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Vorhaben am Köllenhof: Heftige Debatte um Querungshilfe in Ließem

Vorhaben am Köllenhof : Heftige Debatte um Querungshilfe in Ließem

Die Gemeinde Wachtberg möchte am Köllenhof eine Querungshilfe bauen. Dass diese Maßnahme sinnvoll ist, ist unstrittig, über das Wie gab es jedoch eine heftige Debatte im Infrastrukturausschuss.

Dass der Wachtberger Verwaltung die Sicherheit ihrer großen und kleinen Bürger wichtig ist, hat sie nicht zuletzt nach der Abschaffung des Schülerspezialverkehrs bewiesen. Fast überall wurde nachgebessert an Haltestellen oder Schulwegen, bei denen Eltern Handlungsbedarf Bedarf sahen. Und so schickte Beigeordneter Swen Christian im Infrastrukturausschuss beim Punkt „Gehwegverbreiterung und Querungshilfe am Köllenhof“ einen Satz vorweg: „Es steht ja erst die Sicherheit im Vordergrund, dann folgt der Blick auf die Kosten.“ Vielleicht tat er das wohlweislich, denn das Thema wurde heiß diskutiert.

Wie berichtet, plant der Rhein-Sieg-Kreis den barrierefreien Ausbau der beiden Haltestellen „Am Köllenhof“ an der Ließemer Straße (K 14). Die Gemeinde Wachtberg wiederum möchte den Gehweg von der Haltestelle in Richtung Ortsmitte (Marienforster Weg) verlängern und am Köllenhof eine Querungshilfe anbieten, damit man zum Beispiel sicher zur Unterführung gelangen könne. Um durch Nutzung dieser wiederum von einer Seite der Kreisstraße zur anderen zu kommen. „Durch die gemeinsame Umsetzung der Maßnahme mit dem Kreis lassen sich bauliche und monetäre Synergien nutzen“, so Christian. Trotzdem müsste die Gemeinde 95.000 Euro zahlen – und sich davon noch 25.000 Euro genehmigen lassen.

Volker Gütten (CDU) sprach sich für den Schutz von Kindern aus: „Aber 700 bis 800 Bürger müssen dann über einen Engpass den Köllenhof verlassen, über den sie auch nur einspurig hinwegkommen.“ Da der Gehweg kurz vor der Querungshilfe von zwei Meter auf 2,50 Meter verbreitert werden soll, blieben nur noch 4,33 Meter Breite für eben jene Querungshilfe. „Vielleicht“, so Gütten, „kann man auch mit dem Landwirt verhandeln, den Gehweg zur Böschung hin zu verbreitern?“ Jetzt geschehe das zu Lasten der Straße. Fraktionskollege Christoph Fiévet wollte zunächst geklärt sehen, warum der Bürgersteig überhaupt breiter sein müsse an der Stelle.

Gütten schlug als Alternative vor, den Engpass weiter nach hinten auf den Marienforster Weg zu verlegen, um gefährliche Situationen durch Rückstau zu verhindern. „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass das Thema in die Ortsvertretung kommt“, forderte Gütten. Die Sitzung am 10. August war ausgefallen. Oliver Henkel (Grüne) erwiderte allerdings, dass es wegen der parallelen Planung mit dem Kreis keine Option gebe, „Ehrenrunden zu drehen“. „Zudem muss man bei Rückstaugefahr sonst das Gespräch mit dem Straßenverkehrsamt suchen“, meinte er.

Fraktionskollege Ingo Steiner warf die Frage auf, wem denn der Straßenraum gehöre: Autos oder Fußgängern. Er sei gegen die Aufhebung der Einengung. Die SPD war ebenfalls von der Vorlage nebst Planskizze der Verwaltung überzeugt. „Wir freuen uns darüber“, sagte Philipp Willert (SPD).

Fiévet stellte schließlich den Änderungsantrag, es bei zwei Metern Fußweg zu belassen. Doch die zusammen sieben Stimmen von CDU und UWG reichten nicht gegen die acht von SPD, Grünen, FDP und Unser Wachtberg. Die vorher ablehnende Mehrheit der Ausschussmitglieder stimmte schließlich dem Ursprungsantrag – und damit auch der Freigabe von 25 000 Euro im Nachtragshaushalt – zu. Im Nachgang zur Sitzung vom vergangenen Mittwoch betonte  jetzt Hartmut Beckschäfer als Vorsitzender der Ortsvertretung, dass sowohl sein Gremium wie auch Anwohner die Planung problematisch sähen. „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, wie sich Planer am grünen Tisch über die Warnung von Kennern der örtlichen Verhältnisse hinwegsetzen und für die Uneinsichtigkeit im Ausschuss gegenüber den vorgetragenen Bedenken“, so der CDU-Mann.