Oberbachemer Ortsvertretung Investoren planen Ferienappartements

Wachtberg · Ob als Gasthaus oder Unterkunft für Asylsuchende und Obdachlose - das Gebäude an der Dreikönigenstraße, mitten im Ortskern von Oberbachem gelegen, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Freilich wurde die Immobilie, die der Gemeinde Wachtberg gehört, in den letzten Jahren mehr und mehr zum Ärgernis für die Bürger vor Ort.

Denn nachdem das Haus zuletzt nur noch zeitweilig verpachtet worden war, "steht es seit rund fünf Jahren leer", teilte Stadtsprecherin Margrit Märtens mit. Umso erfreulicher war es für die Mitglieder der Ortsvertretung auf ihrer letzten Sitzung zu erfahren: Ein Investorenduo will das Haus zu Ferienappartements umbauen.

Laut Angelika Schmidt, Architektin aus Züllighoven, haben die Investoren Folgendes vor: Nachdem die Gemeinde eines des in drei Grundstücke parzellierten Areals verkauft hat und auf diesem nun ein Einfamilienhaus entstehen soll, wollen sich die Bauherren auf die zwei restlichen Parzellen konzentrieren und dort Ferienappartements errichten.

Angedacht sind laut Schmidt zwei Bauetappen. Dabei drehe sich alles allein um jene Parzelle, auf der das alte Gebäude steht. Dessen Anbauten wie Schuppen und Kegelbahn sollen nach Aussage der Architektin zunächst abgerissen, das alte Kerngebäude aber stehen bleiben und der Höhe der Nachbargebäude angepasst werden. Auch sei vorgesehen, die Fachwerkfassade anzugleichen. Geplant sind im ersten Schritt mindestens vier Ferienwohnungen. Wenn die sich erfolgreich vermieten lassen, führt die Architektin aus, folgt der zweite Bauabschnitt: Hinter dem Altbau soll ein Neubau mit einem Staffeldach entstehen, der Platz für zehn weitere Wohnungen hat.

Finden die Ferienwohnungen keinen Anklang, wollen die Investoren das Gebäude für betreutes Wohnen nutzen: "Ältere Herrschaften könnten dann hier ihren Lebensabend verbringen", erklärte Angelika Schmidt. So könne dann im Herzen von Oberbachem "ein richtiger Dorfplatz" entstehen. Dazu trage auch bei, dass die Bürger den Parkplatz der Anlage nutzen dürften, der auf der zweiten Parzelle angedacht ist. Angelika Schmidt sprach von insgesamt mindestens zehn geplanten Parkplätzen, die dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stünden, wenn kein Eigenbedarf besteht.

"Für unseren historischen Ortskern kann das Projekt ein großer Gewinn sein", resümierte Beate Wittstamm, Vorsitzende der Ortsvertretung. Bedenken habe sie allerdings, was die Parkplatzsituation angeht. Die zehn angedachten Stellplätze erschienen auch anderen Mitgliedern der Ortsvertretung wie Zuhörern zu gering angesichts von insgesamt 14 Wohnungen und nur zwei öffentlichen Parkplätzen an der Straße, Darum begrüßte die Ortsvertretung das Bauvorhaben unterm Strich, will aber nun bei dem für eine Entscheidung zuständigen Wachtberger Finanzausschuss durchsetzen, dass die Investoren mindestens 14 eigene Stellplätze anlegen.

Vorausgesetzt, es kommt zu einer Zustimmung der Politik und zu einem schnellen Vertragsabschluss, dürfte der Baubeginn nicht lange auf sich warten lassen, glaubt Architektin Angelika Schmidt: "Die Investoren wären am liebsten bereits dran."

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