Verkürzte Öffnungszeiten Darum schließt das Wachtberger Hallenbad drei Tage pro Woche

Wachtberg · Ab sofort bleibt das Schwimmbad in Berkum drei Tage in der Woche geschlossen, in der restlichen Zeiten werden die Öffnungszeiten drastisch reduziert. Ab 21. März ist die Halle dann für mehrere Monate komplett gesperrt. Das sind die Gründe.

 Das Wachtberger Hallenbad wird ab dem 21. März saniert.

Das Wachtberger Hallenbad wird ab dem 21. März saniert.

Foto: Axel Vogel

Auf die Wachtberger Schwimmer kommen schwere Zeiten zu. Nicht nur, dass das Hallenbad in Berkum, wie schon lange geplant, ab dem 21. März saniert und daher monatelang geschlossen sein wird. Schon jetzt müssen die Öffnungszeiten drastisch reduziert werden. Das hat Einfluss auf alle Schwimmer – auf die Vereinsmitglieder der SG Wago genauso wie auf alle, die in ihrer Freizeit das Bad nutzen.

Samstags, sonntags und montags ist das Wachtberger Hallenbad ab sofort dicht. Dienstags kann von 6.30 bis 8.30 Uhr, mittwochs von 8 bis 18 Uhr geschwommen werden. Donnerstags gibt es zwei Zeitslots, und zwar von 6.30 bis 8.30 Uhr und von 14 bis 21 Uhr. Freitags können die Schwimmer von 14 bis 19 Uhr ihre Bahnen ziehen.

Erst verkürzte Öffnungszeiten, dann komplett dicht

Dass dem so ist, hat verschiedene Ursachen, sagt Enewa-Geschäftsführer Kai Birkner, dessen Unternehmen Betreiber des Hallenbads ist. Zum einen sollte die Sanierung eigentlich schon Anfang Februar beginnen, wegen einiger Ausschreibungen aber habe sich der Start verschoben. „Daher sind wir aus dem Tritt gekommen“, so Birkner. Ziel sei es in den Planungen gewesen, dennoch den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, weiterhin Trainingszeiten für die Vereine anzubieten und den öffentlichen Badebetrieb zu ermöglichen. Das sei anfangs auch gelungen.

Dann aber folgten weitere schlechte Nachrichten. Ein Mitarbeiter kündigte, ein weiterer ist langzeiterkrankt. Eigentlich, so Birkner, gebe es aktuell nur noch einen Mitarbeiter, der im Badbetrieb eingesetzt werden könnte. Zu wenig, um die normalen Öffnungszeiten weiter anbieten zu können. „Wir bemühen uns um Ersatz und haben auch schon neue Mitarbeiter im Auge.“ Diese aber würden erst nach der Sanierung kommen.

Dass das Bad nun seltener geöffnet hat und teilweise ganz geschlossen ist, habe auf die Schulen keinen Einfluss. Betroffen seien vor allem der öffentliche Badbetrieb und die SG Wago. Zwar dürften die Vereinsmitglieder das Bad kostenfrei nutzen, das Kursangebot aber leidet. „Das tut uns sehr leid, aber es geht nicht anders“, bedauert Birkner.

Bei der SG Wago ist man auf jeden Fall entspannt. „Wir wurden ja vorher informiert, dass die Sanierung grundsätzlich kommt“, sagt Vorsitzender Peter Kruse. Daher habe man schon Pläne in der Schublade gehabt, in die Friesdorfer Traglufthalle auszuweichen. Zwar sei man überrascht gewesen, dass diese jetzt doch kurzfristiger greifen mussten, „aber in Anbetracht der Erkrankung des Badleiters ist das auch verständlich“. Es täte ihm für die Gruppen leid, die bisher in Wachtberg geschwommen seien. „Das ist für die einzelnen Betroffenen schon schwierig.“ Aber man habe ja, wie gesagt, damit gerechnet, dass es so kommen wird, „nur eben jetzt etwas früher“.

Bei der SG Wago ist man entspannt

Generell sei alles gut geregelt, so Kruse. Die Breitensportgruppen trainierten nun im Friesi. Betroffen seien zwei Schwimm- sowie sechs Aquafitnesskurse für Erwachsene. Diese fielen komplett aus. „Akut betroffen sind rund 100 Leute“, schätzt Kruse. Die Teilnehmer der Schwimmkurse hätte man allesamt in der Traglufthalle unterbringen können, allerdings sei dies nicht von allen gewollt gewesen. Einige Schwimmer, so Kruse, „die zum Beispiel aus Grafschaft oder Fritzdorf kommen, wollten nicht noch eine halbe Stunde länger fahren“.

Alle anderen „konnten wir auffangen“. Zumindest so lange, bis die Traglufthalle abgebaut und das Friesi wieder zum Freibad wird. „Dann müssen wir schauen, dann haben wir die nächste Baustelle“, so der SG-Wago-Vorsitzende. Zeitlich wäre das ungefähr im Mai oder Juni. „Dann kommen die Sommerferien, da ist ja nichts“, sagt Kruse. Ab Mitte August sei dann das Schwimmbad im Konrad-Adenauer-Gymnasium in Bad Godesberg hoffentlich wieder geöffnet. Was eine große Erleichterung wäre. „Aber es wird natürlich trotzdem noch einmal zu Einschränkungen kommen, bis das Wachtberger Hallenbad wieder geöffnet ist. Oder bis die Traglufthalle ab September wieder zur Verfügung steht.“ Wie alles geregelt sein wird, steht noch nicht fest. „Das planen wir im Moment“, sagt Kruse.

Sicher ist, dass in wenigen Wochen die seit langem geplante Sanierung des Bades ansteht. Dafür muss die Halle ab dem 21. März gesperrt werden, und zwar bis voraussichtlich September. Für rund 2,2 Millionen Euro sollen vor allem die Becken selbst, die Filter und Fliesen erneuert werden, beschreibt Birkner. „Auch die Duschen werden saniert“, so der Enewa-Chef. Extras wie einen Anbau allerdings wird es nicht geben. Wegen der gestiegenen Baukosten hatte man darauf bereits in der Planung verzichtet.

Und wie wird der verbleibende Mitarbeiter während der Zeit der Sanierung eingesetzt? Dieser unterstütze – anders als geplant ohne seine Kollegen – die Arbeiten, sagt Birkner. Außerdem stünde einiges an Verwaltungsarbeiten an. Und: „Die Mitarbeiter haben im Vorgriff auf die Schließung Ende des vergangenen Jahres keinen Urlaub genommen“, stellt der Enewa-Chef fest. Diesen gelte es nun abzufeiern. „Unvorbereitet trifft uns das alles ja nicht.“

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