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Wachtberg: Polizei berät zum Thema Einbrüche​

Polizei berät zum Thema Einbrüche : Im Verdachtsfall immer die 110 wählen

Das Polizeimobil hat am Einkaufszentrum in Berkum Station gemacht und vor dem Beginn der Dunklen Jahreszeit vor allem zum Thema Einbruchsschutz informiert. Aber auch andere Themen bewegten die Menschen, die sich an die Beamten gewandt haben.

Keine Stunde stand das Polizeimobil am Einkaufszentrum (EKZ) in Berkum und schon rund 30 Informationsgespräche zählten die Polizeibeamten Roland Kirschhausen und Bernhard Sodoge am vergangenen Mittwoch. Kirschhausen rechnete die Zahl hoch auf die rund drei Stunden, die die Präventions- und Opferschutzspezialisten zu verschiedenen Anliegen informierten. Er kam auf 100 erwartete Gespräche: „So viele Bürger dürften wir in dieser Zeit kaum mit unseren anderen Informationsangeboten erreichen.“ Was Passanten besonders bewegte: Passend zur Umstellung der Uhr Ende Oktober und mit Beginn der dunklen Jahreszeit rangierten Fragen zur Einbruchsprävention ganz oben. Aber auch Telefonanrufe mit Betrugsabsichten sorgen viele Bürger.

Zu den ersten Passanten am EKZ gehörte eine 49-Jahre alte Frau aus der Grafschaft. Die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. suchte zunächst das Gespräch mit den Kripo-Leuten, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten für ihren Sohn zu informieren, der die neunte Klasse einer weiterführenden Schule besucht und unbedingt Polizist werden will. Zudem lag der Frau das Thema Einbruchsprävention am Herzen, verständlich: „Bei uns ist schon einmal während unserer Abwesenheit eingebrochen worden und das ist ein ganz verstörendes Gefühl.“ Daher wolle sie sich jetzt einmal nach einen Beratungstermin erkundigen, den die Bonner Kripo vor Ort anbietet. Termine kann man überdies telefonisch unter ☎ 0228/15 76 76 abstimmen oder per E-Mail an Einbruchsschutz.Bonn@polizei.nrw.de.

Dunkelheit und gute Nachbarn

Stichwort „Einbrüche bei Abwesenheit“: Das ist aus Sicht von Roland Kirschhausen, der Technischer Sicherheitsberater bei der Bonner Polizei ist, der Klassiker. „Einbrecher sind in der Regel keine Gewalttäter. Stattdessen vermeiden sie einen Kontakt mit dem Opfer.“ Da das Entdeckungsrisiko im Umfeld eines Hauses oder einer Wohnung mit Beginn der dunklen Jahreszeit naturgemäß sinke, hätten solche Täter jetzt erfahrungsgemäß wieder Hochkonjunktur: „Dunkelheit spielt Einbrechern in die Karten“, brachte es Roland Kirschhausen auf den Punkt. Ein dunkles Haus, möglicherweise noch mit heruntergelassenen Rollläden, wirke auf potentielle Täter geradezu einladend. Daher lautet ein zentraler Tip vom Fachmann: „Lichtsimulationen bei Abwesenheit verunsichert Täter.“ Auch solle man es vermeiden, bereits um 17 Uhr die Rollläden herunterzulassen.

Kirschhausens zweiter Tipp: „Der beste Schutz ist eine gute Nachbarschaft.“ Dazu gehöre etwa, dass eine Vertrauensperson von Nebenan im Falle eines Urlaubs des Haus- beziehungsweise Wohnungsbewohners dessen Post aus dem Briefkasten heraushole. Außerdem warnt der Kripobeamtevor einem Trick: „Profieinbrecher spähen ihre Opfer aus, etwa indem sie eine Coladose vor die Tür stellen und nach zwei Tagen kontrollieren, ob die Dose dann noch vor der Tür steht.“ Auch Betteln sei ein beliebtes Mittel zum Auspähen. Auf jeden Fall gelte nach wie vor der Appell: Bei jeder verdächtigen Beobachtung die Notrufnummer 110 anrufen. „Das ist eine Servicenummer und da sollte man auch keine Hemmschwelle haben, die anzurufen“, betonte Kirschhausen: „Man blockiert keine Leitung. Wir haben immer genug Kollegen, die sich um Anrufer kümmern können.“

Was darüber hinaus mancher Bürger am Polizeimobil ansprach: Die sogenannten Schockanrufe von falschen Polizisten, die weiterhin zum Alttagsgeschäft der Kripo gehören. „Davon sind vor allem ältere Bürger betroffen, weil die oft noch ein ganz anderes Respektsverhältnis zur Polizei haben“, weiß Bernhard Sodoge, der bei der Bonner Polizei als Technischer Berater speziell für die Seniorenprävention zuständig ist: „Mein jüngste Opfer war 58 Jahre alt.“ Beliebte Masche ist laut Polizei, dass die Schockanrufer eine Notlage eines Familienmitgliedes vortäuschen, um an größere Geldbeträge, Schmuck oder andere Wertgegenstände zu gelangen. Auch die Notlage nach einem einem schweren Verkehrsunfall wird vorgetäuscht, um Geld zu fordern. „Die Täter kennen die Familienumstände oft sehr genau oder fragen die Telefonopfer geschickt aus“, weiß Sodoge. Neuerdings kursierten auch betrügerische Whats-App ähnlicher Machart.