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Standort unmittelbar an Neubaugebiet: Neuer Ärger mit Altglascontainern in Wachtberg

Standort unmittelbar an Neubaugebiet : Neuer Ärger mit Altglascontainern in Wachtberg

Nachdem Anwohner der Austraße in Niederbachem einen neuen Standort fordern, stellt sich die Frage auch in anderen Orten.

Manche Standorte für Altglascontainer werden für Anwohner oft zum Ärgernis. So wie zuletzt berichtet am Sportplatz an der Austraße in Niederbachem. Dorten machen sich sieben Anlieger für einen anderen Standort stark, vor allem weil aus ihrer Sicht von wild entsorgtem Müll an den Container Gefahren ausgehen würden. Die Gemeinde sieht das anders. Auch andernorts im Drachenfelser Ländchen ploppt das leidige Problem derzeit auf: Nämlich in Adendorf. Zudem dürfte es in Ließem bald Diskussionen über einen neuen Container-Standort geben.

Erst Anfang des Jahres teilte das Ordnungsamt der Gemeinde mit: Die Glascontainer am „Grimmersdorfer Weg“ in Adendorf wurden entfernt. „Derzeit wird nach einem neuen Standort gesucht, dies geschieht in enger Absprache mit dem Ortsausschuss“, heißt es weiter in der Mitteilung. Das Altglas könne weiter wie gehabt in den Glascontainern, die an der „Erhard-Fischer-Straße“ (hinter der Tankstelle) und an der „Schützenstraße“ / Ecke „Auf der Hostert“ stehen, entsorgt werden. Zu den Gründen, warum ein neuer Standort gesucht wird, machte die Verwaltung allerdings keine näheren Angaben.

Dafür ist Volker Gütten informiert. Gütten war bislang Vorsitzender der alten Ortsvertretung, der neue Ortsausschuss konnte sich wegen der Corona-Pandemie noch nicht konstituieren. Der bisherige Containerstandort liegt unmittelbar an einem Neubaugebiet und daher wurde der vorgeschriebene Abstand teilweise deutlich unterschritten.“ Von einigen Grundstücken sei der Containerstandort nur noch fünf bis sechs Meter entfernt gewesen: „Das ist nicht zulässig“, unterstreicht Gütten. Anwohner hätten sich daher an die Gemeinde und ihn gewandt: „Das ist auch absolut nachvollziehbar“, so Gütten: „Es kann nicht sein, dass der Wohnwert durch die Nähe zu einem solchen Standort eklatant sinkt, auch mit Blick auf die Geruchsbelästigung.“

Zumal es auch noch zwei andere Standorte im Ort gebe, wo die Adendorfer ihr Altglas entsorgen könnten. Wenn sich der neue Ortsausschuss konstitutiert habe, müssen man über einen neuen Standort diskutieren, möglicherweise könne man auch einen der beiden vorhanden Standorte „zentraler“ legen. Das Thema „Erreichbarkeit“ gerade für ältere Menschen ohne Auto bleibt für Gütten nämlich wichtig. Daher dürften möglicherweise Standorte wie in Arzdorf, wo die Glascontainer außerhalb des Ortes an der Kläranlage sehen oder in Gimmersdorf nahe des neuen Kreisels an der Umgehungsstraße, eher weniger infrage kommen.

Beigeordneter Swen Christian hatte bereits bei der Diskussion um den Standort Austraße in Niederbachem auf Folgendes hingewiesen: Für die Beurteilung eines Standortes seien eine Reihe von Punkten maßgebend, wie eine gute Erreichbarkeit auch ohne Auto und die Containerfahrzeuge. Weitere Punkte sind laut Christian eine geeignete Größe der Fläche und Topografie, zudem müsse sie der Gemeinde gehören. Ganz wichtig zudem: Nach Aussage des Amtes für Umwelt und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises müsse auf die von Gütten bereits angesprochene, notwendige Mindestentfernung zu umliegenden Häusern geachtet werden.

Grundsätzlich reicht laut einer rechtlichen Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes NRW aus dem Jahr 2019 eine Entfernung von zwölf Metern zum Standplatz aus, damit ein Schalldruckpegel von weniger als 80 Dezibel (A) auftritt. Damit würden die in der maßgebenden Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) festgeschriebenen Immissionsrichtwerte für einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen von tags 80 Dezibel (A) in reinen Wohngebieten beziehungsweise tags 85 Dezibel (A) in allgemeinen Wohngebieten eingehalten werden.

Auch in Ließem wird sich aus Sicht von Hartmut Beckschäfer, der dort bislang Vorsitzender der dortigen Ortsvertretung war, über kurz oder lang das Problem einer neuen Standortsuche stellen. Denn wie mehrfach berichtet, plant der Rhein-Sieg-Kreis den barrierefreien Ausbau der beiden Haltestellen „Am Köllenhof“ an der Ließemer Straße (K 14), sprich die Haltestelle muss dann auch vergrößert werden. Noch im Frühjahr könnte gebaut werden, so Antonius Nolden von der Kreispressestelle: „Coronabedingt könnte es auch Frühsommer werden.“ Dafür, so glaubt Beckschäfer, müssen aber die dort stehenden Glascontainer weichen. Die Frage wird dann sein: Wo findet sich ein neuer Standort? Auch dies dürfte den neuen Ortsausschuss beschäftigen, wenn er in Corona-Zeiten Gelegenheit bekommt, sich zu konstituieren.