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Einsatz von Fördermitteln in Wachtberg: Neue Dächer dank Sportförderung

Einsatz von Fördermitteln in Wachtberg : Neue Dächer dank Sportförderung

Der SV Wachtberg und der Reit- und Fahrverein Oberbachem nutzen die finanzielle Zuwendung des Landes für Bauprojekte – doch aktuelle Turbulenzen machen es den Bauwilligen allerdings nicht ganz einfach.

Knapp 110 000 Euro fließen laut Staatssekretärin Andrea Milz aus dem Sportfördertopf „Moderne Spielstätte 2022“ nach Wachtberg. Profitieren wird neben dem SV Wachtberg der Reit- und Fahrverein Oberbachem. In beiden Fällen wollen die Aktiven das Geld in Dächer stecken. Aktuelle Turbulenzen machen es den Bauwilligen allerdings nicht einfach.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen spürbaren Beitrag zur Modernisierung unserer Sportstätten in Nordrhein-Westfalen zu leisten“, so Milz. Für den Reit- und Fahrverein bedeutet das den Abschied von einem brüchigen, kaum noch reparablen, teilweise asbestbelasteten Reithallendach aus dem Jahr 1968, das 2002 um rund 30 Meter in der Länge ergänzt wurde. „Die Dachfläche kann man nicht mehr betreten, die Platten splittern“, sagte die Vorsitzende des Vereins, Christiane Camp. Deshalb habe man bereits eine Lichtplatte nicht mehr reparieren können. Ein Kran habe schließlich eine neue Platte über die defekte gelegt, um das Dach wenigstens notdürftig abzudichten. Auch wenn die Freude über den Beitrag des Landes von 98 000 Euro groß ist, sieht die aktive Reiterin pandemiebedingt schwierige Aufgaben auf den Verein mit rund 225 Mitgliedern zukommen.

„Unser größtes Problem ist, Handwerker zu bekommen“, sagte sie. Außerdem sei die Basis des Förderantrags der erste Kostenvoranschlag von etwa 160 000 Euro gewesen. Weil andere Länder aktuell den Holzmarkt quasi leerkauften, seien die Marktpreise in diesem Bereich teilweise bis zu 50 Prozent gestiegen. „In unserem Fall bedeutet das 40 000 bis 50 000 Euro mehr“, so Camp. Das könne ihr Verein mit coronabedingt klammer Kasse nicht stemmen.

Gedanken machen über eine Alternative

Normalerweise veranstalten die Reiter in der Grube Laura an Pfingsten ein Turnier mit drei bis viertausend Besuchern. „Diese Einnahmen fehlen uns jetzt zum zweiten Mal“, erläuterte Camp die Situation. Zurzeit sucht der Verein nach einer Lösung. „Vielleicht eine andere Dachform. Oder wir müssen hoffen, dass das Dach noch einen Winter hält und dass der Markt sich bis zum nächsten Jahr wieder normalisiert hat“, so die Vorsitzende.

Zudem müsse man mit mindestens einem halben Jahr Lieferzeit für das Material rechnen. Mit den Zuständigen In Düsseldorf hat Camp bereits über das Problem gesprochen. Bis Mitte 2023 muss das Bauvorhaben abgeschlossen sein, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

Ähnliche Probleme plagen die Verantwortlichen des SV Wachtberg. Die Begeisterung bei der Sportstättenförderung zum Zuge gekommen zu sein war groß, berichtete der Vorsitzende Bruno Frings. Immerhin 10 700 Euro steuert das Land zu einem Dach und der Reparatur des Kunstrasens bei. „Wir wollen das Dach so verlängern, dass die Leute auch im Essbereich geschützt stehen können“, erklärte der Vorsitzende des Vereins Bruno Frings. Die Reparaturen an sich lösenden Stoßkanten der Kunstrasenflächen und im stark strapazierten Torwartbereich soll die Gesamthaltbarkeit des Kunststoffkonstrukts aus dem Jahr 2009 um drei bis vier Jahre verlängern. „Dann müssen wir uns insgesamt um eine neue Lösung Gedanken machen“, so Frings.