojekt abgeräumt ist. Auf Nachfrage erklärte Pohl, man habe eine Verlängerungsoption für die Anmietung der Container, aber der Aspekt Baurecht sorge dafür, dass diese Lösung endlich sei.  

Der Abriss des maroden Anbaus soll Anfang 2022 stattfinden

Für den Neubau der Ließemer Kita plant Pohl als grobe Bauzeit zwei Jahre ein, egal ob auf dem vorhandenen oder einem noch zu findenden Grundstück. „Wobei das schon sportlich ist“, sagte der Fachbereichsleiter. Bürgermeister Schmidt meinte, die Entscheidung über den Standort werde in den nächsten Wochen fallen. Besiegelt ist dagegen schon der Abriss des maroden Anbaus an der Marienstraße. Dieser soll Anfang 2022 beginnen.