Vereinsgründung vor 50 Jahren Deshalb gab es in den 70ern Schlangen am Vereinsgelände des TC Wachtberg

Wachtberg · Den TC Wachtberg gibt es seit 50 Jahren. Anfangs spielten die Mitglieder noch auf Beton. Trotzdem war der Andrang riesig. Das hatte einen besonderen Grund.

Auf der Tennisanlage des TC Wachtberg wird wieder unter freiem Himmel gespielt.

Auf der Tennisanlage des TC Wachtberg wird wieder unter freiem Himmel gespielt.

Foto: Sebastian Flick

Endlich wieder unter freiem Himmel spielen: Diesem Tag hat der Tennisclub Wachtberg lange entgegengefiebert. Die Vorfreude auf die neue Saison ist besonders groß, denn der TC Wachtberg feiert diesen Sommer sein 50-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums darf man sich auf einige sportliche und unterhaltsame Höhepunkte auf der idyllisch gelegenen Vereinsanlage an der Oberdorfstraße freuen. Zudem erscheint im Juli eine Jubiläumsfestschrift, mit der auf ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte zurückgeblickt wird.

In der Gründungszeit des Vereins, Anfang der 1970er Jahre, galt Tennis als elitäre Sportart, die Vereine trafen bei der Aufnahme ihrer Mitglieder stets eine strenge Auswahl. 18 tennisbegeisterte Wachtberger, die nicht zum Kreis der elitären Sportler zählten, ließen sich die Lust am Sport nicht nehmen und beschlossen am 7. Juli 1973 ihren eigenen Tennisverein, den TC Wachtberg, zu gründen. Nach der Eintragung ins Vereinsregister am 23. April 1974 und der langwierigen Suche nach einer Fläche für das Vereinsgelände errichteten die Tennisfreunde in vollständiger Eigenleistung eine Anlage mit drei Außenplätzen.

Obwohl hier noch auf Betonplatten gespielt wurde, war die Nachfrage – nicht zuletzt auch aufgrund der niederschwelligen Aufnahmeregelungen – enorm. Die Mitgliederzahlen stiegen gleich in den ersten Jahren rasant an, sodass die drei Tennisplätze kaum ausreichten: „An den Vorabenden wurden damals Listen ausgelegt, in die man sich für den nächsten Tag eintragen konnte“, berichtet Thomas Manger, heutiger 1. Vorsitzender des TC Wachtberg.

Das Interesse war so enorm, dass man beschloss, die Listen erst ab 24 Uhr auszulegen. Die Folge: Viele Vereinsmitglieder machten sich zu sehr später Stunde – oftmals nach dem Kneipenbesuch – auf den Weg zur Tennisanlage. Am „Hexenhäuschen“ waren von da an jeden Tag zu nächtlicher Stunde lange Schlangen zu sehen. „Das muss damals Tumulte gegeben haben“, mutmaßt Mangel.

Das Hexenhäuschen ist ein altes Fachwerkhäuschen auf dem Vereinsgelände, das in den ersten Vereinsjahren als Club-Heim genutzt wurde und heute unter Denkmalschutz stehend als Lagerraum für Trainingsutensilien fungiert. Mit der Erweiterung auf zunächst sechs und später auf neun Plätze sowie dem Umbau der Betonplätze zu Sandplätzen im Jahr 1988 konnte der TC Wachtberg der großen Nachfrage einigermaßen gerecht werden.

Weniger als fünf Jahre nach Vereinsgründung knackte der TC Wachtberg bereits die 200-Mitglieder-Marke. Anfang der 1980er Jahre zählte der Verein bereits doppelt so viele Mitglieder, einige Jahre später wurde die 500er-Marke erreicht. Dank Tennis-Legenden wie Steffi Graf und Boris Becker boomte der Sport in dieser Zeit.

Drei Mannschaften spielen in der Verbandsliga

Im Gegensatz zu vielen anderen Tennisvereinen gab es aber auch zu Beginn des neuen Jahrtausends, als Tennis nicht mehr so populär war, keinen Mitgliederschwund. Die Mitgliederzahlen des TC Wachtberg sind über all die Jahrzehnte bis heute stabil geblieben. „Wir bieten Breitensport für Familien und sind stets ein bodenständiger Verein geblieben“, erläutert Mangel die Gründe für die Beliebtheit des TC Wachtbergs, der aber auch im Leistungssport viele Erfolge erzielen konnte: Aktuell spielen drei Mannschaften in der Verbandsliga und bei den Medenspielen ist der TC Wachtberg in allen Altersklassen vertreten.

Ein weiteres Ass landete der TC Wachtberg mit dem Bau der in idyllischer Natur gelegenen Vereinsanlage: „Hier wurde von Beginn an bis zum heutigen Tag alles ehrenamtlich in Eigenregie angelegt“, berichtet Clubhaus-Wart Rolf Grötzinger. Unterstützung gab es dabei von einem Landschaftsarchitekten, der auch Vereinsmitglied ist. „Das ist nicht nur unsere Sportanlage, sondern auch unser Naherholungsgebiet“, sagen Mangel und Grötzinger. Jüngstes Projekt in Eigenregie ist die Erweiterung der Terrasse mit der Errichtung eines großen Sonnensegels, für das erst vor wenigen Wochen die Pfähle gesetzt wurden. Hier lässt es sich auch prima in der dem Verein angeschlossenen Gastronomie schlemmen und dem sportlichen Treiben auf den insgesamt zehn Plätzen zuschauen.

Verein hat keine Nachwuchssorgen

Heute gehören dem TC Wachtberg über 500 Mitglieder an, was bedeutet, dass etwa jeder 40. Einwohner Wachtbergs Mitglied im Verein ist. Auch um den Nachwuchs ist es gut bestellt: 220 Jugendliche zählen zu den Mitgliedern, 130 von ihnen befinden sich derzeit aktiv im Training. Hochbetrieb auf der Anlage herrscht diesen Sommer nicht nur an den Trainingstagen und während der Ligaspiele: Das erste sportliche Highlight im Jubiläumsjahr findet bereits am Pfingstwochenende statt, wenn am 18. und 19. Mai die 8. Wachtberg Open ausgetragen werden, ein Traditionsturnier für Jedermann, das der TC Wachtberg im vergangenen Jahr wieder hat aufleben lassen.

Am Pfingstmontag, 20. Mai, lädt der TC Wachtberg ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Neben einem Schnuppertraining für Jedermann darf man sich auf viele Familienaktivitäten freuen. Die große Jubiläumsfeier folgt dann im Spätsommer: Am 24. August feiert der TC Wachtberg sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Sommerfest, bei dem es neben zahlreichen Familienattraktionen abends auch Live-Musik geben wird.

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