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Schaugarten in Berkum: Seltene Wollbienen zu beobachten

Schaugarten in Berkum : Seltene Wollbienen zu beobachten

Im Biotop hinter dem Wachtberger Rathaus fühlen sich die Insekten wohl. Männliche Wollbienen bewachen den blütenreichen Schaugarten.

Während der Vegetationsperiode ist Ulrike Aufderheide alle vier Wochen im Naturnahen Schaugarten hinter dem Berkumer Rathaus zu finden. Mit Begeisterung kümmert sich die Diplom-Biologin und Mitinitiatorin des ökologischen Kleinods um dieses Revier. Besonders angetan hat es ihr die Wollbiene, die in diesem Biotop eine besondere Rolle spielt: „Ich liebe die Wollbiene vor allem als ökopädagogisches Demonstrationsobjekt“, sagt die Bad Godesbergerin, die ihr Wissen unter anderem an Schulen weitergibt.

Ulrike Aufderheide, wie dieser seit fast 18 Jahren existierende Naturgarten, geben nicht nur Honigbienen, sondern auch vielen anderen Insekten Nahrung. So auch der Wollbiene. Besonders süße Nahrung bieten dabei die Blüten des Echten Ziest.

„Spannend ist es, die Wollbienenmännchen bei der Revierpatrouille zu beobachten: Eindringlinge werden nicht geduldet und entschieden verjagt. Dabei schrecken die unerschrockenen Hausherren nicht einmal vor den wesentlich größeren Hummeln zurück“, berichtet Birte Kümpel vom Arbeitskreis Naturnaher Schaugarten. „Kommt ein Weibchen und saugt den Nektar aus den Ziestblüten, wird es begattet“, ergänzt Aufderheide.

Damit es auch im nächsten Jahr wieder Wollbienen geben kann, „braucht das Wollbienenweibchen jetzt Pflanzenhaare“. Damit polstert sie einen Hohlraum, zum Beispiel in einer Trockenmauer, aus. „Für jedes Ei wird eine eigene Brutzelle angelegt, in die Pollen und Nektar als Futter für die Larve eingetragen werden. Der Hohlraum wird dann mit Pflanzenhaaren und anderen Pflanzenteilen verschlossen“, erzählt Aufderheide.

Trockenmauern, wie die im Schaugarten nach Süden angelegte, bieten nicht nur Wollbienen Niststandorte, sondern ziehen zahlreiche Tiere geradezu magnetisch an. Geeignete Höhlen für den Bienennachwuchs finden sich in dem Berkumer Kleinod somit reichlich.

Die schwarz-gelbe Wollbiene, die auf den ersten Blick wie eine Wespe aussieht, ist übrigens harmlos. „Sie sieht gefährlich aus, ist es aber nicht“, beruhigt AufderHeide. Die Lebensdauer der Wollbiene beträgt nur wenige Wochen.

Insekten mit schwarz-gelb gestreiften Körper senden normalerweise eine Botschaft, die jeder versteht: Friss mich nicht, ich steche und dann tut es weh. „Vor Wildbienen allerdings, wie zum Beispiel der Wollbiene, müssen wir keine Angst haben: Bis auf wenige Ausnahmen ist ihr Stachel so klein, dass er die menschliche Haut nicht durchdringen kann“, sagt Aufderheide.

Außerdem lebten die meisten Wildbienen nicht in Völkern. Somit hätten sie keinen Grund, ihren Brutplatz so zu verteidigen, „wie wir das von Honigbienen gewohnt sind“, so Aufderheide. Das Problem sei einfach der Name „Biene“. Mittlerweile sei dieser aber bei vielen Menschen positiv besetzt.

Hannelore Vogel, frühere Umweltbeauftragte der Gemeinde Wachtberg, die gemeinsam mit Aufderheide vor 18 Jahren die Idee für den Schaugarten an dieser Stelle hatte, ist an diesem Nachmittag auch dabei. „Auf diese Art und Weise tun wir etwas für den Artenschutz vor der Haustür“, sagt sie. Und sie lobt Ulrike Aufderheide. „Sie hält hier die Ehrenamtlichen zusammen.“