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Wachtberg-Niederbachem: Aldi-Filiale öffnet

Nahversorgung : Aldi-Filiale in Wachtberg-Niederbachem öffnet

Mit der Aldi-Eröffnung in Niederbachem erhält der größte Ort im Ländchen wieder eine Nahversorgung. Das Unternehmen kündigt beim Pre-Opening an, seine Verkaufsfläche erweitern zu wollen.

Einen Wecker braucht Rolf Zettelmeyer in Zukunft nicht mehr. Denn pünktlich um 6 Uhr halten von nun an die Lastwagen an der Warenannahme des neuen Aldi direkt neben seinem Haus. An diesem Donnerstag eröffnet die Filiale an der Konrad-Adenauer-Straße um 8 Uhr. Einen Tag zuvor, beim Pre-Opening für Anlieger, Gemeindevertreter und Presse, sah Zettelmeyer die Situation gelassen. „Wir brauchen den Laden hier“, meinte der Senior. Vor 50 Jahren habe es mal vier Einkaufsmöglichkeiten im Ort gegeben: Spar, Edeka, Union und den Himmelreich. „Dann kam der Cap-Markt und danach nichts mehr“, so der Ur-Niederbachemer.

Vize-Bürgermeister Volker Gütten belegte die Notwendigkeit einer Nahversorgung beim Rundgang mit Zahlen. Mit mehr als 4000 Einwohnern sei es der größte Ort im Ländchen und habe das mehr als verdient. „Das ist ein Freudentag für Wachtberg“, so Gütten. Vom Standort überzeugt zeigte sich auch Ole-Christian Lewerenz, der die Filialentwicklung für Aldi Süd unter sich hat. „Die Nähe zum Kunden ist wichtig, das haben wir hier“, betonte der Mann aus Kerpen. Dabei ist ein Abzug von Kunden aus der Berkumer Niederlassung durchaus gewünscht, denn diese sei sehr stark frequentiert.

Geöffnet ist montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr

Auf 800 Quadratmetern können die Bürger montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr einkaufen. „Das ist etwas weniger Fläche als üblich, aber aufgrund von Gemeindevorgaben nicht anders möglich“, sagte  Lewerenz. Man habe noch 120 Quadratmeter Lagerfläche übrig, die man gerne weiterentwickeln würde, kündigte er an. Das Einzelhandelskonzept lege die Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern fest, sagte Beigeordneter Swen Christian auf GA-Nachfrage vor Ort. „Die Verantwortlichen müssen eine Erweiterung beantragen, inklusive vorhabenbezogenem Bebauungsplan, und wir prüfen dann die Voraussetzungen“, so Christian. Dann wandere das Thema in die politischen Gremien.

Eine Nachbarin, die am Parkplatz wohnt, der 62 Stellplätze und zwei E-Ladesäulen hat, bedauerte immer noch den Wegzug der Metallbaufirma Gent. „Den Ausblick auf die Betonfläche finden wir nicht so toll, aber die Architektur des Gebäudes ist ganz passabel“, so die Frau, die gerne anonym bleiben wollte. Dafür freue sie sich, nach der langen Brach- und Bauzeit alles Wichtige direkt nebenan zu erhalten. Dafür sorgt Filialleiter Oliver Baedorf mit seinem Team aus 16 Leuten. Sie sind auch die Herren über 42 Kühlregalmeter. Es gibt zwar im Laden viele regionale Produkte, darunter auch von der Bäckerei Voigt aus Swisttal-Heimerzheim, aber kein Café, was eine ältere Nachbarin sehr schade findet. „Wir würden gerne mal nachmittags einkehren hier“, so die Rentnerin.  Immerhin ein WC steht Kunden zur Verfügung, was bei den älteren Filialen eher eine Seltenheit ist.

Vergessen scheint angesichts der Freude über die neue Nahversorgung fast schon der lange Werdegang: mit Netto als erstem Interessenten, der aber absprang, als es große Probleme mit der Hangsicherung auf dem Gelände gab. Geblieben ist trotz allem der Investor Ratisbona. Erledigt sind die alten Geschichten nicht, wie Projektentwickler Norbert Höffer auf Nachfrage ausführte: „Es ist ein Verfahren vor dem Bonner Landgericht anhängig.“ Die Schuldfrage für die mangelhafte Hangsicherung sei also zwischen Ratisbona und Baufirmen noch nicht geklärt.