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Probewahl in der Hans-Dietrich-Genscher-Schule Wachtberg : Jugendliche wählen Renate Offergeld

Probewahl in der Hans-Dietrich-Genscher-Schule Wachtberg : Jugendliche wählen Renate Offergeld

Genau wie die „Großen“ durften Schüler der Hans-Dietrich-Genscher-Schule den Wachtberger Bürgermeister wählen. Die Acht- bis Zehntklässler entschieden sich in der Mehrheit für die jetzige Amtsinhaberin Renate Offergeld.

Kurz vor den Sommerferien entschieden die Jugendfachkräfte Frank Fongern von der evangelischen Kirche, Claudia Schmidt von der Gemeinde Wachtberg, Maike Wilhelm von der katholischen Jugendagentur und Jugendleiterin Svenja Schnober, die U16-Wahl trotz Corona, jedoch im angepasst kleineren Format, durchzuführen. „Es gab immer wieder Änderungen als Reaktion auf die aktuelle Pandemiesituation“, sagte Schmidt. Dass die Wahl trotzdem eine gute Idee war, zeigte sich am Wahltag in der Hans-Dietrich-Genscher-Schule (HDG-Schule). Knapp 140 Schüler aus den Klassen acht bis zehn von insgesamt 310 Schülern der HDG-Schule kamen jeweils klassenweise mit ihren Lehrern in die Aula. Dort erwarteten sie originale Wahlkabinen und eine Originalurne, wie sie auch bei der „echten“ Wahl benutzt werden. Auch die Wahlzettel orientierten sich an den Orignalen, mit einem Unterschied. „Bei den Originalwahlzetteln ist eine Ecke abgeschnitten, und sie sind an verschiedenen Stellen gelocht“, erklärte Schmidt. Das sei als Orientierung für Menschen mit Sehbehinderungen bestimmt.

„Auf eurem Wahlzettel findet ihr drei Kandidaten. Wenn da keiner dabei ist, für den ihr eure Stimme abgeben wollt, braucht ihr auch kein Kreuz zu machen“, erklärte Politik- und Geschichtslehrerin Susanne Reiß-Kober den Jugendlichen der 9a. Weniger Kandidaten als Parteien gebe es, weil es nicht in jeder Partei Menschen gibt, die sich als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen.

Rund eine halbe Stunde lang nutzten die Jugendlichen für ihre Wahl und zur Orientierung anhand der weiteren Wahlzettel, die die Jugendfachkräfte zur Ansicht aufgehängt hatten. „Die Jugendlichen ab 16 Jahren dürfen bei den Kommunalwahlen zwar nur die Bürgermeister wählen, aber die Wahlzettel der Landtagswahlen und Bundestagswahlen sollten sie schon einmal gesehen haben“, sagte Schmidt.

Informiert hatte sich Ben (15) im Vorfeld schon ein wenig. Auch den von ihm präferierten Kandidaten hat er schon einmal persönlich kennengerlernt und einen positiven Eindruck gewonnen. „Deshalb habe ich ihn auch gewählt“, sagte der Neuntklässler. Im Hintergrund setzten sich auch seine Klassenkameraden mit den Vorzügen des einen oder des anderen Bürgermeisterkandidaten auseinander.

Fongern wertete das als guten Erfolg: „Die jungen Menschen beschäftigen sich mit der Politik und den Kandidaten, die sie irgendwann selbst in echten Wahlen wählen können.“ Ebenso wie die aktiven Jugendfachleute konnte sich Schulleiter Hendrik Heimbach vorstellen, eine solche Veranstaltung bei der Jugendratswahl im April 2021 noch einmal in dieser Konstellation durchzuführen. „Es ist wichtig, den jungen Leuten das Handwerkszeug mitzugeben. Das ist das, was politische Bildung ausmacht“, fand Heimbach.

Im Ergebnis sprachen sich von 139 U16-Wählern 61 für Renate Offergeld aus, 42 gaben Jörg Schmidt ihre Stimme. Oliver Henkel landete nach dem Votum der Jugendlichen mit 35 Stimmen auf Platz drei, eine Stimme war ungültig.