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Einkaufszentrum in Berkum: Neuer Sendemast bringt keine Verbesserung

Einkaufszentrum in Berkum : Neuer Sendemast bringt keine Verbesserung

Geschäftsleute am Einkaufszentrum in Wachtberg-Berkum setzen auf Insellösungen per freiem WLAN für ihre Kunden. Sonst haben die Kunden in den Geschäftsräumen keinen Handyempfang. Selbst ein neuer Sendemast hat keine Verbesserung gebracht.

Wollte man während der Besorgungen im Einkaufszentrum (EKZ) eine Kurznachricht zur Familie schicken, um eventuellen Bedarf für das Abendessen abzufragen, war man bis vor einiger Zeit in den meisten Läden im Einkaufszentrum aufgeschmissen. Kaum hatte man die Ladentüre in Richtung Inneres passiert, gab es keinen Handyempfang mehr. „Viele Läden haben mittlerweile Lösungen gefunden“, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins Kai Birkner. Auch die Enewa sorgte vor Kurzem für ein Ende der Funkstille innerhalb ihres Gebäudes.

Gebäude bilden einen faradayschen Käfig

Über den Telekommunikationsanbieter hatte der Energieversorger einen eigenen Handy-Zugang für seine Kundschaft angeschafft. „Es gibt technisch sicherlich auch andere Möglichkeiten“, so Birkner. Das Problem ist seit Jahren in den meisten benachbarten Läden bekannt und liegt in der Baustruktur. „Die Gebäude bestehen hauptsächlich aus großen Stahlträgern, in die Glaswände eingelassen sind“, erklärt der Vorsitzende. Auf diese Weise entstehe physikalisch ein faradayscher Käfig. Das naturwissenschaftliche Phänomen entsteht, wenn elektrische Leiter eine allseitig geschlossene Hülle bilden. Diese Hülle wirkt aufgrund verschiedener physikalischer Naturgesetze gegen elektrische Felder und elektromagnetische Wellen abschirmend. Lücken zwischen den Leitern stören die Physik wenig, sofern die Leiter ausreichend stark sind. Genau das sind die Stahlträger der großen Bauten im Einkaufszentrum allemal. Die Übertragung der Handyverbindung dringt deshalb nicht ins Innere der Läden. Telefonieren oder im Internet surfen, ist dann unmöglich. Selbst der neue Sendemast am benachbarten Erlemaarweg hat keine Verbesserung gebracht.

Geschäfte bieten eigenes WLAN-Netz an

„Wir haben zwei Antennen in den Innenräumen installiert“, beschreibt der stellvertretende Leiter des Edeka-Markts die dortige Lösung. Über diese Antennen genießt die Kundschaft ein frei zugängliches WLAN. Hier können sich Handynutzer einloggen und damit doch noch schnell letzte Abendessensplanungen austauschen. Auch einige Meter weiter zeigt bei Aldi das Smartphone einen kostenfreien Zugang an. Manch ein Gewerbetreibender am EKZ brauchte sich um solcherlei Lösungen nicht zu bemühen, weil die Verbindung der Antennen des Nachbarn bis zu ihnen reicht.

„Es ist zunehmend im Interesse der Händler, dass die Kunden auch in den Innenräumen über Handyempfang verfügen können“, sagt Birkner. Besonders in den letzten Monaten sei das Aufkommen der kontaktlosen Bezahlvarianten per Handy seiner Einschätzung nach stark gestiegen. „Das geht eben nur mit einem funktionierenden Handyempfang“, stellte er trocken fest. Im Auto oder Flugzeug darf man sich übrigens im Falle eines Blitzeinschlags glücklich schätzen, in einem solchen faradayschen Käfig zu sitzen. Dort kann selbst die hohe elektrische Ladung der Naturgewalt den Insassen nichts anhaben.