1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Wachtberg

Wachtberg Wassernetz: Für Niederbachemer wird Wasser günstiger

Enewa kauft Wassernetz : Für Niederbachemer wird Wasser günstiger

Der Vertrag zum Verkauf des Wassernetzes Niederbachem von den Stadtwerken Bonn an die Enewa ist unter Dach und Fach. Im Interview sprechen die Geschäftsführer des Wachtberger Versorgungsunternehmens über Hintergründe und Wasserpreise.

Es waren lange und teils wohl auch schwierige Verhandlungen. Aber jetzt ist der Vertrag zum Verkauf des Wassernetzes von den Stadtwerken Bonn an die Enewa unter Dach und Fach. Kai Birkner und Volker Strehl, den Geschäftsführern des Wachtberger Versorgungsunternehmens Enewa, sprechen im Interview über Hintergründe und Wasserpreise.

Warum haben sich die Verhandlungen so lange hingezogen? Ging es allein um den Preis?

Kai Birkner: Am 19. Januar 2017 hat die Enewa den Konzessionsvertrag zur Wasserversorgung des Ortsteils Niederbachem mit der Gemeinde unterschrieben. Der alte Vertrag mit dem vorherigen Konzessionsnehmer, den Stadtwerken Bonn, lief zum 14. Mai 2017 aus. Da erfahrungsgemäß die Verhandlungen zum Kaufpreis länger andauern, wurde vereinbart, dass die Stadtwerke Bonn die Versorgung bis zum Übernahmezeitpunkt weiter gewährleisten. In den Verhandlungen ging es neben dem Kaufpreis um die Frage, welche Anlagen zur Versorgung nötig sind, um die Wasserversorgung durch die Enewa durchführen zu können. Selbstverständlich gingen die Vorstellungen über den Kaufpreis sehr weit auseinander, und es bedurfte mehrerer Verhandlungsrunden, bis ein Kompromiss gefunden wurde.

Was haben Sie konkret von den SWB übernommen an Infrastruktur und Rechten?

Volker Strehl: Zum Wassernetz Niederbachem gehören etwa 21 Kilometer Versorgungsnetz, 1.200 Hausanschlüsse und 16 Kilometer Hausanschlussleitungen. Neben dem Leitungsnetz sind auch Grundstücke zu erwerben und Grunddienstbarkeiten zu übernehmen, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Darüber hinaus wurde eine Versorgungsleitung von Oberbachem nach Niederbachem gebaut, um die Versorgung durch die Enewa durchführen zu können. Insgesamt vergrößert sich das Wassernetz und die Wasserversorgung damit um etwa 20 Prozent.

Was ändert sich für den Bürger, was für die Enewa?

Birkner: Für die Bürger in Niederbachem wird die Wasserversorgung mit der Übernahme durch die Enewa etwas günstiger. Die Wasserqualität bleibt nahezu unverändert, da sowohl die Enewa als auch die Stadtwerke Bonn ihr Wasser vom Wahnbachtalsperrenverband beziehen.

Warum ist der Schritt für Ihr Unternehmen opportun?

Strehl: Schon vor der Gründung der Enewa 2012/13 war es politischer Wunsch der Gemeinde, dass im Hinblick auf die Wasserentgelte in Wachtberg und Niederbachem dieselben Konditionen gelten. Dies konnte bis zur Gründung der Enewa durch die zehnjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bonn erreicht werden. Seit April 2013 konnte man auch preisgünstige Strom- und Gasverträge über die Enewa abschließen. Bereits über 3.000 Strom- und rund 700 Gaskunden haben dies schon getan. Seit Januar 2018 hat die Enewa auch das Stromnetz in Wachtberg übernommen und hat  auch ihr Interesse an der Konzession zur Gasversorgung bekundet. Im Jahr 2019 hatte die Enewa einen Gesamtumsatz von 7,5 Millionen Euro und ein Anlagevermögen von rund 18 Millionen Euro.

Was ist mit dem Wasserpreis: Bleibt der stabil? Wie liegt er im Vergleich mit Nachbarkommunen?

Birkner: Die Enewa versorgt seit dem Jahr 2013 die Gemeinde Wachtberg –  bis auf Niederbachem – zuverlässig und preisgünstig mit Wasser. Ein Vergleich mit anderen Kommunen ist insofern schwierig, da die Preise stark von der geografischen Lage, den Leitungslängen und der Topografie abhängen. Die Enewa liegt mit ihren Preisen deutlich unterhalb des Mittelwertes in ihrer Unternehmensklasse (Einwohnerzahl) in NRW. Eine Änderung des Wasserpreises ist nicht geplant.