1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Wachtberg

Einweihung in Wachtberg: SC Villip muss für Kunstrasenplatz 400.000 Euro zahlen

Einweihung in Wachtberg : SC Villip muss für Kunstrasenplatz 400.000 Euro zahlen

Der SC Villip weiht in wenigen Tagen seinen Kunstrasenplatz ein. Die Finanzierung stellt den Verein dabei vor große Herausforderungen: 400.000 Euro sind zu zahlen.

Im 95. Jahr seines Bestehens schlägt der SC Villip ein neues Kapitel auf: und das heißt Kunstrasen. Adieu Asche. Damit ist auch die Zukunft des Vereins gesichert, ist der Vorsitzende Werner Faßbender überzeugt. Am Wochenende wird gefeiert und der neue Belag offiziell eingeweiht.

Neun Monate dauerte der Umbau, doppelt so lang die Überzeugungsarbeit, die geleistet werden musste, damit es überhaupt soweit kam, dass neben Pech Berkum und Niederbachem auch Adendorf und Villip Kunstrasen bekommen. „Die Diskussion drehte sich natürlich darum, welche Aufwände man als Gemeinde hat und ob es angemessen ist, dass Vereine mit einer Größenordnung von 150 Mitgliedern wie wir eine eigene Platzanlage kriegen“, erklärt Faßbender. „Die Alternative wäre gewesen, dass die Vereine hätten zumachen müssen.“

Jedenfalls wäre die Asche keine Option gewesen. „Gerade im Jugendbereich gehen die Spieler da hin, wo eine vernünftige Platzanlage ist. Und da hatten wir mit dem Aschenplatz null Chancen dagegenzuhalten.“ Also biss der Sportclub von 1924 in den sauren Apfel, denn finanziell ist das eine große Belastung für die nächsten 30 Jahre.

So lange wird der Verein die Kosten von rund 400.000 Euro abstottern, die der Gemeinde durch den Bau des Kunstrasenplatzes und der Umzäunung entstanden sind. Denn der Deal war, dass durch die Einrichtung kein Loch im Haushalt der Gemeinde entsteht. Glücklich ist der Verein mit dieser Finanzierung nicht. Aber man hat sich darauf eingelassen, deshalb beschwert sich Faßbender nicht.

Alleine aus Mitgliedsbeiträgen ist nicht zu stemmen

Alleine aus Mitgliedsbeiträgen ist das nicht zu stemmen, deshalb hat man Sponsoren und Privatleute gewonnen, die dem SC Villip unter die Arme greifen. Die Ließemer hingegen gingen in der Kunstrasenfrage leer aus, sie nutzen stattdessen die neue Sportstätte an Beckers Kreuz mit und beteiligen sich laut Faßbender auch ein wenig an den Kosten.

Man erhofft sich natürlich einen Langzeiteffekt. Villip und Villiprott seien Siedlungsgebiet, dort würden künftig also weitere Wohngebiete entstehen, die neue potenzielle Spieler bringen. „Das haben wir im Fokus.“ Der SC biete eine Anlaufstelle für Sport und sozialen Kontakt vor der Haustür mit einem Sportplatz mit bester Verkehrsanbindung, der weit genug von der nächsten Wohnbebauung ist, dass man sich nicht ständig um Lärmemissionen Gedanken machen muss.

Am Wochenende feiert der Verein auch seine Helfer, die sich an der Gestaltung der Anlage rund um den Kunstrasen beteiligt haben. Es galt, den Boden zu pflastern, Barrieren aufzustellen, den Parkplatz herzurichten. Besonders dankt Faßbender dem Villiper Landschaftsbauer Bernd Fischer, der den Umbau mit seinem Fachwissen, aber auch mit Personal und Maschinen organisiert hat.

Und was steht künftig für den SC Villip an? Erstmal wolle man sich wieder auf das Sportliche konzentrieren, sagt der Vorsitzende. Irgendwann stehe die Sanierung des Daches und der Innenräume des Vereinshauses an. Eine Idee, die auch schon an die Gemeinde Wachtberg herangetragen wurde, ist die Einrichtung eines Boule-Platzes auf dem öffentlich zugänglichen Bolzplatz-Areal neben dem Sportplatz. Wenn das umgesetzt wird, entsteht ein Treffpunkt zum Sporttreiben für Jung und Alt.