Historische Entscheidung Ideenwettbewerb für ein modernes Rathaus in Wachtberg

Wachtberg · Wenn es um ihr Rathaus geht, ziehen die Politiker aller Fraktionen in Wachtberg an einem Strang. Ein Wettbewerb soll viele Ideen für die Sanierung des Gebäudes liefern.

Das Rathaus Wachtberg ins Berkum muss saniert werden.

Das Rathaus Wachtberg ins Berkum muss saniert werden.

Foto: Axel Vogel

Von „einem Superlativ“ haben am Donnerstagabend die Politiker im Wachtberger Gemeinderat gesprochen, als sie die Zukunft des maroden Rathauses besprachen. Denn alle Fraktionen verabschiedeten einen gemeinsamen Antrag zum weiteren Vorgehen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Ideenwettbewerb für ein „modernes, zukunftsweisendes Verwaltungsgebäude“. Solche Einigkeit und der politische Wille, an einem Strang zu ziehen, ist ein Novum im Ländchen.

Auslöser war vor einiger Zeit die genannte Summe von 530.000 Euro für eine Untersuchung der Sanierbarkeit des Rathauses in Berkum. Diese wollten die Politiker nicht ausgeben. Daraufhin hatten sich alle Fraktionen zusammengetan, damit die Gemeinde ein vernünftiges Rathaus erhält, das sowohl der Verwaltung als auch den Bürgern gerecht wird.

In interfraktionellen Gesprächen hatten sich alle auf ein schrittweises Vorgehen verständigt: Zunächst soll eine Schadstoffuntersuchung mit Beprobung beauftragt werden. Eine Arbeitsgruppe soll dann ermitteln, was alles nötig ist. Teilnehmen sollen jeweils zwei Vertreter einer Fraktion sowie Vertreter aus Verwaltung und Personalvertretung.

Nächster Schritt ist der ergebnisoffene Ideenwettbewerb, wie und zu welchen Kosten eine Sanierung – gegebenenfalls mit Erweiterung – oder ein Neubau am alten beziehungsweise anderen Standort realisiert werden können. Im Falle des Neubaus sollen auch Vorschläge entwickelt werden, wie eine Nachfolgenutzung des heutigen Rathauses aussehen soll.

CDU-Fraktionsvorsitzender Christoph Fiévet wies bei der Beratung auf eine Protokollnotiz hin, wonach am Ende der Wettbewerbsgewinner nicht den Auftrag bekommen müsse. Man wolle die Rechte an den Entwürfen selbst erhalten. Das funktioniert, indem nicht ein klassischer Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird, bei dem der Gewinner baut, sondern ein Preisgeld ausgelobt wird. Damit kauft die Gemeinde sich dann die Rechte an der Idee ab. So besteht laut Fiévet später durchaus die Möglichkeit, bei der Grundlage einer Planung gute Ideen aus anderen mit einzubeziehen.

Auch der Nachwuchs soll entwerfen

Oliver Henkel (Grüne) ergänzte, dass man mit dem Wettbewerb auch an die Fachhochschulen herantreten, also junge Leute ansprechen wolle. Man wisse jetzt noch nicht, wie viele mitmachten und ob es am Ende überhaupt den einen Entwurf gebe.

Die Arbeitsgruppe soll möglichst viel Hilfe erhalten. Etwa wenn sie weitere Informationen zum Gebäudezustand als das Schadstoffgutachten und die in der Verwaltung vorhandenen Unterlagen (Statik, Material-Listen, Bericht der Brandschau) benötigt. Das alles soll dabei helfen, eine Aussage zur Umsetzbarkeit der Ideen und deren Kosten treffen zu können. Denn Letztere sollen realitätsnah und für die Gemeinde tragbar sein.

Feviét bat darum, dass sich dem Antrag auch die fraktionslosen Ratsmitglieder anschließen mögen. Der Appell schien zu fruchten, der Antrag wurde einstimmig verabschiedet.