Umwelt- und Klimaschutz in Wachtberg Gemeindewerke investieren über 160.000 Euro in Gewässerunterhaltung

Wachtberg · Funktionierende Bäche und Abflüsse sind nicht nur bei Starkregen wichtig. Die Gemeindewerke sorgen deshalb ständig dafür, dass das Wasser fließen kann. Bei der Gemeindeverwaltung sind verschiedene Konzepte für Klimaschutz in Planung.

Gewässerunterhaltung in Wachtberg: Ein Schreitbagger war 2023 am Mehlemer Bach an der L 123 bei Niederbachem im Einsatz.

Gewässerunterhaltung in Wachtberg: Ein Schreitbagger war 2023 am Mehlemer Bach an der L 123 bei Niederbachem im Einsatz.

Foto: Axel Vogel

Als Gemeinde mit Hanglage ist Wachtberg von Starkregen besonders betroffen. Damit das Wasser gut abfließen kann, haben die Gemeindewerke AöR im vergangenen Jahr 187 Mal Brücken und Durchlässe angefahren, um sie zu kontrollieren und zu reinigen. „Der Einlauf muss immer frei sein“, sagte Sebastian Wortha, Ingenieur bei den Gemeindewerken Wachtberg, beim Jahresbericht zur Gewässerunterhaltung am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität.

Umgesetzt wurden unter anderem Gehölzpflegearbeiten. „Wir hatten im letzten Jahr relativ viele stürmische Tage, da sind auch Bäume umgekippt“, berichtete Wortha. Sie werden entfernt, wenn sie den Wasserabfluss behindern. Anders bei den Weiden: „Da, wo wir können, schneiden wir Bäume so zurück, dass sie uns als Kopfweide erhalten bleiben“, so der Experte. Wenn die Weiden alle fünf bis sieben Jahre zurückgeschnitten werden, entwickelt sich in ihrem Umfeld eine relativ große Artenvielfalt.

Am Beispiel von Werthhoven zeigte Wortha, wie das Profil von Gräben wiederhergestellt wird. „Dort war eine Parzelle über die Jahre komplett verlandet.“ Fotos hatte der Ingenieur auch aus dem Steinweg in Villip mitgebracht, wo ein Kollege im Dezember mit Fischerhose ins kalte Wasser steigen musste. „Es hatte sich ein Eimer direkt vor ein Rohr gesetzt, sodass das Wasser über die Straße floss.“

Eine zusätzliche Böschungssicherung haben die Gemeindewerke an der Bondorfer Straße in Niederbachem auf Anweisung des Rhein-Sieg-Kreises erstellt. Dort wurden zusätzliche Steine am Fuß der Böschung eingebaut, die auf den ersten Blick rau wirken. „Wasserbausteine haben den Vorteil, dass sie sich im Belastungsfall ineinander verzahnen“, erklärte Wortha. Insgesamt wurden 2023 für 83 Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung gut 160.000 Euro ausgegeben. Damit sind die Gemeindewerke in ihrem Budget geblieben.

Gemeinde beschafft Daten für Wärmeplanung

In der Gemeindeverwaltung laufen zurzeit verschiedene Projekte zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Bis Oktober soll die Wärmewende-Strategie für die kommunale Wärmeplanung fertig sein. „Wir sind gerade in einer wenig spektakulären Phase des Projekts, nämlich bei der Datenbeschaffung“, berichtete der Beigeordnete Swen Christian im Ausschuss. Der Zeitplan könne eingehalten werden.

Wachtberg will bis 2035 klimaneutral werden. „Hierzu werden momentan bereits vorliegenden Konzepte und Strategien für die Gemeinde Wachtberg in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung gesichtet und analysiert“, so der Zwischenbericht der Verwaltung. Nächster Schritt sei ein Workshop mit Schlüsselakteuren aus Politik, Wirtschaft, Vereinen, Ehrenamt und Bürgerschaft.

Um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, haben die Bürgermeister der sechs linksrheinischen Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis verabredet, jeweils eine kommuneneigene Stelle einzurichten und dafür Förderung zu beantragen. Bundesmittel stehen dafür im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zur Verfügung.

„Wir haben den Antrag für eine Personalstelle fristgerecht gestellt und warten jetzt auf Prüfung“, sagte Christian. Weil Klimaschutzmanagerin Yvonne Liczner bei der Sitzung nicht dabei sein konnte, wurden Nachfragen zu den Konzepten für Klimaneutralität und Klimafolgenanpassung auf die kommende Sitzung verschoben.

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