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Turnhalle in Wachtberg-Pech: Ohne Sanierung wird es bald reinregnen

Turnhalle in Wachtberg-Pech : Ohne Sanierung wird es bald reinregnen

Fachleute haben im Ausschuss die Pläne für eine Modernisierung der Pecher Sporthalle vorgestellt. Die Arbeiten könnten bereits im Mai beginnen.

Die 1968 erbaute Turnhalle in Pech gehört nach Aussage der Verwaltung zu jenen Gebäuden im Bestand mit den „verhältnismäßig höchsten Betriebskosten“. Das liegt vor allem an der ungedämmten Hülle der Halle, was jährliche Energiekosten von rund 10.000 Euro verursacht. Das wiederum entspricht laut Wachtberger Verwaltung einer CO2-Emission von rund 38.000 Kilogramm pro Jahr. Deshalb sollten Fachleute die Sanierungsmöglichkeiten untersuchen.

Dazu hatten Anfang vergangenen Jahres das Architekturbüro Haas und das Bauphysikbüro Schwinn den Auftrag bekommen. Sie sollten ermitteln, welche Maßnahmen eine CO2-Einsparung von mindestens 70 Prozent bewirken könne. Diese Messlatte war wichtig, um Fördermittel beantragen zu können. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Bau stellten die Fachleute vor, wie eine solche Sanierung im Detail aussehen könnte.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Die beiden Büros hatten eine Variante erarbeitet, die sogar noch ein wenig über dem vorgegebenen Ziel liegt. Konkret sollen die vorgestellten Maßnahmen 72 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen einsparen, was unterm Strich die Betriebskosten theoretisch um rund 7200 Euro pro Jahr reduzieren könnte. Empfehlen konnte der Architekt die Sanierung vor allem deshalb, weil etwa im Bereich des Hallendachs dringender Handlungsbedarf besteht. „Der Bitumen hier ist von 1968 und daher wird es demnächst reinregnen“, trug Dieter Haas dem Ausschuss vor. Auch entsprechende Fotos gab es zu sehen. Hinzu komme, dass es auch keine Dämmschicht auf dem Mauerwerk gebe.

Vor allen in die Dämmung soll nun investiert werden. So ist nicht nur geplant, die Dacheindeckung zu erneuern, sondern zudem auch mit einer etwa 20 Zentimeter dicken Wärmedämmung zu belegen. Zudem bekommen die Wände ein 18 Zentimeter dickes Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Auch die vorhandenen Glasbausteine werden durch ein Mauerwerk mit WDVS ersetzt. Zudem ist ein neuer Hallenboden eingeplant, inklusive einer laut Verwaltungsvorlage „komfortablen Schwingbodenheizung“. Bei der Sanierung soll die alte Beleuchtung gegen LEDs getauscht werden.

Weiterhin ist geplant, über die förderfähigen Leistungen hinaus Duschen und Toiletten zu modernisieren. Diese sind völlig veraltet und für die Nutzer der Halle wie den FC Pech und die Schüler der Grundschule seit Langem ein Ärgernis. Da aufgefallen war, dass die Versorgungsleitung der Halle verrostet sind, und laut Verwaltungsvorlage nicht wiederverwendet werden können, sollen auch die erneuert werden. Allerdings versprechen die Planer die Mehrkosten durch Kompensationen in anderen Gewerken aufzufangen.

Alles in allem belaufen sich die Sanierungskosten auf rund 650 000 Euro, wobei die Gemeinde bereits einen positiven Fördermittelbescheid über insgesamt 175 000 Euro bekommen hat. Verlaufe alles wie gewünscht, ergänzte Architekt Haas, könne die Sanierung Anfang Mai starten und nach einem halben Jahr beendet sein.

Der Wachtberger Beigeordnete Jörg Ostermann berichtete, man wolle sich an den Zeitplan halten. Der FC Pech und die Grundschule sehnten einen Einzug vor Weihnachten in die dann sanierte Spielstätte förmlich herbei. Dabei sei die Planung sowohl mit dem FC Pech wie der Grundschule abgestimmt worden.

Ostermann betone nochmals, dass sich die Sanierung unterm Strich für die Gemeinde lohne, weil dann geschätzte 50 Prozent der Heizkosten eingespart werden könnten. Zwar soll der CO2-Ausstoß um 72 Prozent gesenkt werden. „Das sind in der Praxis dann nicht zwingend 7200 Euro Reduzierung der Betriebskosten“, so Ostermann vor.