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Nach Unfall am Sonntag: Kreuzung in Wachtberg für Polizei bislang unauffällig

Nach Unfall am Sonntag : Kreuzung in Wachtberg für Polizei bislang unauffällig

Eine 36-jährige Pedelec-Fahrerin wurde am Sonntagabend bei einem Unfall auf der Pecher Landstraße in Villip schwer verletzt. Für die Polizei ist diese Stelle aber eher unauffällig, obwohl es nicht der erste Unfall dort war.

Erneut hat sich an der Kreuzung Am Wachtberg­ring/Pecher Landstraße (L158) ein schwerer Unfall ereignet. Dabei wurde am Sonntagabend eine Pedelec-Fahrerin schwer verletzt. Wie die Bonner Polizei mitteilte, war ein 71-jähriger Autofahrer gegen 20 Uhr auf der L158 von Pech in Richtung Villip unterwegs. Nach ersten Ermittlungen übersah er die rote Ampel und fuhr in den Kreuzungsbereich ein. Dort erwischte er die 36-jährige Radlerin, die über die Fußgänger- beziehungsweise Radfahrerfurt an der Ölmühle in Richtung Wachtbergring wollte.

Bei dem Versuch, der Frau noch auszuweichen, touchierte der Autofahrer nach Angaben der Polizei das Auto eines 28-Jährigen, welcher gerade dabei war, vom Wachtbergring auf die L 158 nach links abzubiegen. Die Pedelec-Fahrerin zog sich unter anderem Verletzungen am Kopf zu und kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Der Unfallverursacher und der 28-Jährige blieben unverletzt. Nach GA-Informationen könnten gesundheitliche Probleme des 71-Jährigen ursächlich für den Unfall gewesen sein. Die Unfallstelle war am Sonntagabend in beide Richtungen gesperrt, die Freiwillige Feuerwehr unterstützte bei der Unfallaufnahme und leuchtete die Unfallstelle aus.

Weiterer Unfall im Juni

 Schon im Juni hatten Polizei und Rettungskräfte zu der Kreuzung ausrücken müssen. Seinerzeit war ein Mazda nach einer Kollision im Garten einer Familie gelandet. Nach Aussage der Polizei ist der Unfallhergang noch nicht abschließend geklärt. Vermutlich hatte der 66-jährige Fahrer des Mazda ebenfalls die rote Ampel an der Kreuzung L158/Am Wachtbergring übersehen und war dann ungebremst auf einen Opel Corsa aufgefahren, der wegen der Rotphase an der Kreuzung ordnungsgemäß gehalten hatte.

Durch den Aufprall hatte sich der Mazda überschlagen und war anschließend eine Böschung hinunter in den Garten einer Familie gestürzt. Fünf Schwerverletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.

Polizei hält Stelle nicht für Unfallhäufungsstelle

Für die Polizei ist die Stelle dennoch eher unauffällig. Wie Polizeisprecher Michael Beyer am Montag auf Anfrage sagte, notierten die Beamten für 2018 und 2019 keine meldepflichtigen Unfälle. „Das sind Unfälle, bei denen jemand getötet wurde, schwer oder leicht verletzt ist oder es einen hohen Sachschaden gibt“, erklärte Beyer. In diesem Jahr habe es bis Juni drei Verkehrsunfälle gegeben. Selbst mit dem vierten Unfall von Sonntag handele es sich nicht um eine Unfallhäufungsstelle. Denn da mehr als 19.000 Autos pro Tag dort passieren, „müssten es dafür vier Unfälle gleicher Art sein“, so der Polizeisprecher.

Bei der Gemeinde Wachtberg gibt es laut Beigeordnetem Swen Christian und Ordnungsamtschef Markus von Wirtz bislang keine Beschwerden von Bürgern zur Kreuzung. „Die Lage hat sich sehr entspannt, nachdem die Spuren von Meckenheim kommend entzerrt wurden und man leichter nach links auf den Wachtbergring abbiegen kann“, sagte von Wirtz. Es gebe nun bedeutend weniger Rückstau an der Ampel und dadurch einen besseren Verkehrsfluss. „Und was die Radler angeht, sehe ich sie eher über die Wirtschaftswege von Villip nach Pech fahren und umgekehrt“, meinte der Ordnungsamtschef.

Die Ortsgruppe Wachtberg des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sieht dagegen eine starke Nutzung der Strecke, aber ebenfalls keine Probleme. „Durch die Messstelle des Kreises wissen wir, dass vor allem seit März viele Radler die Kreuzung passieren“, so Sprecher Erwin Schweisshelm. Seit Januar waren es 54.574 Radler insgesamt, am 6. April registrierte das Messgerät 2436 Radfahrer in beide Richtungen. „Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann bislang nur, dass die Aufstellfläche an der Ampel unten am Wachtbergring sehr klein ist für Radfahrer“, meinte Schweisshelm. Die Problemkreuzung sei weiterhin diejenige am Einkaufszentrum an der Kreuzung zur Rathausstraße/Fraunhoferstraße. Sie gilt als Unfallhäufungsstelle.