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Neues Seniorenheim in Wachtberg: Warten auf die Baugenehmigung für die Alte Molkerei

Wohnen für Senioren in Wachtberg : Warten auf die Baugenehmigung für die Alte Molkerei

Auf der Brache der Alten Molkerei könnten ab 2021 Seniorenwohnungen und eine Kita entstehen. Doch noch fehlt die Baugenehmigung für beide Projekte in Berkum.

Es tut sich was auf der Brachfläche an der Alten Molkerei. Zunächst hatten Arbeiter dort ein Bauschild aufgestellt für das geplante Wohnprojekt. Dann folgte sogar ein Bagger, der vermuten ließ, dass es mit der Kombi aus Seniorenwohnen und Kita bald losgehen könnte. Doch der Investor der 27 Eigentumswohnungen, das Familienunternehmen Inowo aus Meckenheim, muss die Erwartungen ein wenig dämpfen.

„Der Bagger war nur für kurze Zeit auf dem Grundstück. Hier wurde ein sogenannter Schürf gemacht, der den geologischen Beurteilungen der Bodenverhältnisse dient“, sagte Geschäftsführer Norbert Schaffrath auf Anfrage. Aktuell warte man auf die Baugenehmigung durch den Rhein-Sieg-Kreis. „Wir hoffen, dass wir Anfang des Jahres mit dem Tiefbau starten können“, sagte Schaffraths Tochter und Mitgesellschafterin Kathrin Gittek. Danach rechnen die Meckenheimer mit einer Bauzeit von 18 bis 24 Monaten.

Bauanträge werden derzeit noch geprüft

Der Kreis bestätigte, dass die Bauanträge sowohl für das Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage wie auch die Kindertagesstätte  vorlägen und aktuell geprüft würden. „Hinsichtlich der Seniorenwohnungen muss die Planung noch an den gültigen Bebauungsplan angepasst werden, der eine maximal zweigeschossige Bauweise zulässt“, sagte Antonius Nolden von der Pressestelle. Außerdem müsse dieser Antragsteller genauso noch fehlende Unterlagen nachreichen wie auch der Kita-Betreiber. Letzterer hat laut Nolden auch schon Kontakt mit dem Kreisjugendamt aufgenommen und seine Planungen für eine viergruppige Kita vorgestellt.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Berkumer Limbach-Stiftung  auf dem Grundstück eigentlich selbst ein Mehrgenerationen-Projekt umsetzen wollen. Nach vielen Umplanungen nahm das Kuratorium um seine Vorsitzende Renate Offergeld schließlich davon Abstand und fand mit der Inowo einen Partner. Anfangs hatten die Meckenheimer auch die neue Kita bauen wollen, die das Provisorium „Schatzkiste“ im Saal des Limbach-Stifts ersetzen soll. Das hat sich nach dem Einreichen der Bauvoranfrage geändert, wie Schaffrath erklärte: „Da der Kita-Bau ein Spezialgeschäft mit komplexen Subventionen ist, haben wir die Detailplanung und Bauausführung der Kita an den spezialisierten, zukünftigen Betreiber abgegeben“, so Gittek.

Mehrgenerationen-Projekt kommt nicht

Dabei handelt es sich um die gemeinnützige Gesellschaft Step Kids KiTas aus Berlin. „Wir planen, im Kindergartenjahr 2021/22 in Wachtberg an den Start zu gehen“, kündigte Michele Brucato, Regionalleiter für den Bereich NRW Süd, an. Noch habe die Gesellschaft keinen finalen Bauzeitplan, deshalb könne er nicht zusagen, dass es zum 1. August losgehe. Alleine in Nordrhein-Westfalen betreibt Step Kids nach eigenen Angaben 19 Kitas und neun sogenannte Brückenprojekte in Flüchtlingsunterkünften.

Bürgermeisterin Offergeld sagte, es sei weiter geplant, die „Schatzkiste“ zu schließen, wenn die neue Kita öffne. Das Berliner Unternehmen plant jedoch, nicht nur die Kinder der zwei Gruppen, sondern auch die Erzieherinnen zu übernehmen. „Es gibt schon Gespräche in diese Richtung, und für uns wäre es perfekt, weil das vorhandene Personal ja schon bestens vernetzt ist“, sagte Brucato. Laut Offergeld wurde zwischen der Stiftung und Step Kids ein Erbbaurechtsvertrag geschlossen, das Teilgrundstück für das Wohnprojekt hingegen verkauft.

Doch kein Pflegestützpunkt innerhalb des Wohnkomplexes

Abschied nehmen musste die Inowo von der Idee eines Pflegestützpunktes innerhalb des Wohnkomplexes – obwohl dieser immer Bestandteil der Vorstellung in den politischen Gremien war. Noch vor zwei Jahren habe es mehrere interessierte Betreiber für eine Senioren-Tagespflege gegeben. „Diese Betreiber finden derzeit einfach kein Personal für eine solche Einrichtung. Auch eine Leitungskraft ist schwer bis gar nicht zu bekommen“, sagte Schaffrath mit Bedauern.

Die Limbach-Stiftung, deren Satzungszweck die Förderung der Alten-, Familien- und Jugendhilfe ist, hätte sich das ebenfalls anders gewünscht, wie Offergeld durchblicken ließ. Zumindest richtet die Stiftung in dem Wohnblock ihre  Geschäftsstelle ein. „Und als Option werden wir die Einrichtung eines Pflegestützpunktes nicht aus den Augen verlieren“, meinte die Kuratoriumsvorsitzende.