Entwicklung in Wachtberg Gemeinde will neues Konzept für das Baurecht erstellen

Wachtberg · Die Schaffung von Baurecht soll in Wachtberg künftig einfach erfolgen. Für die Gemeinde und für die Bauwilligen. Ein Konzept soll her.

 Bauen in Wachtberg: Hier entstand vor zehn Jahren das Berkumer Neubaugebiet Rondo.

Bauen in Wachtberg: Hier entstand vor zehn Jahren das Berkumer Neubaugebiet Rondo.

Foto: Axel Vogel

Was ist denn bloß ein Baulandmanagement? Hinter dem Begriff verbergen sich Mechanismen, die es in Zukunft vielen in der Gemeinde einfacher machen können. Sowohl für die Menschen, die dort ihre Häuser errichten wollen, als auch für die Verwaltung, die nicht für jedes Projekt das Rad neu erfinden will. Das hat auch die Politik überzeugt, die im Planungsausschuss einstimmig für die Erarbeitung eines solchen Managements stimmte.

„Es handelt sich um eine Strategie, wie Bauland entwickelt wird“, sagte Professor Theo Kötter vom Institut für Städtebau und Flächenmanagement (ISF). Dabei sei es nicht möglich, sich einfach woanders zu bedienen. „Es gibt viele Baulandmanagements in Deutschland, aber keine Blaupausen“, sagte er. Denn in dem zu erarbeitenden Regelwerk gehe es um gemeindliche Ziele und auch Trends – letztlich um bezahlbaren Wohnraum für einen Großteil der Bevölkerung. Es soll steuern beim Planungsrecht, bei der Erstellung eines städtebaulichen Vertrags und auch der Vergabe kommunaler Grundstücke. „Der Druck auf die Fläche nimmt zu, da ist so ein Regelwerk ganz gut“, sagt Kötter.

„Flächen sind ein begrenztes und in einer Kulturlandschaft wie dem Drachenfelser Ländchen sensibles Gut“, sagt auch die Gemeinde. So sollen generelle Ziele der künftigen Gemeindeentwicklung und Baulandpolitik formuliert werden. Es gelte, sie als Grundlage gemeinsamen Handelns in die künftige Gemeindeentwicklung einzubringen.

Wenn Dinge für alle gelten, gebe es Transparenz, Gleichbehandlung und Sicherheit für alle Beteiligten eines Projekts. „Baulandmodelle sind lediglich dort anwendbar, wo neues Baurecht geschaffen wird“, so die Verwaltung. Aber dann kann es durchaus schnell gehen: Einzelfallregelungen für jede Bauprojekt fallen weg.

Bis es nun soweit ist, geht etwa noch ein dreiviertel Jahr ins Land, so Beigeordneter Swen Christian. Er nannte konkrete Beispiele, wo Ansätze eines Baulandmanagements bereits in Wachtberg angewandt werden. „In Gimmersdorf hat man sich beim Bauen schon auf Standards festgesetzt“, sagte Christian. Im Gewerbegebiet Villip werde mit Erbbaurecht gearbeitet.

Genügend freie Flächen

Jessica Reinbold (FDP) fragte sich, ob es im Länchen überhaupt noch ausreichend freie Flächen ohne Bebauungsplan gebe, „sodass sich das lohnt“. Überall gebe es die, meinte Christian, der durch die Standardisierung auf eine Beschleunigung hofft, da später weniger Korrekturen nötig seien. „Wir müssen nicht zwingend freie Flächen bebauen“, meinte Oliver Henkel (Bündnis 90 / Die Grünen), ist aber trotzdem für ein Regelwerk, das man vielleicht auch mit einem Schwerpunkt auf dörfliche Struktur anwenden könnte.

Bernd Düsterdiek (CDU) meinte, dass es beim Baulandmanagement um die Möglichkeit der Einflussnahme gehe und auch um die Ausübung eines kommunalen Vorkaufsrechts. „Ich sehe die Gemeinde am liebsten in der Rolle des Steuerers, anstatt es anderen zu überlassen“, sagt er.

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