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Ausschuss beschließt Arbeitsgruppe: Wachtberg will ein Konzept für die Integration

Ausschuss beschließt Arbeitsgruppe : Wachtberg will ein Konzept für die Integration

Noch in der Sommerpause soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, Ökumenischem Arbeitskreis und externen Fachleuten gebildet werden. Diese Arbeitsgruppe soll für Wachtberg ein Konzept für Integration erarbeiten.

301 Menschen leben aktuell in Wachtberg, auf die das Wort Flüchtling zutrifft. 168 von ihnen sind zwar anerkannt, doch haben sie genau wie die geduldeten, abgelehnten oder noch zu prüfenden „Fälle“ weiterhin viele Probleme. Das machte Kurt Zimmermann vom Ökumenischen Arbeitskreis in der Sondersitzung des Sozialausschusses zum Thema Flüchtlingsarbeit am Donnerstagabend klar.

„Wir müssen diesen Menschen eine Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen“, forderte Zimmermann, der gemeinsam mit der Flüchtlingsbeauftragten Tülin Kahlenberg und Ehrenamtskoordinatorin Katja Ackermann Basisarbeit leistet. Man brauche ein Integrationsmodell für Wachtberg, „aber nicht nur auf dem Papier“, wie Ackermann betonte. Man habe seit 2015 wichtige Grundlagen geschaffen. „Aber jetzt hätten wir gerne ein Haus aus Stein, für das wir das Fundament gelegt haben“, sagte Ackermann in Richtung Politik, von der man sich mehr Unterstützung wünscht.

Deshalb baten die drei trotz anstehender Kommunalwahl darum, noch in der Sommerpause eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, Ökumenischem Arbeitskreis und mit externen Fachleuten einzusetzen. Zimmermann erklärte, dass die Flüchtlinge allgemeine Problemlagen noch stärker treffen würden als andere Bürger: „In den Kitas gibt es keine Plätze, an den Schulen fehlen die Lehrer, beim Sozialen Wohnungsbau kommen wir nicht weiter.“ Zudem wünsche er sich mehr Offenheit der lokalen Arbeitgeber; 19 Ausbildungsplätze benötigten Wachtberger Flüchtlinge dieses Jahr.

Zu diesen und weiteren Themen wie Sprache, digitaler Teilhabe, aber auch einer interkulturellen Öffnung der Verwaltung soll die Gruppe sich austauschen und ein Leitbild erarbeiten. Die Initiatoren streben fürs Rathaus das Siegel „Interkulturell orientiert“ an, das über den Rhein-Sieg-Kreis vergeben und alle zwei Jahre geprüft wird. Dafür müssen sich Mitarbeiter unter anderem im Bereich der interkulturellen Kompetenz weiterqualifizieren. Der Ausschuss folgte allem einstimmig, in den nächsten drei Wochen soll es das erste Treffen geben.