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Nachbarschaftsstreit in Villip: Streit zwischen Feuerwehr und Anwohnern geht weiter

Nachbarschaftsstreit in Villip : Streit zwischen Feuerwehr und Anwohnern geht weiter

Der Nachbarschaftsstreit in Villip geht in die nächste Runde. Anwohner beschweren sich über Lärm der Löschgruppe Villip. Einige CDU-Mitglieder üben in diesem Zusammenhang Kritik.

Es gibt neuen Ärger im Zusammenhang mit den Lärmvorwürfen, die einige Nachbarn gegen die Löschgruppe Villip erheben. Die CDU-Mitglieder Alois Schwind, Albert Schmitz, Pascal Blaise, Tobias Teichner und Ulf Hausmanns kritisieren in einem Brief an Bürgermeisterin Renate Offergeld und Wehrleiter Markus Zettelmeyer „die in unseren Augen völlig unangemessene Sperrung des Gartenbereichs“ des Villiper Gerätehauses. Die Unterzeichner fordern, die Maßnahme unverzüglich zurückzunehmen.

Auf Nachfrage bestätigte Villips Löschgruppenführer Dominik Zorn, dass die Sperrung des Gartenbereiches in der vergangenen Woche verhängt worden sei, „aber zunächst nur für die Dauer des Mediationsverfahrens, was die Gemeinde mit der Löschgruppe und den Nachbarn führen will“. Feuerwehrchef Markus Zettelmeyer ergänzte, dass der Außenbereich des Gerätehauses in dieser Zeit „für kameradschaftliche Treffen und Besprechungen“ tabu sein soll. Bei dieser Sperrung habe die Löschgruppe kein Mitspracherecht gehabt, „sondern das ist von der Verwaltungsspitze so angeordnet worden“, so Zorn. Am Wochenende hatte die Villiper Löschgruppe beim Gemeindefeuerwehrtag Zivil getragen – aus Protest gegen die aus ihrer Sicht fehlende Unterstützung in dem Nachbarschaftsstreit durch die Verwaltungsspitze „Das war schon sehr ungewöhnlich“, so Zettelmeyer.

„So sehr es zu bedauern ist, dass die ursprüngliche Diskussion über gegenseitige nachbarschaftliche Rücksichtnahme und über das, was einander in der konkreten Situation um das Feuerwehrhaus im Dorfzentrum zumutbar ist, ganz offensichtlich aus dem Ruder gelaufen ist, so wenig lässt sich die Sperrung des Gartens nachvollziehen“, schreiben die CDU-Leute weiter in ihrem Brief. Mit der Einschränkung: „Unterstellt, dass sie durch Sie als Wehrleitung angeordnet wurde.“ Aus Sicht der Politiker wirke die Aktion noch vor der angekündigten Moderation durch einen konflikterfahrenen Spezialisten aus dem Feuerwehrbereich wie eine Provokation: „Das hätte Ihnen bewusst sein müssen, die Sie wie niemand sonst seit Jahren mit der Situation und den Menschen vertraut sind, die sich in der Villiper Löschgruppe ehrenamtlich in den Dienst ihrer Mitbürger stellen.“

Die Unterzeichner sind absolut sicher, „dass die Kameraden der Villiper Wehr aus ihrem Selbstverständnis heraus darauf bedacht sind, alles zu tun, was zu einer guten Nachbarschaft beiträgt; genauso, wie sie alles tun, um sich und ihre Geräte für die unverzichtbaren Ernstfälle des gemeindlichen Lebens fit und in Schuss zu halten“. Diese Motivation zu gefährden, halten Schwind, Schmitz, Blaise, Teichner und Hausmanns „für fahrlässig in einer Zeit, wo man eher über die Ausdehnung der Ehrenamtskarte auf diesen Kreis nachdenken sollte, als über Möglichkeiten, die Wehrleute entgegen ihrer immer wieder bewiesenen Motivation zum ehrenamtlichen Einsatz massiv zu frustrieren“.

Löschgruppenführer Zorn bestätigte, dass in der Tat bei einigen seiner Kameraden die vorübergehende Sperrung wenig positiv aufgenommen worden sei. Vor allem herrsche die Befürchtung, dass daraus eine dauerhafte Maßnahme werden könne. Bürgermeisterin Renate Offergeld wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern, „sondern die rechtliche Stellungnahme des Mediators abwarten“.

Thema war der Streit zwischen der Löschgruppe und den Nachbarn am Mittwochabend dann erstmals in einem politischen Gremium, und zwar in der Sitzung des Hauptausschusses. Oliver Henkel (Grüne) wollte diesen Punkt im Gegensatz zur Verwaltung zusätzlich in den öffentlichen Teil der Tagesordnung aufnehmen. Dies wurde von der Mehrheit der Mitglieder bewilligt. Dabei ging es Henkel nach eigener Aussage ausdrücklich nicht um Personen. Vielmehr wolle er klären, „welche rechtlichen Verstöße der Löschgruppe in Sachen Lärm konkret vorzuwerfen sind“.