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Kündigung der Filialbetreiber: Postfiliale in Pech schließt – und öffnet wieder

Kündigung der Filialbetreiber : Postfiliale in Pech schließt – und öffnet wieder

Die Post hat den beiden Betreibern der Post-Filiale in Pech gekündigt. Das Unternehmen will stattdessen im ehemaligen Volksbank-Gebäude an der Pecher Hauptstraße eine neue, modernere Filiale eröffnen.

Überraschend kam für die Betreiber der Pecher Postfiliale – Christa Güster (78) und Heinz Nettekoven (83) – die Kündigung von der Post. Die Kundschaft reagiert betroffen, besorgte Stimmen künden von möglichen Problemen für ältere Leute, ihre Postangelegenheiten ortsnah  erledigen zu können. Seitens der Deutschen Post informiert eine Sprecherin auf Anfrage indes über Neueröffnungspläne an der Pecher Hauptstraße.

Ende Oktober flatterten die Kündigungen in Güsters und Nettekovens Briefkästen. „Er ist zum 31. Januar 2022 gekündigt, ich zum 30. April“, fasst die Betreiberin zusammen. „Wir wussten von nichts“, fügt Nettekoven hinzu. Er mutmaßt, die Kündigung könne mit Uneinigkeiten wegen Buchungskosten der vergangenen Jahre zu tun haben. „Dafür hätte unserer Meinung nach die Post aufkommen müssen“, findet Nettekoven und verweist auf knapp 1100 Euro, die sich innerhalb von 14 Jahren zwischen 2004 und 2018 summiert hätten.

Einen Zusammenhang mit diesem Streitpunkt bestätigt das Unternehmen nicht. Trotzdem wolle man den Sachverhalt prüfen, sagt Jessica Balleer, eine Sprecherin der Post, zu. Sie verweist auf den guten Kontakt zum Filialmanager vor Ort.

Über die tatsächliche Ursache der Kündigung informiert Balleer ebenfalls: „Wir wollen die Filiale in Pech ganz neu aufbauen.“ Ziel sei es, den bestmöglichen Kundenservice etwas zentraler im Ort zu bieten. Das soll nicht nur an einem neuen Ort, sondern auch mit hochmodern digitalisierten Abläufen und neuester Technik geschehen. Dafür vorgesehen ist die Immobilie an der Pecher Hauptstraße 66, so Balleer. In dem Haus habe sich früher eine Filiale der Volksbank befunden. „Es sind allerdings noch nicht alle Eckpunkte fixiert“, so die Sprecherin weiter. Deshalb habe das Unternehmen den geplanten nahtlosen Übergang bisher nicht kommuniziert. „Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir mehr dazu noch nicht sagen können.“

Das Konzept der Post-Partnerfiliale sei seit mehr als 25 Jahren Erfolgsmodell für Kundschaft und Gewerbetreibende, heißt es seitens der Post außerdem. Die Gewerbetreibenden erhielten bei Verkäufen Provisionen, für Möbel und Technik sorge die Post, beschreibt das Unternehmen die übliche Zusammenarbeit beispielsweise mit Kiosken, Tankstellen und anderen Läden. So war es seit 2014 auch bei Güster gewesen. Sie hat am Ort der Postfiliale „Am Langenacker“ früher einen Naturkostladen betrieben. Wie sie nun im Februar, März und April die Öffnungszeiten ohne Nettekoven bewältigen soll, weiß Güster noch nicht. Fremde Leute wollte sie in ihre Filiale jedenfalls nicht lassen, damit habe sie schlechte Erfahrungen gemacht. „Dann kann ich wahrscheinlich nur noch vormittags öffnen“, mutmaßt sie. Was sie und Nettekoven nach der Schließung ihrer Filiale machen wollen? In einer neuen Filiale mit modernster Technik weiterhin für die Post zu arbeiten, kann sich Güster nicht vorstellen. „Wir haben hier gute Zeiten gehabt und ich habe das immer gerne gemacht. Aber wir sind Rentner, wir werden dann unsere Ruhe genießen“, wagt sie einen Blick in die Zukunft.