Worauf Eltern jetzt achten sollten Unbekannte sollen Schulkinder in Wachtberg angesprochen haben

Wachtberg-Niederbachem · In einem Whatsapp-Aufruf werden Wachtberger Eltern vor einer Bande gewarnt, die versuchen soll, Kinder auf dem Schulweg abzufangen. Die Bonner Polizei ermittelt derzeit in zwei Fällen.

 Auf der Ahrweiler Straße in Berkum soll ein Junge angesprochen worden sein, der sich auf seinem Rückweg aus der Schule befand.

Auf der Ahrweiler Straße in Berkum soll ein Junge angesprochen worden sein, der sich auf seinem Rückweg aus der Schule befand.

Foto: Axel Vogel

Eine an zahlreiche Eltern gerichtete Whatsapp-Nachricht sorgt derzeit für Gesprächsstoff in Wachtberg: Ein Mann und eine Frau sollen unterwegs sein, „die Kinder auf dem Schulweg abfangen und versuchen, die Kinder mit Schokolade ins Auto zu locken“, heißt es in der Nachricht. Und weiter: Es werde davon ausgegangen, „dass dahinter eine Gruppe steckt mit mehreren Leuten“. Als Standort wird „Wachtberg“ angegeben und die Nachricht schließt mit einem Appell an die Eltern, „passt auf Eure Kinder auf“. Die Polizei sei informiert.

Laut Michael Beyer, Sprecher der Bonner Polizei, sei der Fall seiner Behörde am Nachmittag des 23.11.2023 gemeldet worden. Konkret gehe es dabei um den Verdacht eines verdächtigen Ansprechens eines Kindes an der Ahrweiler Straße in Berkum. Die Situation soll sich am 22.11.2023 ereignet haben. Wie der Polizeisprecher ausführte, soll auf der besagten Straße gegen 13 Uhr ein achtjähriger Junge auf dem Nachhauseweg von der Berkumer Grundschule von einer Frau aus einem Pkw heraus angesprochen worden sein. Die Frau, die das Kind auf etwa 40 Jahre schätzt und die schwarzen Haare gehabt haben soll, soll dem Jungen Schokolade angeboten haben, wenn er in das Fahrzeug einsteige.

Polizei sieht keinen Verdacht auf Bandenkriminalität

Michael Beyer erklärte dazu, dass die Polizei ein Sicherheitsgespräch mit der Mutter geführt hat und mit der Schule in Kontakt steht. „Der betroffene Junge wird im Beisein eines Erziehungsberechtigten zu dem Vorfall angehört“, sagte Beyer weiter. Darüber hinaus sind der Polizei nach Aussage von Beyer aber keine weiteren, ähnlichen Vorfälle in Wachtberg gemeldet worden. Der Polizeisprecher betonte, dass es keinerlei Hinweise gebe, dass hier eine Bande am Werk sei.

„Grundsätzlich gehen wir allen Hinweisen auf Straftaten oder eine Gefahrenlage nach“, führte der Bonner Polizeisprecher aus. Insbesondere bei Hinweisen auf ein „verdächtiges Ansprechen von Kindern“ werde seine Behörde unverzüglich tätig, um gegebenenfalls Gefahren zu ermitteln, „unabhängig von einer möglichen strafrechtlichen Relevanz“, so Beyer weiter:. „Wir nehmen die Hinweise auf und leiten sie dem zuständigen Kriminalkommissariat zur Aus- und Bewertung weiter. Dies im übrigen auch, um einer Verbreitung von nicht gesicherten Informationen in den sozialen Medien entgegenzuwirken“.

Zu einem weiteren Vorfall, der sich jüngst auf dem Heiderhof ereignet haben soll, und der auch in Bad Godesberg, beispielsweise in Whatsapp-Gruppen, für entsprechende Warnhinweise an Eltern gesorgt hatte, sagt die Bonner Polizei: Es besteht der Verdacht, das am 17. November ein Junge auf dem Akazienweg von einem unbekannten Mann in verdächtiger Weise angesprochen worden sein soll. In der Folge gingen bei der Polizei dazu keine weiteren Hinweise oder Meldungen ein. Auch eine Befragung der Mutter des Kindes ergab keine weiteren Hinweise.

Wie sich Eltern und Kinder schützen können

Wenn ein Kind von einem Vorfall berichtet, bei dem es von einer fremden Person angesprochen und sogar bedrängt wurde, rät die Bonner Polizei grundsätzlich dazu, zunächst Ruhe zu bewahren. Eltern sollten Ihrem Kind vermitteln, dass es jetzt bei Ihnen sicher ist. Auch sei ein Lob angebracht, wenn es sich Ihnen direkt offenbart hat. Weiterhin rät die Polizei dem Kind zu glauben und seiner Schilderung aufmerksam zuzuhören, „ohne nachzubohren oder ihm Vorhaltungen zu machen“. Zudem sollten Eltern sofort über den Notruf 110 die Polizei verständigen. Zur Vorbeugung empfehlen die Präventionsexperten folgendes: Eltern sollten beispielsweise nicht auf der Kleidung oder dem Schulranzen des Kindes von außen sichtbar seinen Namen anschreiben. Ein weiterer Tipp lautet, den Nachwuchs zur Pünktlichkeit anzuhalten.

Zudem lautet ein Appell: Ein Kind muss wissen, wo es die Eltern erreichen kann. Ferner sollten Kinder nur gemeinsam zur Schule oder zum Spielplatz geschickt werden. Ganz wichtig: Kinder müssen laut Polizei lernen, Distanz zu Fahrzeugen zu halten, wenn sie angesprochen werden. Weitere Infos gibt es unter bonn.polizei.nrw/artikel/ansprechen-von-kindern-durch-fremde. Das Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz steht für weitere Nachfragen zur Verfügung unter 0228 15-7676.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort