Übung für Malteser und Jugendfeuerwehr Rettungsnachwuchs probt in Meckenheim den Ernstfall

Meckenheim · Großübung für die Jugendabteilungen der Meckenheimer Malteser und von Jugendfeuerwehren aus Wachtberg. Wie der Rettungsnachwuchs die Herausforderungen des fiktiven Notfalls im Meckenheimer Gymnasium meisterte.

 Rettung Hand in Hand: Jugendliche der Wachtberger Feuerwehr tragen während der Übung eine „Verletzte“ aus dem Schulgebäude, eine Nachwuchssanitäterin der Meckenheimer Malteser kümmert sich um sie.

Rettung Hand in Hand: Jugendliche der Wachtberger Feuerwehr tragen während der Übung eine „Verletzte“ aus dem Schulgebäude, eine Nachwuchssanitäterin der Meckenheimer Malteser kümmert sich um sie.

Foto: Stefan Knopp

Eine Frau läuft unter Schock zu einem Sanitäter der Meckenheimer Malteser, Gesicht und Arme blutverschmiert. Ihr Auto brennt: Und das unmittelbar vor dem Meckenheimer Konrad-Adenauer-Gymnasium, in das der Rauch hineinzieht. Bei der ausbrechenden Panik im Schulgebäude gibt es Verletzte. Weitere Einsatzkräfte rücken an, Malteser und Feuerwehr arbeiten Hand in Hand, löschen das Auto und betreten gemeinsam die Schule. In der Aula und im Obergeschoss müssen sie Leute versorgen, aber nur notdürftig: Wegen drohender Rauchvergiftung müssen die Betroffenen so schnell wie möglich raus. An eins der Fenster legen die Feuerwehrleute eine Leiter an. Sie kommen auf diesem Weg aber nicht ins Gebäude: Das Fenster, das eigentlich offen sein sollte, lässt sich von außen nicht öffnen.

Bedingungen (fast) wie bei einem echten Einsatz

„Wäre das jetzt ein echter Einsatz, wäre das kein Problem“, sagte ein Feuerwehrmann. Aber bei einer Übung darf man ja nicht einfach so ein Fenster einschlagen. Für eine solche hatte die Stadt Meckenheim am Samstagnachmittag ihr Gymnasium zur Verfügung gestellt. Die Jugendabteilungen der Meckenheimer Malteser und der Jugendfeuerwehren aus Berkum und Adendorf in Wachtberg sollten gemeinsam die Situation meistern. Natürlich brannte dort kein echtes Auto, sondern ein „fiktives“ in Form eines Trainingsgerätes, das immer wieder Flammen ausspuckte.

Am liebsten hätte man im Schulgebäude auch mit Kunstnebel gearbeitet, sagte Justin Schmitz, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg. Aber dem hatte die Stadt nicht zugestimmt: Der Nebel hätte den Feueralarm auslösen können, und danach hätten viele Rauchmelder ausgewechselt werden müssen. Drum beließ man es dabei, dass es in der Schule dunkel war und die Nachwuchs-Rettungskräfte mit Taschen- oder Stirnlampen arbeiten mussten.

Die Feuerwehrleute mussten dabei vorrangig den Brand draußen bekämpfen und im Gymnasium die Malteser unterstützen und womöglich verschlossene Türen öffnen. Die Meckenheimer Sanitäter behandelten draußen die „Verletzten“, wobei die Helfer der Realistischen Unfalldarstellung, die auch von Freunden aus Luxemburg unterstützt wurden, wieder gute Schminkarbeit geleistet hatten. Dabei wurde das Evakuieren eines Gebäudes geübt und die Jugendlichen konnten sich in der Ansprache und Betreuung von verwirrten Patienten beweisen. Auch Mitglieder des Jugendrotkreuzes Rheinbach und der dortigen Rettungswache sowie die Schulsanis des Gymnasiums waren laut Lena Wilhelmy, Pressesprecherin der Malteser in Meckenheim, mit dabei.

Teamarbeit und Kooperation sind das A und O

Es ging darum, Kooperationen zu stärken und natürlich einen Ernstfall durchzuspielen, in dem mehrere Rettungsorganisationen zusammenarbeiten müssen. Denn das kommt ja immer wieder vor. Die Wachtberger Jugendfeuerwehrleute rückten mit zwei Löschfahrzeugen, einem Mannschaftstransporter und einem Gerätewagen an, etwa 20 Leute, sagt Schmitz. Die Malteser Jugend wusste zwar, dass es die Großübung geben würde, aber nicht, wann. Sie waren zu Gruppenübungen und Erste-Hilfe-Kursen an der Dienststelle zusammengekommen, und am Nachmittag ging dann plötzlich der Notruf ein.

Das war schon spektakulär. Die Malteser-Jugend hatte auch im letzten Jahr eine solche Großübung mit der Jugendfeuerwehr Meckenheim durchgeführt, außerdem eine 24-Stunden-Übung, zu der sie die Wachtberger Jugendfeuerwehr eingeladen hatte. Mit der Übung vom Samstag habe man sich dafür revanchiert, sagte Malteser-Ortsjugendsprecher Matthias Menden. Die soll außerdem dazu dienen, Werbung zu machen. Aktuell kämen jeweils acht bis zehn Nachwuchs-Malteser zu den Gruppenstunden der Kids und der Jugend (siehe Infokasten). Vor Corona seien es jeweils doppelt so viele gewesen. „Aber es geht bergauf.“ Bei den Hilfsorganisationen in Meckenheim sind die Malteser laut Menden die Einzige mit ausgeprägter Jugendarbeit.

Warum machen die jungen Leute dort mit? „Ich finde, es ist eine gute Freizeitbeschäftigung, in der man sehr viel lernt und mit vielen netten Leuten zusammenarbeitet“, sagte Simon (15). Hannah (13) stimmte zu. „Ich bin bei den Maltesern, weil es sehr lehrreich ist und Spaß macht. Seitdem ich klein bin, interessiere ich mich dafür, anderen Menschen zu helfen.“ Beide waren nach der Übung erschöpft, aber zufrieden. „Mein Übungshighlight war die Zusammenarbeit aller bei der Patientenversorgung“, sagte Simon. Und Hannah gefiel vor allem, „dass wir die Verletzten wirklich behandeln durften“.

Dazu wurden Fotos und Videos gemacht, die bei den Maltesern auf die Homepage gestellt werden, aber auch bei der Wachtberger Jugendfeuerwehr. Dort kann man sich laut Schmitz zwar nicht über Nachwuchsmangel beklagen, aber je mehr, desto besser. Deshalb wolle man das Social-Media-Angebot ausbauen und auch dafür werben, dass die Jugendfeuerwehr auch etwas für Mädchen ist.

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