Feuerwerk in Wachtberg Bürger fordert Böllerverbot rund um Fachwerkhäuser

Wachtberg · Das Abbrennen von Pyrotechnik ist in Wachtberg immer wieder ein Thema. Zuletzt ging es um ein explizites Böllerverbot für den Rodderberg. Nun stehen die Fachwerkhäuser im Fokus.

Ein Böllerverbot rund um die Wachtberger Fachwerkhäuser wünscht sich ein Fritzdorfer.

Ein Böllerverbot rund um die Wachtberger Fachwerkhäuser wünscht sich ein Fritzdorfer.

Foto: dpa/Tobias Kleinschmidt

Böllern an Silvester ist ohnehin ein umstrittenes Thema. Lieben die einen die bunten Raketen, sprechen die anderen von Umweltverschmutzung, Geldverschwendung und einer Zumutung für Tiere. Auch in Wachtberg wird über das Thema kontrovers diskutiert, an einigen Stellen – wie am Rodderberg – gilt wegen der in Naturschutzgebieten geltenden Regeln bereits ein Böllerverbot, an anderen Orten wird es gefordert.

So in Fritzdorf. Dort, so wünscht sich ein Wachtberger in einem entsprechenden Antrag, sollte rund um die Hofanlage an der Fritzdorfer Straße 8 das Abbrennen pyrotechnischer Materialien verboten werden. Und zwar das ganze Jahr über. Darüber hinaus sollte diese Verbotszone auf alle Fachwerkhäuser im Drachenfelser Ländchen ausgeweitet werden.

Böller traf historische Hauswand

Die Begründung: An Silvester 2022/23 habe sich „in erschreckender Weise gezeigt“, dass einige Anlieger den Straßenbereich nutzten, „um dort pyrotechnisches Feuerwerk abzubrennen und laute Böllerschüsse zu zünden“. Schon damals hatten die Betroffenen die Hauptverursacher angesprochen und angekündigt, „bei Wiederholung Maßnahmen zu ergreifen“. Das allerdings habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Silvester 2023/24 wurde wieder geböllert. „Hierbei wurde ein großer Feuerwerkskörper, angeblich versehentlich, gezündet und dieser schlug gegen die Hauswand des Fachwerkhauses der Hofanlage Fritzdorfer Straße 8“, beschreibt der Antragsteller. Das betroffene Gebäude stamme aus dem Jahr 1724 und sei damit 300 Jahre alt.

In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden wie Fachwerkhäusern sei das Abbrennen von Pyrotechnik verboten – das gelte ganzjährig für das gesamte Bundesgebiet, so der Wachtberger. „Somit trifft die angegebene Gesetzesgrundlage im vorliegenden Fall auf das Fachwerkhaus inklusive der gesamten Hofanlage vollumfänglich zu“, sagt er.

Dem stimmt die Gemeinde Wachtberg zu. Es sei gesetzlich bereits klar geregelt, „dass es in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern ganzjährig verboten ist, jegliche Kategorie von Feuerwerksartikeln abzubrennen“. Das Problem aber sei, dass dies in der Bevölkerung kaum bekannt sei.

Darüber hinaus könne die Verwaltung eine Allgemeinverfügung für Silvester erlassen, in der das ganzjährig gültige Böllerverbot für den 31. Dezember noch einmal bekräftigt wird. Aus dieser aber müsse deutlich hervorgehen, für welchen Bereich das Verbot konkret gelte. Heißt: im Vorfeld müssten „alle in Frage kommenden Gebäude und Anlagen in den Ortsteilen identifizieren und geprüft werden, ob für diese eine solche Verfügung zweckdienlich und vor allem umsetzbar ist. Dieses erscheint schwierig.“ Daher schlägt die Gemeinde eine Alternative vor: Aufklärung durch offensive Öffentlichkeitsarbeit.

Böllerverbot an Photovoltaikanlagen?

Vergleichbare Beschwerden wie die aus Fritzdorf gibt es laut Margit Märtens, Sprecherin der Gemeinde Wachtberg, aktuell übrigens nicht. Allerdings sei „noch eine Eingabe anhängig, in der ein Bürger nach der Möglichkeit für die Einrichtung von Feuerwerksverbotszonen im Umkreis von Photovoltaikanlagen fragt“.

Wie es weitergeht, liegt nun in den Händen des Hauptausschusses. Dieser trifft sich am Donnerstag, 22. Februar, ab 18 Uhr im Wachtberger Rathaus und berät unter anderem über den Bürgerantrag.

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