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Ein neues Biotop für Tiere und Pflanzen: Trockenmauer ist kein Hexenwerk

Ein neues Biotop für Tiere und Pflanzen : Trockenmauer ist kein Hexenwerk

Ulrike Aufderheide lässt ihren Blick über die neun Teilnehmer ihres "Trockenmauer"-Volkshochschulkurses gleiten und lächelt zufrieden. Mit ihren Schützlingen hat sie dieses Mal richtig Glück gehabt, alle arbeiten hervorragend und haben Spaß.

Am Adendorfer Dorfplatz baut die Diplom-Biologin zusammen mit ihren "Schülern" eine 30 Meter lange Trockenmauer auf Sitzhöhe. Finanziell unterstützt wird sie dabei vom örtlichen Festausschuss, der die Mauer finanziert. Im Rahmen des Kurses hat Aufderheide dem GA einige Tipps und Tricks gegeben, wie man sich im heimischen Garten eine eigene Trockenmauer aus Natursteinen ohne Zuhilfenahme von Mörtel baut.

Eine solche Mauer ist nicht nur schön anzusehen und wertet einen Garten auf, sondern bietet auch ein wichtiges Biotop für zahlreiche Pflanzen und Tiere. In den Fugen finden sich später nämlich besondere Pflanzengesellschaften, die sich an die extremen, hier vor allem mageren Standortbedingungen angepasst haben.

"Eine Trockenmauer zu bauen ist kein Hexenwerk", erklärt Ulrike Aufderheide. "Die Grundlagen für den Bau einer solchen Mauer haben wir alle im Alter von zwei Jahren erlernt", weiß Aufderheide, "und zwar beim Spielen mit Bauklötzen."

Die Diplom-Biologin, die naturnahe Garten- und Grünanlagen plant, rät für den Bau einer Trockenmauer lokales Gestein zu verwenden. "Die Grauwacke ist sehr zu empfehlen, abraten würde ich dagegen von Granit oder auch Sandstein. Oftmals stammen diese Gesteine aus Indien und wurden mittels Kinderarbeit gewonnen", sagt die Biologin.

Wer sich eine Trockenmauer bauen möchte, muss allerdings auch vergleichbar hohen Kosten einplanen. Wer sich diese von einem Fachmann errichten lässt, muss für den Quadratmeter Ansichtsfläche mit Kosten zwischen 250 Euro und 500 Euro rechnen.

"Für das Projekt hier in Adendorf liegen wir, weil wir ja selbst Hand anlegen, bei einem Preis von knapp 66 Euro pro Quadratmeter Ansichtsfläche", erklärt Aufderheide mit einem Blick auf die Stein-Sammelstelle. Wichtig ist es nämlich, dass man die Steine nicht alle auf einem Haufen lagert. Alle müssen ihrer Größe nach sortiert und gelagert werden - so hat man es später beim Bau viel einfacher.

Der Unterbau einer Trockenmauer besteht aus verdichtetem Schotter, die Hinterfüllung aus Schotter reicht bis hinter den Deckstein, sprich den oberen, letzten Stein. Diese Hinterfüllung wird parallel zum Aufbau verdichtet, die Mauerbasis muss dabei mindestens 30 Zentimeter betragen. Bei der Trockenmauer ruht Stein auf Stein, eine Fugenfüllung gibt es nicht. Große Steine liegen als Decksteine unten. "Wichtig ist, dass man die Pflanzen während des Aufbaus mit einmauert. Hierfür eignet sich Felsspaltenvegetation, wie zum Beispiel die Weiße Fetthenne oder auch Mauerpfeffer", rät Ulrike Aufderheide.

Beim Aufeinanderschichten der Steine ist zu beachten, dass man keine Kreuzfugen und keine durchgehenden Stoßfugen fabriziert. Mit Spezialwerkzeug, das man sich am besten leiht, weil sonst die einmaligen Kosten zu hoch wären, schlägt man sich die Steine zurecht. Große Lücken werden mit kleinen Steinen gefüllt.

"Wer sich eine Trockenmauer baut, der schafft sich nicht nur etwas Schönes, sondern vor allem etwas sehr Langlebiges", weiß Ulrike Aufderheide.

Weitere Informationen gibt es unter www.naturgarten.org.