Auf einmal standen die Bauarbeiter vor der Tür Ärger um den Glasfaser-Ausbau der Telekom in Wachtberg

Niederbachem · Anlässlich des Ausbaus des Galsfasernetzes in Niederbachem kristieren Anwohner fehlende Informationen im Vorfeld. Zudem wurde eine Gemeindestraße beschädigt. Was dahinter steckt.

 Angesichts des Ausbau des Glasfaserausbaus in Niederbachem hätte sich mancher Anleger ene bessere Informationspolitik im Vorfeld gewünscht. Auch in der Kita Glühwürmchen, wo die die Arbeiten gerade laufen.

Angesichts des Ausbau des Glasfaserausbaus in Niederbachem hätte sich mancher Anleger ene bessere Informationspolitik im Vorfeld gewünscht. Auch in der Kita Glühwürmchen, wo die die Arbeiten gerade laufen.

Foto: Axel Vogel

Derzeit sind auf einigen Straßen in Niederbachem umfangreiche Bauarbeiten zu beobachten. Dabei werden beispielsweise auf dem Kesselsfeldweg und der Mehlemer Straße die Fahrbahndecke geöffnet und Glasfaserkabel verlegt. Dabei handelt es sich die Umsetzung eines bereits vor geraumer Zeit angekündigten Netzausbaus der Deutschen Telekom. Zweifellos dürften sich viele über die neuen Glasfaserleitungen freuen, die Internetverbindungen nun wesentlich schneller und leistungsstärker machen dürfte.

Doch mancher Hausbewohner ist jetzt erst einmal ungehalten darüber, dass die Bauarbeiten quasi unangekündigt und ohne eine vorherige Information begonnen hatten. Darüber hatte beispielsweise Wolfang Beth, Anwohner an der Austraße, wo die Arbeiten jetzt weitgehend beendet sind, anlässlich des Besuchs von Jörg Schmidt im Zuge seiner regelmäßigen Bürgermeister-vor-Ort-Termine beschwert. Dieses Mal hatte Schmidt der Weg nach Niederbachem geführt.

Für Wolfgang Beth ist das große Problem an den Arbeiten: „Es hat im Vorfeld keine Information für die Anlieger stattgefunden, wann wo was passiert.“ Für Beth, der in einem Mehrfamilienhaus an der Austraße wohnt, hatte das in seinem Fall unliebsame Konsequenzen. Am 29. April, einem Samstag, um 7.45 Uhr hatten nach seiner Schilderung Arbeiter begonnen. „Das war eine Unverschämtheit“, so Beth: „Ich wusste überhaupt nicht, was los war.“ Unglücklicherweise hätten die Arbeiter auch die Zufahrt zum Hof so mit Erdreich und Steinen zugesetzt, dass praktisch den ganzen Tag kein Durchkommen mehr war: „Im Hof sind Stellplätze für drei Autos“, schildert Beth.

Kühlschrank musste zwischengelagert werden

Höchst ärgerlich sei darüber hinaus für ihn gewesen, dass just an dem Tag ein Kühlschrank für ihn angeliefert werden sollte. Für die Anlieferer habe es aber ebenfalls kein Durchkommen in seine Souterrainwohnung gegeben: „Und dafür habe ich 70 Euro extra an Transportkosten bezahlt.“ Gott sei Dank habe er das Küchengroßgerät spontan an dem Tag bei einem Freund an der Konrad-Adenauer-Straße zwischenlagern können.

Damit noch nicht genug: Wolfang Beth waren allein im Umfeld seines Wohnhauses rund 15 im Zuge der Bauarbeiten beschädigte Steine aufgefallen, und ein Bürgersteig, „der am Ende krumm und schief verlief“. Ähnliche Klagen waren auch von anderen Anliegern der Austraße zu hören, etwa von Jutta Gross: „Die standen auf einmal ohne jede Information vor der Tür. Ich hatte gerade noch Zeit, das Auto wegzusetzen." Die Arbeiter seien sehr fleißig gewesen und hätten sogar samstags geabeitet. „Allerdings gibt es jetzt noch Schäden im Asphalt, die beseitigt werden müssen."

Dass es in der Tat bei Thema „Vorabinformationen“ bei den Baumaßnahmen zu hapern scheint, bestätigte sich jetzt auch in der Mehlemer Straße. Dort konzentrieren sich derzeit die Arbeiten. So ist etwa aus der Kita Glühwürmchen zu hören, dass die Arbeiten eines Morgens „ohne irgendeine Vorwarnung“ vor der Einrichtung begonnen hätten. Das sei vor allem auch deshalb problematisch gewesen, weil von den Bauarbeiten weitere Parkplätze blockiert werden, die vor Ort ohnehin Mangelware sind. „Dass die Telekom aktuell in der Austraße und der Mehlemer Straße Glasfaserausbauarbeiten durchführt, ist uns bekannt“, sagt dazu Gemeindesprecherin Margrit Märtens auf Anfrage: „Auch, dass es dabei zu Schäden an der Straße (Gemeindestraße!) gekommen ist.“ Die Gemeinde sehe deswegen bereits in Kontakt mit der Telekom, „damit diese Missstände behoben und im weiteren Ausbau vermieden werden“. Eine Sprecherin der Telekom sagte dazu lediglich: „Wir geben diese gerne an das Bauunternehmen weiter.“

Telekom baut Netz aus

Wie die Gemeinde bereits mitgeteilt hatte, plant die Deutsche Telekom neben Niederbachem auch in Villip und Pech den weiteren Ausbau des schnellen Glasfasernetzes. Rund 3800 Glasfaseranschlüsse bis ins Haus sind vorgesehen. Anschließend, 2024, sei ein Ausbau auch in Berkum in Planung.

„Eine leistungsfähige, hochmoderne digitale Infrastruktur sichert die Zukunft aller Bürgerinnen und Bürger und Gewerbebetriebe in der Gemeinde", hatte Klaus Werner, Finanzchef der Telekom Deutschland, bei einem Treffen mit Bürgermeister Jörg Schmidt anlässlich der Vorstellung des Projektes vor etwas über einem Jahr gesagt. Damit würden die Nutzerinnen und Nutzer auch resilienter gegenüber Krisen – das hae sich gerade in der Corona-Pandemie gezeigt. „Ein Glasfaseranschluss in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus ist genauso wichtig wie ein Anschluss an Strom, Wasser oder Gas. Außerdem steigert er den Wert der Immobilie”, so Werner weiter.

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