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Wachtberg-Adendorf: Illegale Mountainbikestrecke in Privatwald entdeckt

Waldschäden in Adendorf : Illegale Mountainbikestrecke in Privatwald entdeckt

Waldbesitzer Georg Freiherr von Loë ärgert sich über rücksichtslose Kinder und Erwachsene, die Bäumen und Pflanzen schaden. Der Adendorfer wünscht sich, dass Besucher auf den Wegen bleiben, damit Natur und Tiere nicht gestört werden.

Gerade in der aktuellen Krisenzeit nutzen viele Menschen den Wald, um frische Luft zu schnappen und sich zu erholen. Manche Besucher beachten allerdings die geltenden Regeln nicht und richten damit große Schäden an. Einige meinen sogar, den Wald nach seinem Gusto formen zu können und zerstört damit unwiderruflich die durch die Trockenheit ohnehin gestressten Pflanzen, erzählt Georg Freiherr von Loë. Der Waldbesitzer aus Adendorf stand jüngst vor massiven Schäden durch eine illegal angelegte Mountainbike-Strecke neben einem Holzrückweg.

Waldbesitzer hatte Keimlinge gesetzt

„Hier wächst in den nächsten Jahren gar nichts mehr“, sagt von Loë und zeigt die Schäden am verdichteten und aufgebrochenen Boden, auf dem bis vor Kurzem noch Keimlinge wuchsen. An Bäumen war zudem für den Bau der Strecke offenbar Borke mit einer Hacke oder Axt abgeschlagen, Schrauben hineingebohrt und Wurzeln abgesägt worden. Einen Jungen, den er auf zehn Jahre schätzt, hatte er mit einer Schaufel in der Hand angetroffen. „Ich habe in diesem Fall auf eine Anzeige verzichtet und dem Kind ebenso wie dem Vater die Sache erklärt“, so von Loë. Eine Dauerlösung könne das allerdings nicht sein, weil sich zu viele nicht an die Regel hielten, auf den Wegen zu bleiben, um Natur und Tiere nicht zu stören.

Dort, wo der Junge gebaut hatte, waren vor einigen Monaten Bäume gefällt worden, um den jungen Keimlingen mehr Licht zu bieten. „Nur so können die Pflanzen wachsen, nur so kann sich der Wald auch wieder verjüngen“, erklärt von Loë. Stattdessen müsse er nach der großflächigen Zerstörung nun unter Umständen aus Sicherheitsgründen beschädigte Bäume fällen lassen. „Man kann hier jetzt auch nichts mehr nachpflanzen, weil es nicht mehr wachsen wird“, macht der Fachmann das Dilemma deutlich. „Der Boden ist zerstört und verdichtet, neue Pflanzungen würden in der derzeitigen Trockenphase nicht mehr genug Wasser bekommen.“

Natur leidet aktuell ohnehin unter Stress wegen Wassermangel

Besonders jetzt, wo die Natur wegen des Wassermangels unter extremem Stress leide, würden Forstwirte und Waldbesitzer mit viel Umsicht handeln, um den Wald gesund zu erhalten. „Man muss genau einschätzen, wo man welche Maßnahmen ergreifen muss, damit möglichst viele Keimlinge die Trockenheit überleben“, sagt der Waldbesitzer. Deshalb appelliert er dringend an die Waldbesucher, auf den angelegten Wegen zu bleiben. Diese Wege erhalte er persönlich aus privaten Mitteln, um den Menschen aus Adendorf und dem nahen Meckenheim die Möglichkeit zur Erholung zu bieten. „Man muss also nicht mitten durch den Wald laufen, um die Natur zu genießen“, so von Loë.

Trotzdem habe er in den letzten Wochen viele Menschen außerhalb der Wege angetroffen. In einem Fall traf er auf einem mittlerweile breit ausgetretenen Trampelpfad sogar eine ganze Gruppe Nordic Walker, die sich keiner Schuld bewusst gewesen seien, nennt von Loë ein Beispiel für die Sorglosigkeit der Menschen. „Auch dort wird immer mehr Boden verdichtet und damit Natur zerstört.“ Mehr Unrechtsbewusstsein hatte da ein etwa 15-jähriger Junge, der mit seinem Mountainbike auf den Wegen unterwegs war. „Der wusste genau, dass man nicht ins Unterholz fahren darf.“ Auch im Ennert und im Siebengebirge gibt es diverse Strecken abseits der Wege.

Weil der Wald im nunmehr dritten Jahr unter der Trockenheit leide, könne er voraussichtlich dem Nabu nicht erlauben, seine Waldherbsttage hier zu verbringen, kündigt von Loë an: „Die Natur braucht unsere Rücksicht, um zu überleben.“