Ehemaliges Hotel Dahl in Niederbachem Wachtberger Seniorenresidenz nimmt politische Hürde

Wachtberg-Niederbachem · Die ersten Details für die geplante Seniorenresidenz an Stelle des ehemaligen Hotels Dahl in Niederbachem stehen fest. Bei dem Projekt zeigt sich die Politik entscheidungsfreudig.

Blick auf das nicht mehr genutzte Hotel Dahl in Niederbachem. Hier soll eine Seniorenresidenz gebaut werden.

Blick auf das nicht mehr genutzte Hotel Dahl in Niederbachem. Hier soll eine Seniorenresidenz gebaut werden.

Foto: Axel Vogel

Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass das Hotel Dahl in Niederbachem schließen wird. Ein Käufer trat mit der Idee an die Öffentlichkeit, dort eine Seniorenresidenz zu errichten. Nach mehr als 40 Jahren Beherbergung und Bewirtung von Gästen ging die Immobilie an das Hamburger Unternehmen Cureus. Die Pläne dort gingen am Dienstagabend überraschend geschmeidig über die Bühne des Wachtberger Planungsausschusses.

Die Umsetzung erfolgt nun über die Cureus-Tochter Seniorenpark Wachtberg GmbH aus Winsen (Aller) nördlich von Hannover. Sie beantragt im Bereich Heideweg und Leyen-Kaulstraße die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit dem Ziel, das Areal einer städtebaulichen Neuordnung für die Nutzungen Seniorenpflege und Wohnen zuzuführen. Das teilt die Gemeinde mit.

Mittlerweile sind einige Details bekannt, die ein Vertreter der Gesellschaft im Ausschuss vorstellte. Die Wohnanlage auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück soll 100 stationären Pflege- und 20 Kurzpflegeplätzen sowie zehn Appartements Raum bieten. Städtebaulich sieht die vorgelegte Planung einen im Baufeld des ehemaligen Hotels gelegenen drei plus staffelgeschossigen Gebäudekörper vor, der – orientiert an den Straßen Heideweg und Leyenkaulstraße – U-förmig Richtung Norden in dreigeschossiger Bauweise fortgeführt wird. Übrigens: Der Neubau mit Flachdach wird etwas niedriger als das frühere Hotel.

Entlang des Heidewegs und der Leyenkaulstraße werden Baugrenzen überschritten, dafür soll südöstlich eine Gebäudeseite zurückspringen. Alles machbar, erfordert aber zur Schaffung des Baurechts die Änderung des Bebauungsplanes. Die Schaffung seniorengerechter Wohnraumangebote mit Pflegedienstleistungen in Niederbachem, dem mit rund 4250 Menschen einwohnerstärksten Ortsteil Wachtbergs, „ist gemeindeseits zu begrüßen“, so die Verwaltung. „Das Konzept bietet die Chance, ein im bestehenden Siedlungszusammenhang gelegenes brachliegendes vergleichsweise großes Areal im Umfeld bedeutender Naherholungsgebiete am Rodderberg einer neuen Nutzung zuzuführen.“

Die Seniorenpark Wachtberg GmbH will die Kosten übernehmen, die für die Schaffung des Baurechts und die Planung nötig sind. Für das Bauleitplanverfahren ist ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Gemeinde Wachtberg und der Seniorenpark Wachtberg GmbH abzuschließen.

Gemeinde sieht ein „starkes Signal“

Die Politiker gaben einstimmig grünes Licht für das Projekt und beauftragte die Verwaltung damit auch, diesen städtebaulichen Vertrag zu erarbeiten und dem Planungsausschuss zum Beschluss vorzulegen. „Das ist ein starkes Signal“, sagte ein zufriedener Beigeordneter Swen Christian zum Votum der Parteien.

 Die geplante Seniorenresidenz in Niederbachem.

Die geplante Seniorenresidenz in Niederbachem.

Foto: GA-Grafik

Das Hotel war beliebt

Das Hotel schloss seine Pforten im vergangenen Sommer. Fremde Gäste nutzten es gern, aber auch Anwohner für Taufen, Kommunionen oder Konfirmationen, Geburtstage und Hochzeiten sowie für Treffen zum Trauerkaffee. Das gemeinsam erreichte Alter und auch das in den letzten Jahren noch mal anspruchsvollere Umfeld habe die Entscheidung befördert aufzuhören, sagte damals Geschäftsführerin Marie Theres Roos.

„Cureus ist mit einem eigenen Team stets aktiv auf der Suche nach Grundstücken“, so das Unternehmen zur Standortwahl. Da es dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn an Wohnheimplätzen für Senioren mangele, schließe man hier weitere Projekte nicht aus und sei offen für Grundstücksangebote.

Bislang gibt es nur ein Seniorenheim in der Gemeinde Wachtberg. Das Limbachstift in Berkum bietet stationäre Pflege an mit 145 Plätzen in Ein- und Zweibettzimmern. Dazu dann noch Kurzzeitpflege, wenn Menschen vorübergehend auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Neben Niederbachem soll ein weiteres in der Pecher Wiesenau am Reitstall entstehen. Auch bei diesem Projekt, das schon seit Jahren in der Gemeinde läuft und immer wieder an die Bedürfnisse im Ort angepasst wurde, haben die Politiker nun die Weichen gestellt. Die jüngsten Pläne werden voraussichtlich im Frühjahr offengelegt.

Bei der Wiesenau gibt es das Erdgeschoss, drüber zwei Etagen mit 80 Pflegebetten sowie ein zurückgesetztes viertes Geschoss mit Funktionsräumen. Der etwa zwölf Meter hohe Bau ist kein Kasten, sondern an verschiedenen Stellen auf den Etagen zurückgesetzt. Der Neubau hat eine maximale Länge von 85 Metern, so der Plan.

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