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Stichwahl in Wachtberg: Herausforderer Jörg Schmidt ist bereit für Neues

Stichwahl in Wachtberg : Herausforderer Jörg Schmidt ist bereit für Neues

Jörg Schmidt (CDU) will bei einem Sieg in der Stichwahl in Wachtberg mit seiner Verwaltungserfahrung punkten. Eine Schnellbuslinie zwischen Meckenheim und Godesberg wäre für ihn genauso wünschenswert wie der Ausbau der Internetversorgung.

An Selbstbewusstsein hat es Jörg Schmidt (CDU) in diesem Wahlkampf nicht gemangelt. Mit Sätzen wie „Wachtberg braucht Professionalität im Rathaus“ ist er nicht nur der Amtsinhaberin gegenübergetreten, sondern auch schon vorab seiner parteiinternen Mitbewerberin Barbara Hausmanns. Seine Verwaltungserfahrung samt Leitungsfunktion bei der Stadt Bonn trägt er wie eine Monstranz vor sich her. Warum ist ihm das so wichtig? „Weil ich glaube, dass es den rechtlichen Hintergrund für das Bürgermeisteramt braucht, aber auch eine Personalführung“, so der Adendorfer. Da sei derzeit in Wachtberg noch Luft nach oben. „Man kann nicht nur alle nett finden, Führung ist harte Arbeit, man muss eine Struktur reingeben“, meint er.

Im Wahlkampf besuchte er jede Ortschaft

Das Repräsentative dürfe natürlich nicht zu kurz kommen. Das hat er in den zurückliegenden Wochen schon mal geübt. Schmidt ist durch alle Ortschaften gelaufen, hat nach eigenen Angaben mit vielen Bürgern gesprochen. Und über alles auf Facebook und seiner Homepage mittels Video Buch geführt. Dort hat er auch versucht, seine Vorstellungen von der Schaffung von Wohnraum und dem gleichzeitigen Erhalt der Landschaft an Mann und Frau zu bringen. „Eine behutsame Weiterentwicklung ist möglich, im gültigen Flächennutzungsplan sind noch Areale übrig“, sagt der 57-Jährige. Ein weiteres Feld, bei dem es für ihn zwei Seiten gibt, ist die Landwirtschaft: „Wir müssen die Bauern stärken, aber auch gleichzeitig Rücksichtnahme einfordern.“

Womit der Bogen zum Klimaschutz schnell geschlagen wäre, dem er unter anderem mit der Verbesserung des ÖPNV-Angebots („eine Schnellbuslinie zwischen Meckenheim und Godesberg wäre toll“) oder begleitenden Radschnellwegen Rechnung tragen will. Er sei ein Mensch, der grundsätzlich gerne gestalte. „Ich möchte alles ein bisschen besser machen am Ende des Tages“, sagt Schmidt.

Steuererhöhungen sind für ihn  der letzte Schritt

Für ihn zählt dazu auch die Haushaltsaufstellung. „Wir müssen den Haushalt genau angucken und nicht über Steuererhöhungen nachdenken, denn bis jetzt ist jedes Jahr Geld zurückgegeben worden, 2018 sogar 2,5 Millionen Euro“, meint der Herausforderer. Es sei ihm unerklärlich, warum Maßnahmen in den Haushalt kämen, die man absehbar im jeweiligen Jahr nicht umsetzen könne – wie bei der Straßensanierung. Was ihm ebenfalls unlieb ist: Die Einnahmen zu erhöhen, nur um dann auch mehr auszugeben. Wird es also mit der CDU keine Steuererhöhungen geben? „Erst wenn alle Optionen ausgeschöpft sind“, betont er. Ob es einen neuen Eckwertebeschluss geben wird, lässt Schmidt offen, ergänzt aber: „Dass er nicht eingehalten werden konnte, liegt zu großen Teilen auch an den Belastungen durch die Hochwasserkatastrophe.“

Er möchte die Digitalisierung vorantreiben

Die Digitalisierung möchte er als Bürgermeister vorantreiben – in Schulen, den Orten und im Rathaus. „Die Leistungen dort sollten digital abrufbar sein.“ Dass eine gute Internetversorgung einen Standortvorteil biete, habe man während des Lockdowns gesehen. „Denn wenn in manchen Orten die Kinder im Netz sind, bleibt für die Eltern keine Leistung mehr übrig.“ Die Wirtschaftsförderung will er ausbauen, um ansässige Unternehmen zu halten und neue anzulocken. Nur wohin, wo doch das neue Gewerbegebiet vor allem IT- und Forschungsunternehmen vorbehalten ist. „Den Kriterienkatalog schauen wir uns nochmal an.“ Allerdings hat er ihn mit beschlossen.  

Sollte es am Sonntag nicht klappen, will er sich weiter als Ratsmitglied einbringen: „Es ist für mich klar, dass ich weitermache.“