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Weihnachtstradition im Wachtberger Wald: Roland Migende bringt Familien die Natur nahe

Weihnachtstradition im Wachtberger Wald : Roland Migende bringt Familien die Natur nahe

Wenn Forstamtsrat a.D. Roland Migende am 24. Dezember die Jägertracht samt Hut anzieht, weiß seine Familie seit mehreren Jahrzehnten, dass an diesem Tag eine ganz besondere Führung im Wald auf dem Programm steht.

Die gute Tradition aus seiner aktiven Zeit in Würselen nahm Roland Migende mit in den Ruhestand. Diesen verbringt er seit rund einem Jahrzehnt am Rodderberghang im Bad Godesberger Ortsteil Mehlem. Zum achten Mal organisierte der ehemalige Forstamtsrat gemeinsam mit dem Heimatverein Niederbachem in diesem Jahr den Waldspaziergang mit Kindern und Erwachsenen an Heiligabend im Niederbachemer Wald. "Natürlich, um die Zeit bis zur Bescherung zu verkürzen", verkündete Roland Migende schmunzelnd am Ausgangsort der Wanderung, der Grundschule Niederbachem, und nahm sich viel Zeit, um gerade den Kindern den Waldbestand wenige hundert Meter entfernt von der Schule detailliert zu erklären.

In diesem Jahr hatte Migende den Weg bis zu einer kleinen Lichtung mit mehreren Plakaten ergänzt. Darauf wurden verschiedene Bäume des Waldes wie Buchen und Fichten vorgestellt, aber auch detailliert die Stockwerke des Waldes erläutert. "Die Kronenschicht bildet das Dach, die Strauchschicht mit Himbeeren und Haselnüssen ist der zweite Stock.

Im ersten Stockwerk befindet sich die Krautschicht mit Farnen und Gräsern sowie Kräutern. Die Moosschicht ist das Erdgeschoss und die Wurzelschicht ist der Keller", erklärte Migende den Kindern. Diese hörten gespannt am Waldrand zu, um zu erfahren, was denn sonst alles über das nahe Naturschutzgebiet verraten wurde. Gleich mehrere Kinder entdeckten in einem Baum ein größeres Loch und fragten, was es denn hiermit auf sich habe. Auch hier wusste der erfahrene Forstamtsrat sofort die passende Antwort, hielt diese aber zurück, weil andere Kinder schon den Buntsprecht als "Wohnungsinhaber des Baumstammes" von der Führung aus dem vergangenen Jahr kannten.

Bepackt mit Meisenknödeln spazierte die große Teilnehmergruppe bis zum Ziel an einem Holzunterstand. "Das Futter benötigen die Vögel aktuell nicht", sagte Migende in Anspielung auf die viel zu warmen Witterungsverhältnisse. Trotzdem sollten die Kinder die Meisenknödel aufhängen und an den Weihnachtstagen sowie jetzt in den Ferien nochmals vorbeikommen. "Dann könnt ihr die Vögel aus nächster Nähe beobachten, wenn sie sich ein paar Häppchen Zusatzfutter abholen", so der Experte.

Derweil kreiste ein Bussard über den Freunden des Waldes - dies brachte den Forstamtsrat dazu, noch seine Erfahrungen mit den hier lebenden Bussarden zu erzählen. Roland Migende nutzte schließlich auch die Gelegenheit, auf ein aktuelles Bonus-Programm der Niederbachemer Rodderberg-Apotheke zugunsten des Naturschutzes hinzuweisen und verteilte erste Bonuskarten. Wer in der Apotheke beim Einkauf auf weitere Verpackungen und beispielsweise Plastiktüten verzichtet, bekommt einen Stempel auf die Bonuskarte. Sind alle Felder auf abgestempelt, spendet Apothekerin Claudia Behner einen Baum für den Wald.

Hans Thelen vom Heimatverein Niederbachem freute sich über die große Zahl der Teilnehmer am Waldspaziergang. Die Kinder konnten schließlich auch an einem kleinen Waldquiz des Vereins teilnehmen, bei dem Preise zu gewinnen gab. Die Preisübergabe erfolgt im Lauf der kommenden Wochen.