Verbrechen in Wachtberg Die Polizei stellt mehr als jeden zweiten Täter

Wachtberg · Die Polizei kann in Wachtberg mehr als die Hälfte aller Straftaten aufklären. In manchen Bereichen ist die Chance höher, dass Täter ungeschoren davonkommen, als in anderen.

Ein Einbrecher auf Beutezug. Es gab 2023 genau 22 solcher Taten.

Ein Einbrecher auf Beutezug. Es gab 2023 genau 22 solcher Taten.

Foto: imago stockamp;people

Verbrechen lohnen sich oftmals nicht: Das zeigen die Zahlen, die die Polizei Bonn in ihrer Kriminalstatistik 2023 für Wachtberg veröffentlicht hat. Denn viele Taten werden aufgeklärt. So ist die Aufklärungsquote im Vergleich zu 2022 gestiegen: Von 51,2 auf 57,4 Prozent. Somit wird mehr als jeder zweite Täter gestellt.

Das betrifft vor allen Dingen Körperverletzungen, von denen es im vergangenen Jahr 104 gab. Davon 33 schwere. Die wurden nach Angaben der Polizei fast alle aufgeklärt – auch die leichten Tätlichkeiten, die mit 78 Prozent zumindest den größten Batzen dieser Kategorie ausmachten.

Auch wenn auf dem Land weniger Schlimmes passiert als in der Stadt, liegen immerhin noch 681 Taten vor. 2022 waren es mehr: 744. Bezogen auf zehn Jahre liegt der Durchschnitt an Delikten bei 565. Bei der Gewaltkriminalität wurden 27 Fälle verzeichnet (Vorjahr 31), bei der Straßenkriminalität 167 (171). Einen (versuchten) Mord hat es gar nicht gegeben. Auch nicht im Vorjahr.

Die Polizei erfasst innerhalb mancher Kategorien doppelt, denn ein Raub oder eine Körperverletzung können alle beide auch ein Rohheitsdelikt sein. Bei Letzterem ist die Zahl von 171 im Jahr 2022 auf nun 187 gestiegen.

Kräftig gesunken ist die Zahl der Betrügereien, von 144 auf 90. Die Aufklärungsquote liegt hier im Schnitt der vergangenen Jahre bei 53,3 Prozent. Nur ein Geschäftsraub wurde zur Anzeige gebracht, der Täter wurde geschnappt. Die Polizei zeigt sich angesichts der Zahlen entspannt und sieht auf GA-Anfrage keine Auffälligkeiten.

Viele Autoaufbrüche in Wachtberg

Bei Diebstählen ist es schwieriger, den Tätern auf die Spur zu kommen. In Wachtberg werden dabei vor allem Autos aufgebrochen. Waren es 2022 noch 39, stieg die Zahl auf nun 64 – das bedeutet 25 Delikte mehr. Fahrräder wurden dafür weniger gestohlen: Waren es 2022 laut Polizei 24, vermeldet sie für 2023 nur noch acht. An Wohnungseinbrüchen wurden 22 gezählt, wie schon 2022.

Abnahmen gibt es auch bei Sachbeschädigungen, sie sanken von 105 auf 87 – ein Minus von 18 Prozent. Auch in dem Feld ist es für die Beamten schwierig, die Taten aufzuklären.

Zum Polizeibezirk der Kreispolizeibehörde Bonn gehören – auf einer Fläche von 600 Quadratkilometern – die Stadtbezirke der Bundesstadt Bonn (Bonn, Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg) sowie acht Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises (neben Wachtberg noch Alfter, Bad Honnef, Bornheim, Königswinter, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal. In dem Bereich leben rund 570.000 Menschen, wobei es stets mehr werden. In Wachtberg leben laut Statistik rund 20.600 Einwohner.

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