Neuer Anlauf für die Wiesenau in Pech Politik unterstützt Bau von Pflegeeinrichtung mit 80 Betten

Wachtberg-Pech · Die neuen Pläne fürs geplante Seniorenheim Wiesenau in Pech liegen vor. Dabei hat der Architekt viele kritisierte Punkte ausgemerzt. Mancher hat aber noch Fragen.

 Blick auf das Gelände der Wiesenau mit dem alten Hotel vorne und der Reitanlage dahinter.

Blick auf das Gelände der Wiesenau mit dem alten Hotel vorne und der Reitanlage dahinter.

Foto: Axel Vogel

Neues Spiel und für die Pecher nun endlich auch mal neues Glück? Die Diskussion um die geplante Pflegeeinrichtung Wiesenau ging am Dienstagabend im Planungsausschuss der Gemeinde Wachtberg in eine neue Runde. Mit großer Resonanz: Mehr als 30 Besucher quetschten sich im Ratssaal, einige lauschten im Stehen vor der Tür, die meisten machten sich Notizen, was der Bonner Architekt Detlef Naumann vom Büro Architektur + Städtebau zu den neuen, überarbeiteten Plänen zu sagen hatte. Die Aufgabe der Politik war, eine Entscheidung über eine erneute Offenlage des veränderten Bebauungsplanes zu treffen. So nahm das Projekt nun eine weitere Hürde.

Naumann ist bereits 2017 von der Eigentümerfamilie der Wiesenau beauftragt worden. Der letzte Stand der Planung, die auf große Kritik stieß und viele Diskussionen entfachte, stammt vom Juni 2021. „Da ging es um eine Gesamtanlage Hotel und Reiterhof“, sagte Naumann. Investor ist Wilfried Hack mit seiner Projekta GmbH aus Prüm.

„Die neue Darstellung zeigte nun eine durchaus andere Situation“, so Naumann. Das Gelände des Reitstalls bleibe landwirtschaftliche Nutzfläche, „das besagt das Planungsrecht“. Die Fläche wirke zwar klein. Das liege allerdings daran, dass sich nördlich direkt die Gemeindegrenze anschließe. „Die landwirtschaftliche Fläche dehnt sich dann auf Bonner Gebiet aus“, so der Architekt. Das Grün am Stall stelle somit keine Verinselung dar.

Unterhalb befindet sich das Sondergebiet für eine Pflegeeinrichtung. Die Änderung gegenüber vorher: Es handelt sich um ein Areal für genau diese Nutzung, „und nicht etwa für Einfamilienhäuser“, so Naumann. „Als klare Ansage, was dort erfolgen soll.“ Die Wiese im Westen werde mit einbezogen. Seitens des Investors gehe es um eine Nutzung, die möglichst allen gerecht werde. Naumann: „So wurde der Bebauungsplan entwickelt.“

Vorher sei alles gedrängt auf dem Grundstück geplant gewesen und dicht am Bach. Nun gehe es darum, den Compbach mehr Raum zu geben, auch mit Blick auf den Hochwasserschutz. Trotzdem kam Kritik aus den Reihen der Politik, dass am Bach zahlreiche Reptilien lebten, deren Lebensraum bedroht werde.

„Das Schallgutachten zeigt eindeutig, dass es sich bei der Umplanung um eine Verbesserung handelt“, sagte Naumann im Ausschuss. Wegen der Bebauung werde es zwei Ausgleichsflächen im Süden von Peche neben der Landesstraße geben. „Dort werden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen Streuobstwiesen angelegt“, erklärte der Architekt. „Ich habe das Gefühl, wir befinden uns in der Rolle rückwärts“, meinte hingegen Anderas Löllgen (Unser Wachtberg) und befürchtete, dass am Ende ein zusätzliches Staffelgeschoss möglich sei. Naumann versicherte, dass der Investor keine Erhöhung vorsehe.

Neuer Anlauf für die Wiesenau in Pech: Politik unterstützt Bau von Pflegeeinrichtung mit 80 Betten
Foto: GA-Grafik

Kann der Reitbetrieb bleiben?

Zu den vielen kritischen Nachfragen gehörte die nach dem Bestandsschutz für den Reitbetrieb und einer geforderten friedlichen Koexistenz. „Wir sehen da keine Probleme“, versicherte der Architekt.

Oliver Henkel von den Grünen begrüßte wie andere die veränderte Planung. „Sie ist optisch deutlich besser zu integrieren als vorher“, meinte er und fand es gut, dass ein zweites Gebäude für Wohnungen nun ersatzlos gestrichen ist und „man sich nur auf die Pflege beschränkt“. Angesprochen wurden auch Regenrückhaltung, Zisternen (für die gibt es laut Naumann keinen Platz), Renaturierung und Auswirkungen von Schall.

Verwaltung sieht Verbesserung

Der Beigeordnete Swen Christian berichtete aus den Verhandlungen, dass die Bezirksregierung Köln mit dem jetzt vorgelegten Kompromiss leben könne. Auch er sieht bei der Planung eine Verbesserung zu vorher. Am Ende brachte die Politik mit Mehrheit den geänderten Flächennutzungsplan und Bebauungsplan auf den Weg, sodass diese nun nach einer Ankündigung zwei Wochen vorher öffentlich ausgelegt werden. Christian vermutet, dass es März oder April wird. Verabschiedet wurde auch, dass im Verfahren die Details aus dem Ausschuss berücksichtigt werden sollen, etwa das Verbot eines Staffelgeschosses.

Gern hätten die Gäste der Sitzung mitdiskutiert, einmal ging sogar eine Hand nach oben. Allerdings haben sie in den politischen Gremien kein Rederecht. Christian gab aber den Hinweis, dass Bedenken oder Vorschläge im Frühjahr im Rahmen des weiteren Verfahrens eingereicht werden können.

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