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Investor bessert in Pech nach: Pläne für Seniorenresidenz gehen in die Offenlage

Investor bessert in Pech nach : Pläne für Seniorenresidenz gehen in die Offenlage

Der Investor der Seniorenresidenz Wiesenau in Pech hat etwas nachgebessert, nachdem die Planung dem Wachtberger Fachausschuss zu massiv war. Damit geht das 13-Millionen-Euro-Projekt jetzt in die Offenlage, denn es braucht einen neuen Flächennutzungs- und Bebauungsplan.

Seit dem späten Mittwochabend sind die Chancen gestiegen, dass Wachtberg in naher Zukunft neben dem Limbach-Stift ein weiteres Seniorenheim erhält. Nach mehr als zweistündiger Diskussion gab die Mehrheit der Planungsausschussmitglieder grünes Licht für die Offenlage des notwendigen neuen Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans für die Seniorenanlage Wiesenau in Pech.

Leicht hatte es Stadtplaner Detlef Naumann auch im zweiten Anlauf nicht, den Wachtberger Politikern das Projekt schmackhaft zu machen. Im März hatte das Gros ihm die Gefolgschaft verwehrt, da die Bauplanung des Investors als zu massiv angesehen wurde. In der Tat hatte Wilfried Hack von der Projekta Gesellschaft für Sozialimmobilien und Heimbau mbH aus Prüm umdenken müssen, nachdem er das zusätzliche Grundstück, auf dem die Pecher Tierscheune betrieben wird, nicht für seine Zwecke hatte erwerben können.

80 Meter langer Riegel an der Pecher Landstraße

So entstand aus der laut Naumann „filigranen“ Anordnung mehrerer Einzelgebäude ein circa 80 Meter langer und 13 Meter hoher Riegel an der Pecher Landstraße, dort wo bislang noch das frühere Hotel Wiesenau steht. „Wie Sie es gewünscht haben, haben wir nachgebessert und lassen das Bauwerk jetzt in Richtung Norden abwinkeln“, sagte der Bonner Naumann. Heißt: Das letzte Ensemble mit hervorstehendem Element in Richtung Bad Godesberg liegt nun etwas von der L 158 entfernt.

Dass man nicht kleiner planen könne, wie von Mira Schwarzenberger (Unser Wachtberg) gefordert, betonte Investor Hack: „Es sind eben 80 stationäre Pflegeplätze für eine solche Anlage notwendig.“ Zudem soll die Seniorenresidenz über 22 betreute Wohnungen im Dachgeschoss sowie 15 Tagespflegeplätze verfügen. Nicht nur was die letzten zwei Punkte angeht, hatte Ulf Hausmanns (Unser Wachtberg) Bauchschmerzen. Er vermutete, dass am Ende „ähnlich wie beim Projekt an der Alten Molkerei in Berkum“ wenig übrig bleibe außer teuren Wohnungen. „Wir bauen ganzheitliche Pflegeeinrichtungen, das ist kein Etikettenschwindel“, beruhigte Hack. Beigeordneter Swen Christian wies auf die Dringlichkeit der Maßnahme hin: „Wir haben in Wachtberg einen Bedarf von 600 Pflegeplätzen, die wir aktuell mit 150 erfüllen.“

Angelika Schmidt (UWG) ärgerte sich, dass die Offenlage beschlossen werde, bevor sich am Montag die Ortsvertretung Pech damit beschäftigt. Am Ende scheiterte sie mit einem Änderungsantrag. Vielleicht auch, weil der Beigeordnete meinte: „Wir drehen noch einige Runden bis zu einem Feststellungsbeschluss.“ Oliver Henkel (Grüne) sah mit der Offenlage ebenfalls nicht alles beschlossen, wollte aber genauer erklärt haben, ob die Renaturierung des Compbachs immer noch Zielsetzung sei. Das bejahte Naumann, „auch wenn die Reithalle nicht irgendwann abgerissen wird“. Denn der Bach müsse nicht in seinem ursprünglichen Bett renaturiert werden.

Vorschlag: Grünanlage

Henkel hinterfragte bei dem 13-Millionen-Euro-Projekt zudem, wo denn die Bewohner „Grün in der Nähe genießen“ könnten. Roswitha Schönwitz (SPD) pflichtete ihm bei und meinte zu Hack: „Sie sollten eine Grünanlage in den Bebauungsplan aufnehmen.“ Der Investor wollte sich nicht festlegen, konstatierte aber, dass bei 5000 Quadratmeter bebauter Fläche noch genug vom Grundstück übrigbleibe.

Positives gab es am Rande für Neumann auch zu verkünden. „Die Ausgleichsfläche entsteht jetzt als Streuobstwiese auf dem direkt angrenzenden Feld“, antwortete er auf die Nachfrage von Tobias Teichner (CDU), der genau diese Idee geäußert hatte. Entwarnung gibt es vorerst für die Pecher Tierscheune. Jessica Reinhold (FDP) hatte wissen wollen, wie es mit der Zuwegung aussehe. Diese ist laut Stadtplaner grundbuchmäßig abgesichert. Ob die Nutzung der Reithalle an sich noch zulässig ist, prüft allerdings gerade der Rhein-Sieg-Kreis, wie Antonius Nolden von der Pressestelle auf Anfrage bestätigte.