Abwasserreinigung in Wachtberg Das Klärwerk in Pech soll wachsen

Wachtberg · Das Klärwerk in Pech soll wachsen, die Anlage in Arzdorf soll hingegen aufgegeben werden. Insgesamt planen die Gemeindewerke für dieses Jahr Investitionen von 4,3 Millionen Euro.

 Die Kläranlage in Arzdorf lassen die Gemeindewerke bis Ende des Jahres zurückbauen.

Die Kläranlage in Arzdorf lassen die Gemeindewerke bis Ende des Jahres zurückbauen.

Foto: Axel Vogel

Rund 4,3 Millionen Euro wollen die Gemeindewerke in diesem Jahr investieren. Das geht aus dem Wirtschaftsplan für 2023 hervor, den die Anstalt des öffentliches Rechts unlängst vorgestellt hatte. Das sind rund 1,9 Millionen Euro weniger als noch im Jahr zuvor. Ein Schwerpunkt wird dabei neben Maßnahmen zur Überflutungsvorsorge vor allem auch der Rückbau der Kläranlage in Arzdorf sein.

Damit verbleiben nicht mehr viel Klärwerke auf Gemeindegebiet. Zunächst die Kläranlage in Züllighoven, die die Gemeindewerke zusammen mit dem Abwasserzweckverband Remagen betreiben. Dort wird das Abwasser aus Werthhoven, Züllighoven und Oedingen gereinigt. Und dann noch das Klärwerk bei Pech. Den Standort wollen die Gemeindewerke nach Lage der Dinge zukünftig stärken.

Rückbau in Arzdorf ist bereits im Gange

Fest steht derweil: „Die Kläranlage Arzdorf wird als Abwasserbehandlungsanlage aufgegeben“, bestätigt Katharina Hark, Vorständin der Gemeindewerke auf Anfrage: „Die Umbauarbeiten dazu werden zurzeit ausgeführt.“ Voraussichtlich im Laufe des Jahres soll das Projekt dort abgeschlossen sein. Die Kläranlage Arzdorf entstand im Jahr 1978 unter der Federführung des Abwasserverbands Obere Swist. Da Umweltbelange eine immer größere Rolle spielten, hatten die Gemeindewerke auch in der Arzdorfer Anlage die technische Möglichkeit geschaffen, einen vorhandenen Phosphatüberschuss aus dem Wasser zu entfernen.

Angesichts weiter verschärfter gesetzlicher Vorgaben in Sachen Umweltverträglichkeit stand man bei den Gemeindewerke aber letztendlich vor der Wahl, die technische Ausstattung zu modernisieren oder sie zugunsten benachbarter Anlagen stillzulegen und die Abwässer umzuleiten. Laut Vorständin Hark sei dann die Entscheidung zur Stilllegung und Rückbau gefallen. Der Standort dort wird freilich nicht komplett aufgegeben: Herzstück ist jetzt das neue Pumpwerk, das im vergangenen Jahr errichtet wurde und das die Arzdorfer Abwässer über Holzem in das Pecher Klärwerk pumpt.

Zum Verständnis: Nicht alles Abwasser wird auch im Ländchen gereinigt. Der Ort Adendorf leitet sein Abwasser an den Erftverband weiter. Das Abwasser aus Berkum, Gimmersdorf, Oberbachem mit Kürrighoven und Niederbachem fließt über Mehlem ins Rheinauen-Klärwerk. Dort landen auch die Abwässer von Ließem, allerdings über Lannesdorf.

Auswirkung auf künftige Wohngebiete

Was die Abwassereinigung in Eigenregie angeht, wollen sich die Gemeindewerke vor allem auf den Standort Pech konzentrieren: „Zukünftig ist eine Anpassung der Kläranlage Pech sehr wahrscheinlich“, betont Hark. Laut der Vorständin würden „zeitnah Messungen durchgeführt, um mögliche Anpassungen frühzeitig planen zu können“. Denn die Anpassung des Klärwerkes sei abhängig von der zukünftigen Entwicklung Wachtbergs, „wo und wie viele neue Wohngebiete und Gewerbegebiete erschlossen werden“.

Und Katharina Hark weiter: „Alle Reinigungsstufen müssen das Abwasser so reinigen, dass die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden können.“ Zudem gehe es darum, die einzelnen Becken der Reinigungsstufen so zu dimensionieren, dass diese die zusätzlichen Mengen auch aufnehmen können. Das Klärwerk bei Pech, wo das Abwasser von Pech, Villip, Villiprott und Holzem gereinigt wird, entstand in den 70er Jahren. 2002 war die Anlage umfangreich erweitert und modernisiert worden.

Bleibt noch die Frage nach der Zukunft des Geländes der ehemaligen Kläranlage an der Ölmühle bei Villip. Dazu sagt Vorständin Hark: „Das Gelände wird derzeit als Lagerplatz und Schlammspeicher genutzt.“ Abnehmer seien Landwirte.

Zudem sei aber auch der neue Klärschlammbehälter auf der Kläranlage Pech fertiggestellt und in Betrieb. Die Speicher- und Lagerplatzkapazitäten auf der ehemaligen Villiper Kläranlage wollen sich die Gemeindewerke erhalten. „Des Weiteren laufen Berechnungen, wie die vorhandenen Becken umgenutzt werden können beziehungsweise welche rechtliche Vorgaben es für eine Umnutzung gibt.“ Angedacht sei ein Rückhaltebecken, wodurch das Gewässer hydraulisch und stofflich entlastet werden soll. „Dazu wird derzeit ein Gutachten durchgeführt.“ Weitere Infos dazu gibt es auf der nächsten Verwaltungsratssitzung am 18. April um 18 Uhr Uhr im Sitzungssaal.