Einsatz in Wachtberg Feuerwehr befreit 18 Jahre alte Kuh aus Bachlauf

Wachtberg-Ließem · In Wachtberg haben Feuerwehrleute am Sonntag die 18 Jahre alte Kuh Betty befreit, die in einem aufgeweichten Bachlauf feststeckte. Der Einsatz stellte die Rettungskräfte zunächst vor Schwierigkeiten.

In Wachtberg-Ließem haben Rettungskräfte am Sonntag eine Kuh aus einem Bach befreit.

In Wachtberg-Ließem haben Rettungskräfte am Sonntag eine Kuh aus einem Bach befreit.

Foto: Ulrich Felsmann

„Es war wirklich ein einmaliger Einsatz“, erinnert sich Michael Ruck an den Sonntag. Da rückte die Feuerwehr Wachtberg, deren Sprecher er ist, zur 18-jährigen Betty aus. Betty ist eine Kuh, zu dem Zeitpunkt übrigens in einer misslichen Lage. Denn sie steckte im aufgeweichten Wittgesbach nördlich von Ließem fest (Kesselsheide). Das Tier konnte sich nicht mehr selbst befreien, „trotz vielem Strampeln und Mühe der schon etwas älteren Kuh“, so Ruck.

Wanderer hatten die Notlage beobachtet und verständigten die Feuerwehr bereits gegen 10 Uhr morgens. „Wir konnten sofort erkennen, wie das ungefähr 600 Kilo schwere Tier in seine Misere geraten war.“ So orderten die Helfer nach Ankunft der Löschgruppe direkt das Spezialfahrzeug für Tierrettung.

Mit der Zeit gingen dem Tier immer mehr die Kräfte aus, es war erschöpft und auch gestresst von den eigenen Befreiungsmühen. So ließ Betty die Feuerwehrleute gewähren und wehrte sich nicht gegen seine Rettung. Zum Glück war auch ihr Eigentümer, die ganze Zeit vor Ort. „Ohne ihn hätten wir es nicht geschafft, die Kuh zu befreien“, sagt Ruck. Zumal der Bauer letztlich mit seinem Traktor und samt Frontlader anrückte. Da konnte das Material der Wehr nur Unterstützung sein.

Feuerwehr legt Kuh Tragetuch und Bauchschlinge um

So beruhigte der Landwirt erst einmal seine tapfere Kuh, damit die Feuerwehr ihr ein Tragetuch und eine Bauchschlinge umlegen konnte. Vorsichtig zog der Trecker sie so vorne am Haken aus dem Schlamm. Auf einem Anhänger wurde Betty in ihren Stall gefahren, damit sie sich von den Strapazen erholen konnte.

Betty ist nun nicht mehr die Jüngste, sodass Ruck später selbst noch mal nach ihr schaute. Sie fraß und trank da schon wieder, war noch schlapp. Verletzt sei sie wohl auch nicht. „Allerdings kann man natürlich nie wissen, was Stress bei einem so alten Tier auslösen kann“, meint Ruck. Kühe werden bei guter Haltung durchaus 20 bis 25 Jahre alt.

Normalerweise hat die Wachtberger Feuerwehr laut Ruck mit eher kleineren Tieren zu tun, muss fünf bis sechsmal im Jahr eine Katze vom Baum retten oder sich ab und an bei verschreckten Hilferufen um Ringelnattern kümmern. Fälle wie Betty kennen er und die Kollegen eigentlich nur aus ihrer Ausbildung. Somit war das auch eine Premiere.

Aber dann war da noch vor ein paar Jahren das Wildschwein, das in einem Regenrückhaltebecken feststeckte. Die Rettung? Geglückt. Ansonsten heiße es, auf Holz zu klopfen, „dass nicht mehr dieser Fälle vorkommen“, sagt Ruck. 15 Wehrleute waren am Bach im Einsatz. Und vor allem der Bauer dafür äußerst dankbar.

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