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Wachtberg-Adendorf: Kinder bringen Buntspechtküken in Wachtberg in Gefahr

Küken schlüpfen am Sportplatzzugang : Wachtberger hatten ein Auge auf Buntspecht-Brut

Zwei Buntspechte nisteten an einem Sportplatzzugang in Wachtberg-Adendorf. Als das frisch geschlüpfte Küken lauthals nach Nahrung schrie, wurde ihm das fast zum Verhängnis.

Viele wunderten sich, warum sich ein Buntspechtpaar ausgerechnet den eher unruhigen Zugang zum Sportplatz im ehemaligen Töpferort ausgesucht hatte, um seine Höhle – noch dazu in Augenhöhe - in einen Weidenstamm zu treiben. Solange das Küken im Ei wuchs und somit keinen Pieps von sich gab, maß kaum jemand der etwas mehr als hühnereigroßen, kreisrunden Öffnung im Stamm Bedeutung zu. Als der Nachwuchs jedoch schlüpfte und der Nesthocker kurze Zeit später ohne Unterlass lauthals Nahrung forderte, wurde ihm das beinahe zum Verhängnis.

„So schnell konnte ich fast gar nicht rennen, wie das passiert ist“, erinnerte sich Nachbarin Susanne Güpkens. Eine Kindergruppe hatte das Nest entdeckt. „Die waren vielleicht im Grundschulalter“, schätzte Güpkens. Offenbar fand der menschliche Nachwuchs den erst zart befiederten, hungrig rufenden Spechtnachwuchs sehr interessant. Weil das von den vielen menschlichen Stimmen verschreckte Tier sich tief in die Höhle verkroch, versuchten die Kinder es zu einer Reaktion zu animieren.

Buntspechte nisten in Wachtberg

Kinder versuchten Buntspechte zu locken

„Sie haben gegen den Stamm geschlagen, reingeschrien und wollten etwas reinwerfen“, berichtete die Nachbarin, die gerade noch rechtzeitig einschritt. Daraufhin wurden die etwas entfernter stehenden begleitenden Erwachsenen der Gruppe auf die Situation aufmerksam. Sie bekräftigten die Erklärung der Nachbarin, dass die Tiere nicht wie Menschenkinder spielen wollen und Ruhe brauchen. Die Kids hielten anschließend Abstand von der Vogelwohnung.

Auf dass dem Küken kein weiteres Ungemach widerfährt, informierte die im Tierschutz aktive Sportplatznachbarin die Bewohner der direkt umliegenden Häuser und die ihr bekannten Hundebesitzer, deren täglicher Gassiweg an der tierischen Behausung vorbeiführt. „Alle haben ein bisschen mit aufgepasst, damit die Vögel ihre Ruhe haben“, so Güpkens. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Zum Wochenende hörte man das zwitschernde Zwiegespräch zwischen fütternden Eltern und herangewachsenem Küken erstmals außerhalb der Behausung in den umliegenden Gärten. In der Höhle ruft zurzeit niemand mehr nach Futter. Damit dürfte der Vogel im wahrsten Sinne des Wortes ausgeflogen sein.