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Wacthberg: Schulen stellen sich auf Wechsel- und Präsenzunterricht ein

Digital ist gut, Präsenz ist besser : Wachtberger Schulen arbeiten in der Krise zusammen

Es heißt: Gemeinsam kann man mehr stemmen. Wie das in Zeiten der Pandemie geht, davon berichteten drei Wachtberger Schulen. Deutlich wurde schnell: Der Alltag zwischen Lockdown, Präsenz- und Wechselunterricht birgt Tücken ebenso wie Entwicklungspotenzial auf allen Seiten.

„Wir arbeiten innerhalb der Grundschulen sehr eng zusammen“, sagte die Sprecherin der Wachtberger Grundschulen und Schulleiterin in Niederbachem, Andrea Engels. So kommunizierten die Schulen rechtzeitig vor dem neuerlichen Lockdown mit der Gemeinde, um für die Schüler und Lehrer digitale Endgeräte zu beschaffen.

Im Oktober 2020 stellte die Gemeinde den Förderantrag, der im selben Monat bewilligt wurde. Die Gemeinde bestellte, die Lieferung folgte im November. Ein Fachunternehmen installierte die passenden Programme und zugekaufte Office-Lizenzen, sodass die Schulen sukzessive bis Februar versorgt werden konnten. „Wichtig ist für uns, dass wir als Team handeln“, beschrieb Engels die Verfahrensweise innerhalb des Ländchens. Fiona Keegan, Schulleiterin der Berkumer Grundschule, betonte den Wert dieser Strategie. Die Situation sei für alle Kollegen eine große Belastung. Im gegenseitigen Austausch könne man sich gut unterstützen. „Das Wo, Was, Wann und Wie“ sei damit schulübergreifend einheitlich und für die Eltern gut nachvollziehbar.

 Unabdingbar für den digitalen Unterricht sind die Laptops, die Fiona Keegan (links) und Andrea Engels präsentieren.
Unabdingbar für den digitalen Unterricht sind die Laptops, die Fiona Keegan (links) und Andrea Engels präsentieren. Foto: Petra Reuter

An der Hans-Dietrich-Genscher-Schule, der profilierten Gemeinschaftshauptschule im Ländchen, ist der zweite Lockdown nach Einschätzung des Schulleiters Hendrik Heimbach deutlich besser gelaufen als der erste. „Man musste sich nicht erst auf ein Unterrichtstool einigen, und die Kollegen hatten sich schon eingearbeitet“, sagte Heimbach. Videokonferenzen, Chats und auf geteilten Bildschirmen dargestellte Unterrichtsinhalte vermitteln den Lehrstoff. Das Fazit einer Umfrage unter den 300 Kindern und Jugendlichen sei bei 211 Antworten gewesen: „Es läuft gut“, sagte Heimbach. Dennoch sei es nicht möglich, den vollständigen Stoff digital zu vermitteln.

„Die Klassen sind aufgeteilt, ein Lehrer kann nicht zweimal genau das Gleiche machen, dann hätte er täglich zwölf Stunden Unterricht“, erklärte der Schulleiter. Außerdem fehle das soziale Miteinander, etliche Lernstrategien seien nicht anwendbar. „Wir hoffen alle auf den Präsenzunterricht. Dann sehen wir, welche Lücken da sind, und schauen, was man machen kann“, wagte Heimbach einen Blick in die Zukunft.

Schüler, die wegen mangelnder Sprachkenntnisse dem digitalen Unterricht nicht folgen könnten, würden durch Schulsozialarbeiter und zusätzlichen Deutschunterricht unterstützt, erklärte er. Wie an anderen, vor allem weiterführenden Schulen gebe es auch an seiner Schule Kinder und Jugendliche, die im Lockdown phasenweise oder gar nicht mehr erreichbar seien. Auch bei ihnen setzt Heimbach auf baldigen Präsenzunterricht. „Die persönliche Ansprache, das Messen des Leistungsstands, Gespräche mit den Eltern und individuelle Förderung“ seien Werkzeuge, mit denen er die Betroffenen wieder in den Schulalltag integrieren wolle.

Bei allen Einschränkungen berichtet der Schulleiter jedoch auch von interessanten positiven Effekten. Nicht nur, dass das Kollegium auf die bemerkenswerte Leistung, die neue Struktur in Eigenregie aufgebaut zu haben, blicken könne. Es gebe auch Schüler, die bei der Möglichkeit, in Ruhe allein zu arbeiten, „regelrecht aufblühen“, meinte Heimbach.