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8. Wachtberger Kulturwochen: Patchwork und Kunst am Geweih

8. Wachtberger Kulturwochen : Patchwork und Kunst am Geweih

Gleich zu Beginn der 8. Wachtberger Kulturwochen präsentierte sich das Ländchen mit einer Fülle von Terminen.

Dieses Wochenende stand in vielen Dörfern Wachtbergs ganz im Zeichen der achten Kulturwochen. Die Besucher konnten in vielen Ateliers, Wohnhäusern und Privatgärten "Kultur pur" erleben. Wachtbergs Oberbürgermeisterin Renate Offergeld war nach ihrem Besuch begeistert. "Die Werke und Stücke der Künstler sind so einzigartig. Mir fällt es wirklich schwer, nicht bei jedem Termin etwas einzukaufen", sagte sie.

Malerei in Adendorf

Der Maler und Fotograf Uli Stössel öffnete bereits zum vierten Mal sein Atelier in Adendorf und stellte 15 Werke aus der neuen Serie "Verborgene Toscana" vor. "Der Witz bei der Sache ist, ich bin noch nie in der Toscana gewesen", so der 74-Jährige. Der ehemalige Grafiker betreibt in seinem Atelier eine Malschule. Seine Schüler hatten ihm vergangenes Jahr zu Weihnachten ein Buch über vom Tourismus bislang unberührte Orte in der Toscana geschenkt.

"Ein wunderschönes Buch. Dort wurde eine Reise rund um Vardano und Laterina beschrieben, wo normalerweise kein Tourist hinfährt. Orte, die verborgen sind. Das hat mich inspiriert. Daher auch der Titel der Serie", erzählte er. Die Farben der teils großflächigen Bilder sind warm und erinnern an die typischen Farbspiele des Lichts in dieser Region. Stössel malt mit Öl und Acryl. Seine Werke sind abstrakt und gegenständlich. "Ich male, wie mir der Schnabel gewachsen ist, experimentiere viel - wie es gerade kommt", betonte er.

Patchwork für einen guten Zweck

In Berkum präsentierte die Künstlergruppe "Quiltwachteln" von Brigitte Pfeiffer und Ingrid England im Seniorenstift Limbach künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten rund um Patchwork. "Ich habe dies erstmals vor 15 Jahren in den USA kennengelernt und erlernte hier in einem Kurs die Grundtechniken. Seitdem ist es wie ein Virus. Wenn man anfängt, macht man immer weiter", meinte Pfeiffer. Die Gruppe arbeitet mit verschiedenen Stilen, ihre Quilts sind farbenfroh. Die Künstlerinnen stellten im Stift kleine und großen Decken, aber auch Handtaschen, Kissenhüllen und Bilder aus.

"Ich versuche mich an jeglicher Technik", erklärte England. Seit Längerem unterrichtet Pfeiffer die Textilkunst auch an der Volkshochschule. Beide können sich ihre Freizeitgestaltung ohne dieses Hobby nicht vorstellen. "Es macht mich glücklich, es ist gut für die Seele. Ich kann, wenn ich mich in der Arbeit festbeiße, alles um mich herum vergessen", sagte Pfeiffer. Die Gruppe hat sich bewusst für den Ausstellungsplatz im Seniorenstift entschieden. Im Beisein von Bürgermeisterin Renate Offergeld verloste sie am Sonntag einige Arbeiten. Der Erlös wurde zugunsten des Heims gespendet.

Kulturdorf Arzdorf präsentiert sich gemeinsam

Dieses Jahr präsentierte sich Arzdorf erstmals mit zwölf Künstlern als Kulturdorf und bot ein umfangreiches Ausstellungsprogramm. "Es ist wirklich bunt gemischt. Von Acrylmalerei, Tonarbeiten, Drucken, Perlen, Objekten aus Naturstoffen bis hin zu Kunst am Geweih sind die unterschiedlichsten Techniken vertreten", sagte Daniela Frühling vom Organisationsteam. Frühling und der Vorsitzende des Arzdorfer Bürgervereins, Dieter Klocke, verfolgten seit Jahren die Idee einer Kulturschmiede im Dorf.

"Sonst stellten die Künstler immer einzeln aus. Wir wollten aber das Potenzial ausschöpfen und unterschiedliche Genres zusammenbringen. Einfach zeigen, dass dies auch in so einem kleinen Dorf möglich ist", erklärte Klocke. Vor allem die ungewöhnliche Ausstellung der Geweih-Kunst von Dagmar Meimerstorf fand bei vielen Besuchern großen Anklang. "Ich habe das einmal in einem Geschäft gesehen, seitdem bin ich mit Begeisterung dabei. Oft werde ich auf Flohmärkten fündig und schon beginne ich mit meiner Arbeit", erklärte die Künstlerin. Samstagabend klang der Ausstellungstag mit schottischer Musik von Joachim Thar auf dem Dorfplatz aus.

Gesangverein ersetzt Kirchenchor in Adendorf

Erstmals trat bei den Kulturwochen am Sonntag der Gesangverein "Eintracht Adendorf" im Ließemer Köllenhof auf. 66 Sänger trugen im schönen Innenhof bekannte europäische Volkslieder vor. Unter der Leitung von Alfons Gehlen präsentierten sie vor rund 100 Zuhörern unter anderem "Spanish Eyes" von Bert Kaempfert, "Ein Schiff wird kommen" von Manos Hadjidakis oder auch "Casatschok" von Boris Rubaschkin.

Claus Kratzenberg begleitete den Chor am Klavier. Seit Jahrzehnten fehlt in Adendorf ein Kirchenchor, daher unterstützt die Eintracht die Gemeinde bei Gottesdiensten und richtet auch regelmäßig ein Weihnachtskonzert aus. Der Gesangverein wurde 1910 zunächst als reiner Männerchor gegründet. Seit 2008 sind auch Frauen dabei. "Wir haben 33 Männer und 33 Frauen im Chor. Nicht nur Adendorfer, sondern auch Auswärtige singen mit uns. Es ist schön, dass wir so lange bestehen. Diese Tradition zieht natürlich eine Verpflichtung nach sich. Ich glaube, wir werden ihr gut gerecht", sagte Chor-Vorstandsmitglied Harry Höpfner.

Das ganze Programm

Die Wachtberger Kulturwochen enden am 7. September. Das komplette Programm steht im Flyer "Kultur erleben - 8. Wachtberger Kulturwochen" und ist in allen Dörfern und als Download mit weiteren Infos unter www.wachtberg.de erhältlich. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.