Protest gegen Neubaugebiet in Wachtberg Initiative „Rettet die Burg Odenhausen“ hat rund 2000 Unterschriften übergeben

Wachtberg-Berkum · Die Eigentümerfamilie Vieten fürchtet um Burg Odenhausen, sollte in direkter Nachbarschaft ein Neubaugebiet in Berkum entstehen. Petra Vieten übergab Unterschriften an Bürgermeister Jörg Schmidt, darunter auch die von Olympiasieger Edwin Moses.

Petra Vieten überreicht Bürgermeister Jörg Schmidt die Unterschriften für die Burg Odenhausen.

Petra Vieten überreicht Bürgermeister Jörg Schmidt die Unterschriften für die Burg Odenhausen.

Foto: Gemeinde Wachtberg/ds

Die Eigentümerfamilie Vieten und der Initiativkreis „Freunde der Burg“ haben Wachtbergs Bürgermeister Jörg Schmidt rund 2000 Unterschriften gegen das geplante Neubaugebiet an der Burg Odenhausen übergeben. Die Dornieden-Gruppe plant auf dem angrenzenden, rund 3,5 Hektar großen Areal ein Neubaugebiet mit 126 Wohnungen. Bevor die Planungen konkreter werden, sind noch Voruntersuchungen und Gutachten nötig. Petra und Wolfgang Vieten, die die Burg Odenhausen 2005 gekauft haben, fürchten um die Sichtachsen und den Wasserzufluss für den Burggraben des denkmalgeschützten Gebäudes.

Den Aufruf „Rettet die Burg“ haben in den vergangenen Monaten neben vielen Wachtbergern und Touristen auch einige Prominente unterzeichnet, die die Vietens durch ihre Arbeit als Sportreiseveranstalter kennen. Auf der Unterschriftenliste der Petition haben Hürdenlauf-Olypiasieger Edwin Moses, der ehemalige Fußballfunktionär, Reiner Calmund, Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth, Fußballtrainer Peter Neururer, Fifa-Schiedsrichter Hellmut Krug und Ex-Fußballprofi Holger Fach unterschrieben.

Schmidt: Keine Baumaßnahme ohne neue Gutachten

„Es ist nie Absicht gewesen, die Burg in ihrem Bestand zu gefährden“, sagte Bürgermeister Schmidt beim Termin im Rathaus. Auch der Einwand zum Schutz und Erhalt der ländlichen Schätze sei nachvollziehbar. „Ich meine es mit offenem Herzen, dass mir an unserer schönen und einzigartigen Landschaft gelegen ist.“ Der Bürgermeister betonte erneut, dass es keine Baumaßnahme geben werde, ohne zuvor neue Gutachten eingeholt zu haben. Laut einem Gutachten aus dem Jahr 2013 wäre die Versorgung der Wasserburg durch die Quellen nicht infrage gestellt, so Schmidt. Weitere Gutachten sollten bei Fortschreiten der Planungen aktuelle Daten erbringen.

Letztendlich sei es eine Entscheidung der Politik, im Rat darüber zu entscheiden, ob eine Bebauung nach Prüfung aller notwendigen Parameter durchgeführt werden könne, so der Bürgermeister. CDU und Grüne hatten sich unter anderem bei einem gemeinsamen Pressetermin für das Neubaugebiet ausgesprochen.

Im vergangenen Jahr hat sich der Inititivkreis „Freunde der Burg“ formiert, der mit Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit auf die Bedeutung der Wasserburg aufmerksam machen will. Wie der Initiativkreis mitteilte, wurden beim ersten Treffen im neuen Jahr Uwe Rieken, Herwart Weinrich, Sabine Killmann, Christof Siefahrt und Ulf Hausmanns zu einer Leitungsgruppe berufen, die vom ehemaligen Wirtschaftsförderer der Gemeinde Wachtberg, Klaus Huse, unterstützt werde.

Die Initiative will „Schulter an Schulter mit der Familie Vieten“ alles für den Erhalt der Burg wie auch der Landschaft“ tun. „Wir teilen die Auffassung der aktuellen Burgbesitzer, die wie ihre Vorbesitzer über Generationen mit enormen finanziellen Mitteln und ideellem Einsatz ein historisches Bauwerk erhalten haben und erhalten, das für den Ort Berkum wie für die Gemeinde Wachtberg insgesamt einzigartig und identitätsbildend ist“, so die Initiative.

Sie weist darauf hin, dass es sich bei Burg Odenhausen um einen privaten Wohnsitz handele, der von den Eigentümern öffentlich zugänglich gemacht werde. Das und die Pflege von Burg und Park seien beispielhaft. „Von diesem gemeinsamen Engagement profitieren alle in Wachtberg“, so die Freunde der Burg. Deshalb will die Initiative in diesem Frühjahr verstärkt die alltägliche wie auch die historischen Beziehungen zwischen der Burg und ihrem Umfeldverdeutlichen.

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