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Geplante Seniorenwohnanlage in Pech: Investor holt Kapitalanleger mit ins Boot

Geplante Seniorenwohnanlage in Pech : Investor holt Kapitalanleger mit ins Boot

Nach den politischen Diskussionen über das geplante Seniorenwohnheim in Pech informieren Investor Wilfried Hack und der Troisdorfer Betreiber Wilfried Hack vor Ort. Einen Teil der Wohnungen können Kapitalanleger erwerben. Neues gibt es auch vom Reiterhof, der im hintereren Bereich liegt.

Nachdem in den politischen Gremien kürzlich Kritik an der geplanten Seniorenwohnanlage in der Wiesenau lautgeworden war, lud die Gemeinde nun zu einem Pressetermin vor Ort ein. Wie berichtet, waren die Umplanungen von Investor Wilfried Hack nicht bei allen Fraktionen auf Gegenliebe gestoßen. So wird sich die Einrichtung mit 80 stationären Pflegeplätzen, 16 Tagespflegeplätzen und 22 betreuten Servicewohnungen wie ein Riegel entlang der L158 aufbauen. Als zu massiv und im Ganzen zu hoch wertete vor allem Unser Wachtberg den Baukörper.

„Ich habe in meinen 25 Jahren Praxis noch nicht erlebt, dass es so viele Widerstände gibt“, meinte Hack in Richtung Politik und Bürger. Das sei ihm vor allem deshalb unbegreiflich, da sich die Zahl der über 80-Jährigen in Wachtberg im Vergleich zum Jahr 2000 fast verdreifacht habe. „Und doch haben Sie seit 1985 ein Seniorenheim in der Kommune“, so der Investor.

Die Investitionen belaufen sich auf 15,5 Millionen Euro

Aktuell befindet sich das 15,5-Millionen-Euro-Projekt kurz vor der Offenlage. Er hofft, dass es im Herbst Bauplanreife erlangt und rechnet mit rund 14 Monaten Bauzeit. Es sollen vor allem regionale Firmen zum Zug kommen, die den Block im KfW40Plus-Standard errichten. „Anfang 2023 wollen wir das Objekt übergeben“, sagte Hack, dessen Projekta-Gesellschaft aus Prüm auf die Projektierung und Errichtung von Senioren-Pflegeimmobilien spezialisiert ist.

Damit kommt Werner Brungs ins Spiel. Der Troisdorfer fungiert mit seiner Gesellschaft Bonifatius Seniorendienste als Generalmieter und Betreiber. Aktuell stehen zwölf Pflegeeinrichtungen im Rhein-Sieg-Kreis unter seiner Führung. „Wir werden hier mittelpreisiges Wohnen ermöglichen, wir sind keine Residenz“, führte er angesprochen auf die Mietpreishöhe an. Spannend könnte das Pecher Seniorenheim auch für Kapitalanleger werden. „Wir verkaufen einen Teil der 100 Einheiten an Miteigentümer, der Rest bleibt bei uns“, kündigte Hack an.

Wenngleich die Personalsituation deutschlandweit in der Branche angespannt ist, zeigt sich Betreiber Brungs optimistisch, die 40 Voll- und etwa 35 Teilzeitarbeitsplätze besetzt zu bekommen. „Wir rekrutieren auch Personal aus dem Ausland und arbeiten mit Albanien und Kolumbien zusammen“, erklärte der Troisdorfer.

Bliebe noch die Pecher Tierscheune. Um den Reiterhof hatte es im Ausschuss ebenfalls Gespräche gegeben. Beigeordneter Swen Christian hatte ausgeführt, dass die Nutzung als Reitanlage nicht zulässig sei und man mit dem Kreis in Kontakt stehe. Daraufhin meldete sich jetzt die Eigentümergemeinschaft Casser-Lünenbach-Strang beim GA und betonte, der Kreis prüfe in erster Linie einen Bauantrag zur Nachgenehmigung von kleineren An- und Umbauten. „Die Veränderungen gab es bereits, als wir das Grundstück gekauft haben“, betonte Felicitas Casser. Es gehe also eben nicht um eine Infragestellung der Reitanlage als solche.

Diese Einschätzung teilt der Rhein-Sieg-Kreis bislang, wie Antonius Nolden von der Pressestelle ausführte: „Das Bauaufsichtsamt hält nach erster Prüfung der Antragsunterlagen die Änderungen für genehmigungsfähig, weil sie auf einer wirksamen älteren Baugenehmigung der Anlage beruhen.“ Die Gemeinde sei daher aufgefordert worden, ihr Einvernehmen zu erteilen. „Die Tierscheune insgesamt steht nicht in Rede“, so Nolden. Warum der Beigeordnete die Lage anders beurteilt, muss offen bleiben. „Da es sich hier um ein laufendes Verfahren handelt, kann ich Ihnen hierzu leider keine Angaben machen“, sagte Pressesprecherin Margrit Märtens.