Konstituierende Sitzung in Wachtberg Der neue Rat arbeitet papierlos

Wachtberg · Mitglieder sollen Apple-Tablets erhalten. Auf der konstituierenden Sitzung leistet Bürgermeister Jörg Schmidt den Amtseid

 Alterspräsidentin Renate Crowley vereidigt den neuen Wachtberger Bürgermeister Jörg Schmidt in der Berkumer Schulaula.

Alterspräsidentin Renate Crowley vereidigt den neuen Wachtberger Bürgermeister Jörg Schmidt in der Berkumer Schulaula.

Foto: Petra Reuter

In neuer Funktion sah sich Kämmerin Beate Pflaumann kurzfristig am Mittwochabend in der Hans-Dietrich-Genscher-Schule. Vor der konstituierenden Sitzung des neuen Rates händigte sie jedem der 50 Mitglieder und allen Besuchern FFP-2-Masken aus. Ohne diese gab’s keinen Zugang.

Ebenfalls eine Premiere gab es für Renate Crowley (Grüne). Als Alterspräsidentin fiel der 76-Jährigen die Aufgabe zu, die Sitzung zu eröffnen und Bürgermeister Jörg Schmidt (CDU) zu vereidigen. „Ich bin beruhigt, dass wir gleichzeitig das älteste und das jüngste Ratsmitglied stellen“, sagte Crowley und blickte in Richtung Leonard Gerschel (18).

Um 18.13 Uhr leistete Schmidt den Amtseid samt religiösem Bekenntnis („So wahr mir Gott helfe“), zwei Minuten später wandte er sich das erste Mal ans Gremium. „Ich möchte Bürgermeister für alle Wachtberger sein“, sagte der sichtlich geehrte Adendorfer. Dass man ihn trotz Maske in der großen Runde gut verstand, lag nicht zuletzt daran, dass die Verwaltung aufgerüstet hatte: Jedes Ratsmitglied hat nun ein eigenes Tischmikrofon.

Satte 23 Mitglieder mehr zählt die neue Vertretung im Vergleich zum ersten Rat, der sich nach der Gründung der Gemeinde 1969 gebildet hatte. Entsprechend lange dauerte nach der Verpflichtung der 50 Ratsmitglieder die Wahl der drei Stellvertreter des Bürgermeisters. Auf einer gemeinsamen Liste kandidierten, wie von der schwarz-grünen Koalition  am Vortag angekündigt, Volker Gütten (CDU), Mira Schwarzenberger (Unser Wachtberg) und Sabine Killmann (Grüne). Mit 48 Ja- und zwei Nein-Stimmen bei einer ungültigen Stimme sind auch sie nun im Amt. Als 51. hatte Bürgermeister Schmidt mitgestimmt.

Neben der Besetzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Wahlausschusses gab es eine erste Sachentscheidung. Noch in diesem Jahr sollen alle Ratsmitglieder, die wollen,  Apple-Tablets erhalten – mit dem Ziel Papier, Porto und Personalkosten zu sparen. Sachkundige Bürger und Mitglieder, die ein anderes System wollen, sollen 150 Euro erhalten. Roswitha Schönwitz (SPD) kritisierte: „Ich wundere mich, wie schnell hier 70 000 Euro ausgegeben werden.“ Oliver Henkel (Grüne) erwiderte: „Wir müssen die Digitalisierung endlich angehen.“ Dem folgte das Gremium bei drei Enthaltungen.

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