Besondere Ehrung für fleißige Werthhovener Mal eben für 40 Leute kochen

Wachtberg · Ordentlich rackern für den Zusammenhalt im Ort, und das über Jahrzehnte. Und auch noch umsonst. Drei Werthhovener beweisen, wie man sich sinnvoll engagieren kann. Dafür gibt es nun eine Belohnung.

Für mehr als 25 Jahre ehrenamtliches Engagement gewürdigt: (v.l.) Gisela und Hans-Joachim Duch, Roswitha Jahn und Bürgermeister Jörg Schmidt.

Für mehr als 25 Jahre ehrenamtliches Engagement gewürdigt: (v.l.) Gisela und Hans-Joachim Duch, Roswitha Jahn und Bürgermeister Jörg Schmidt.

Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

Sie haben sich jahrelang für andere engagiert, ohne einen Cent dafür zu verlangen. Und alle drei kommen auch noch aus Werthhoven. So haben Roswitha Jahn sowie Gisela und Hans-Joachim Duch nun die Jubiläums-Ehrenamtskarte NRW erhalten. Die Auszeichnung nahm Bürgermeister Jörg Schmidt im Rathaus Berkum vor.

Die drei Empfehlungen für die Karte hatte Wachtbergs Ehrenamtskoordinatorin Katja Ackermann im Oktober erhalten. Sie prüfte die Anfragen und gab grünes Licht. So kamen Jahn und die Duchs gut gelaunt zur Feierstunde ins Rathaus. Schnell drehte sich das Gespräch um die Bürgeraktivitäten im Ort – da macht den Dreien kaum einer was vor.

Hans-Joachim Duch kennen viele nur als Alwin. Er ist das Gesicht des Werthhovener Bürgervereins. Als Vorsitzender setzt er sich seit über 25 Jahren für das dörfliche Miteinander ein. So initiiert er Aktionen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken: Martinsfeiern, Sommerfeste, Ausflüge und vieles mehr.

Der Pössemer Treff ist gesellschaftlicher Mittelpunkt geworden. Dass das so ist, ist auch Alwin zu verdanken. „Mit Energie und Tatkraft, mit viel Begeisterungsfähigkeit und ebensolcher Geduld hat er mit einer ebenso überzeugten Helferschar die sich letztlich über Jahre hinziehende Neugestaltung des Dorfsaals betrieben“, so Gemeindesprecherin Margrit Märtens.

„Ich frage mich heute, wie ich das damals neben meinem Job auch noch ehrenamtlich geschafft habe“, meinte Hans-Joachim Duch. „Das war auch die Dorfgemeinschaft“, gibt er das Lob weiter. Alle zusammen zogen an einem Strang, das ist laut der Gemeinde Duchs großer Verdienst – auch heute noch.

Seine Frau Gisela hat immer kräftig mitgewirkt. Voller Stolz erinnerte sich ihr Mann daran, wie diese während der Bauphase an den Wochenenden die Pössemer-Truppe bekocht hat: „Und das will was heißen. Für 40 Leute kochen auf dem heimischen, kleinen Herd.“

Ab und zu gab’s auch einen Ausflug

Aber ihr Engagement hat schon früher angefangen, noch vor dem Bau des Dorftreffs – mit der Elterninitiative Kindergarten. Werthhoven bekam schließlich seine Kita, und Gisela Duch brachte sich fortan in der Jugendarbeit ein. Inzwischen liegt die in professionellen Händen und hat seinen festen Platz im Pössemer Treff.

Damals aber, erinnerte sich Duch, gab es nichts für Kinder und Jugendliche im Ort. Da sei sie kreativ geworden und habe, mit Roswitha Jahn, Aktivitäten organisiert. Einmal in der Woche, immer donnerstagnachmittags, boten sie Spiel und Spaß für rund 15 Kinder. Ab und zu gab’s auch einen Ausflug.

An diese Zeit erinnerte sich Jahn noch lebhaft und dabei leuchteten ihre Augen. Ebenfalls über viele Jahre hat sie die Jugendarbeit begleitet. Im Bürgerverein zählt Jahn zum festen Helferkreis, aber sie setzt sich auch anderweitig ein. „Ich bin politisch interessiert. Es gibt so viele, die meckern, aber wenn ich’s nicht an der richtigen Stelle äußere, kann es ja keiner machen“, sagt sie. So sei sie vor rund zehn Jahren zur Kommunalpolitik gekommen, zuerst als sachkundige Bürgerin, seit zwei Jahren wirke sie nun in der Arbeitsgruppe Integration mit.

Gisela und Hans-Joachim Duch, Ende der 1980er-Jahre nach Werthhoven gezogen, und Roswitha Jahn als Ur-Werthhovener seien ein gutes Beispiel dafür, wie gemeinsames ehrenamtliches Engagement das bürgerschaftliche Miteinander beflügelt, so Märtens. „Wir hatten nie viele Vereine in Werthhoven, der Bürgerverein ist jetzt ein großer Verein“, freut sich Hans-Joachim Duch rückblickend. Der Pössemer Treff habe die Dorfgemeinschaft einander noch nähergebracht, „seit dem Bau hat sich die Mitgliederzahl auf 150 erhöht“. Und der Dorftreff sei fast täglich belegt.

Mit der besonderen Jubiläums-Ehrenamtskarte NRW würdigen das Land, die Kreise und Kommunen mehr als 25 Jahre ehrenamtlich tätige Personen. Verbunden mit ihr ist eine lebenslange Gültigkeit in Verbindung mit zahlreichen lokalen und NRW-weiten Vergünstigungen, etwa für Schwimmbäder, Museen, Theater, Kinos.